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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 550

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Bemerkungen zur landwirtschaftlichen Wasserbilanz in Palästina
Date
1937-11-01
Page
Seite 550 (sequence 8)
Language
German
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noch lange nicht so in Fleisch und Blut übergegangen, wie es notwendig ist, damit die Generation die die Terrassen schafft, dieses Opfer auf sich nimmt. Die dazu notwendige Aufklärungspropaganda hat es bisher bis auf gelegentliche publizistische Äußerungen noch nicht gegeben. Wenn man bedenkt, wie z. B. die Terrassen in den Anden von der Bevölkerung hergestellt wurden und werden, wie dort im Laufe von Generationen die Bauern Erde aus den Tälern bis zu 4000 m Seehöhe auf dem eigenen Rücken und auf dem ihrer Lasttiere hinaufschleppen, um immer neue Terrassen aufzuführen; wenn man die reichen Terrassenkulturen an anderen Mittelmeergestaden zu beobachten in der Lage ist, dann würde man glauben, daß es ein Leichtes sein muß, auch unsere Bevölkerung von dem weittragenden Nutzen schnell zu überzeugen. Eine erfolgreiche Tätigkeit in diesem Sinne würde am meisten dazu beitragen das ganze Berggebiet wieder zu einem reichen Kulturland zu machen. Die für den Wasserhaushalt in Frage kommenden positiven Momente einer Terrassenkultur sind so in die Augen springend, daß darüber kaum viel Worte zu verlieren sind. Nur dann, wenn horizontale Flächen vorhanden sind (ein ganz geringer Neigungswinkel spielt keine wesentliche Rolle) kann man unbewässerte Kulturen erfolgversprechend anlegen. Eine ganze Reihe ausgezeichneter Obstsorten sind in der Versuchsstation in Kirjath Anawim bereits daraufhin ausprobiert. Fast überall im Berggebiet ist der Boden selbst so beschaffen, daß er noch die längste Zeit während der regenlosen Periode in der Tiefe der Baumwurzeln für diese feucht genug ist. Während heute der größte Teil der im Berglande fallenden Niederschläge ohne Nutzen für dieses fällt, wäre auf den terrassierten Flächen der größte Teil des Niederschlagswassers für die Kultur nutzbar gemacht. Es ist klar, daß je nach den zur Verfügung stehenden Geldmitteln, der eigenen Arbeitskräfte und der Zeit eine allgemeine Wiederherstellung der alten Terrassen ganz verschieden schnell vor sich gehen würde, auch wenn sie gleichzeitig in Angriff genommen werden würden. Der Drang dazu aber muß bei allen bestehen, bzw. wachgerufen werden, denn ohne Terrassenkultur wird es nie eine erfolgreiche Berglandkultur im großen Stile geben. Heute finden wir, mit wenigen Ausnahmen, nur. in den relativ sehr kleinen Flächen der Mulden, wo das Erdreich zusammengeschwemmt ist, Ölbaumhaine, Gemüsekulturen usw. zusammengedrängt. Bei Wiederherstellung der alten Terrassen aber wären die Berge wieder mit Obstbaumkulturen und anderen überzogen und dem verderblichen klimatischen Einfluß der Verkahlung wäre noch weit stärker entgegengewirkt, als durch die an sich ebenso wichtige, aber ertragsärmere Aufforstung, da für die Terrassierung ein Vielfaches an Fläche, und dieses aufgeteilt auf 10.000 Durchführende, zur Verfügung steht. Einen solchen Aufbauwillen hervorzurufen steht in der Macht einer Regierung, die durch Erziehung in den Schulen, durch eigenes Beispiel, durch Ausnützung ihrer uneingeschränkten Propagandamöglichkeiten und nicht zuletzt durch materielle Begünstigungen dahin wirken kann. In dieser Richtung auf die Regierung einzuwirken, wäre ebenfalls eine wichtige Aufgabe der vorgeschlagenen Zentralstelle. b) Zisternen: Während wir in der Wiederherstellung der alten Terrassenbauten und auch der Aufführung von neuen für die arabische Bevölkerung beispielgebend vorangehen müßten, sollten wir uns umgekehrt an ihnen ein Beispiel nehmen, mit welcher Selbstverständlichkeit sie mit dem Bau eines Gebäudes auch den einer Zisterne verbinden, ganz abgesehen von den oft im Freien liegenden, zumeist sehr alten, aber gut instand gehaltenen, die häufig im Freien anzutreffen sind. Auch hier müßte eine Propagandatätigkeit einsetzen, die aber in den meisten Fällen nutzlos wäre, wenn nicht gewisse materielle Begünstigungen mit dem Bau von Zisternen Hand in*

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