Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 548

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Bemerkungen zur landwirtschaftlichen Wasserbilanz in Palästina
Date
1937-11-01
Page
Seite 548 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379964-2412753--26194-2412925
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ist jedoch durch die Kosten eines zu hohen Gitters gegeben. Pflanzen, die nicht nur den geeigneten Windschutz geben, sondern auch noch selbst wirtschaftlich produktiv sind, wären natürlich das anzustrebende Ziel und bieten heute noch ein reiches Feld für Versuche, die für das ganze Land von großer Bedeutung wären. Viel mehr Aufmerksamkeit als bisher ist dem Schutze der Einzelpflanzen zuzuwenden. Junge Bäume mit eigenem Windschutz werden sich viel schneller und kräftiger entwickeln können, als solche ohne diesen, wobei diese Art des Windschutzes in kleinen Betrieben und Hausgärten sehr einfach und billig herzustellen ist. Bezüglich des Wasserhaushaltes gilt für jeden Windschutz dasselbe, wie bei der Beschattung, da in beiden Fällen die Verdunstung sowohl der Pflanzen als auch des Bodens stark herabgesetzt wird. Das Bewässern: Wenn wir die Ausgabenseite des Wasserhaushaltes in Palästina einer kritischen Betrachtung unterziehen, dann ist es vor allem die Art der Bewässerung, die in sehr vielen Fällen stark zu bemängeln ist und die fast überall bedeutend rationeller gestaltet werden sollte. Hierbei wTerden nicht nur häufig große Wassermengen nutzlos vergeudet, sondern es geschieht oft in einer Weise, die den Pflanzen gar nicht zuträglich ist. Für die Zitruspflanzungen ist dies eine bekannte Tatsache, nicht bekannt aber ist, in welchem Ausmaße die Vergeudung stattfindet, da langwährende und eingehende Untersuchungen notwendig sind, um festzustellen, welche Wassermengen das Optimum an Fruchtertrag und Qualität erwarten lassen. Solche allgemeine Versuche sind wohl im Gange, doch müßten sie schon mit Rücksicht auf die verschiedenen Bodenqualitäten (besonders die verschiedene Wasserkapazität der Böden) an vielen Stellen durchgeführt werden. Am besten wäre es, die Besitzer von Pardessim mit gleicher Bodenqualität zusammenzufassen, damit je eine in ihren Kosten gemeinsam zu tragende Versuchsreihe für jede Bodentype aufgestellt werden kann. Bis jetzt kann nur mit größter Wahrscheinlichkeit behauptet werden, daß die den Zitruskulturen zugeführte Wassermenge oft ein Mehrfaches der optimal zuzuführenden beträgt. Durch solche systematische Versuchsreihen wird sich bei ihrer konsequenten Durchführung aller Voraussicht nach nicht nur eine bedeutende Wasserersparnis, sondern auch eine weitere Verbesserung der Ernteergebnisse erzielen lassen. Ähnliche Fragen sind auch bei allen anderen Kulturen noch offen und werden erst mit der Zeit durch die Praxis gelöst werden können, da für so viele Versuche auf einmal kaum die Möglichkeit besteht. Immerhin ist schon bei vielen Pflanzen eine Reihe von Anhaltspunkten vorhanden und jeder Fachmann wird die Einzelfragen, ob diese oder jene Art mehr oder weniger Wasser benötigt, im großen und ganzen richtig beantworten können. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß nicht die Menge des einer Kultur zugeführten Wassers für deren Gedeihen maßgebend ist, sondern nur diejenige, die den Pflanzen wirklich zugute kommt. Dies gilt nicht nur für die Art der Bewässerungsdurchführung, sondern sehr häufig wird auch übersehen, daß der Zeitabschnitt des größeren, bzw. geringeren Wasserbedarfes während der Entwicklung bei den verschiedenen Arten verschieden ist. So braucht beispielsweise die Kartoffel besonders in der Zeit vor der Blüte eine größere Wasserzufuhr, während sie nach der Blüte nicht bewässert werden soll. Tomaten dürfen während des Fruchtansatzes nur wenig bewässert werden, da sonst die Früchte leicht abfallen, noch bevor sie reif sind usw. Dem jüdischen Landwirt fehlt ja gewöhnlich nicht nur die Tradition, sondern zumeist auch die eigene Erfahrung und so sind ständige Instruktionen durch Zeitschriften (deren es einige sehr gute im Lande gibt), Broschüren, Zeitungen usw. notwendiger als irgendwo anders. Die Sprachenfrage bildet natürlich auch hier in der ersten Zeit ein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.