Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 436

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Zur Frage der Bewässerung
Date
1937-08-01
Page
Seite 436 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379962-2412040--25720-2412286
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wertung des Regens und des Wassers der Wadis eine Kultivierung von 300.000 bis 400.000 Dunam lohnen würde. Die klimatischen Bedingungen sind dort vielfach besser als in nördlicheren Gebieten. Da zwei Ernten möglich sind, so würden 20 Dunam bewässert für eine Familie genügen und 20.000 Familien (100.000 Seelen) landwirtschaftlich angesiedelt werden können. Das Problem der Wasserversorgung im projektierten Judenstaat. Zum Problem der Wasserversorgung im projektierten Judenstaat wird der »Palnews« von Dr. Werber unter Hinweis auf die verstärkte Bedeutung der Bewässerungsfrage für den projektierten Judenstaat mitgeteilt: Die reichste Wasserquelle des Landes, der Jordan, befindet sich in seinem Oberlauf innerhalb des projektierten jüdischen Staatsgebietes. Er führt im Oberlauf ungefähr die Hälfte der mittleren Wassermenge des Unterlaufes, das heißt zirka 50.000 bis 60.000 m3 pro Stundef" Falls diese Wassermenge zu zwei Drittel für Bewässerungszwecke ausgenutzt würde, so könnten mit ihr etwa 400.000 Dunam bewässert werden. Heute werden nur wenige Prozente des Jordanwassers zur Bewässerung ausgenutzt, da das Jordanwasser für die Rutenberg-Konzession reserviert ist. Bei einer Neuordnung der ganzen Verhältnisse wird die Frage der Ausnutzung des Jordanwassers für Bewässerungs¬ und Stromerzeugungszwecke in ein anderes Licht rücken. Das zweite im Norden geplante Kraftwerk zwischen dem Huleh- und Tiberias-See wird voraussichtlich höher gelegt werden müssen, damit das die Turbinen passierende Wasser ein zweites Mal für den wirtschaftlich wichtigeren Zweck der Bodenbewässerung ausgenutzt werden kann. Durch einen 2C0 km langen Bewässerungskanal bis zum westlichen Ende des Emeks könnte dieses von dort aus bewässert werden. Durch die bestehenden Abmachungen zwischen Palästina und Syrien vom Jahre 1920 und 1926 kann auch das Wasser des Jordanquellgebietes für Palästina ausgenutzt werden. Durch Aufspeicherung der Winterwässer im Umfang von 150 bis 200 Millionen Kubikmeter in Talsperren, könnten 300.000 bis 400.000 Dunam bewässert werden. Dabei könnte gleichzeitig eine permanente Wasserkraft von 40.000 PS und eine zusätzliche von 20.000 PS gewonnen werden, die diejenige von Tel-Or weit übersteigt. Es wäre erwünscht, daß die hiermit zusammenhängenden Fragen bei der Staatsgründung mit den Nachbarländern geregelt werden. Auch die Frage einer Konzessionsrevision der PEC wäre zu prüfen. Was die Wasserversorgung der Küstenebene betrifft, so ist die Ausnutzung der zweitgrößten Wasserquelle Palästinas, des Jarkon, ebenfalls an eine Konzession gebunden. Entgegen den unrichtigen Daten des Berichtes der Königlichen Kommission fließen zur Zeit jährlich 60 Millionen Kubikmeter ungenutzt ins Meer. Durch die teilweise Verwendung dieses Wassers für die Wasserversorgung Jerusalems und Tel Avivs wird sich die für Bewässerungszwecke nutzbare Menge verringern, es könnten aber noch immer 120.000 bis 160.000 Dunam bewässert werden (entgegen der Schätzung von 5000 Dunam im Bericht der Königlichen Kommission). Bei der Bewässerung der Küstenebene, die zur Zeit ausschließlich auf Grundwasser beruht, muß sich in Zukunft ein sehr erhebliches Wasserversorgungsdefizit ergeben. Die Staubeckenbewässerung wäre an die Notwendigkeit gebunden, im Gebirge, das heißt auf arabischen Territorium, Sammelbecken anzulegen. Bei der endgültigen Grenzbestimmung müßte darauf geachtet werden, daß diese Möglichkeit nicht ganz ausgeschlossen wird. Die primitiven Versuche der Regierung mit Staubecken, die der Königlichen Kommission als Grundlage für eine Meinungsbildung dienten, sind ohne ernsthafte Beweiskraft.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.