Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Zur Frage der Bewässerung
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 437 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aufstellung einer richtigen Wasserbilanz, die zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört, setzt ein eingehende hydrologische Landesaufnahme voraus, die alsbald vorzunehmen wäre. Im Zusammenhang damit wäre auch die von der Königlichen Kommission angeregte Suche nach neuen Wasserquellen durchzuführen. Die bisherigen Wasserbilanzaufstellungen beruhen noch auf außerordentlich problematischen und unsicheren Daten. Die soziale und pädagogische Lage der orientalisch-jüdischen Jugend in Jerusalem* Von Dr. Carl Frankenstein, Jerusalem. I. Untersuchungen. Wer sich um den Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft in Palästina bemüht, wird sich immer wieder die Frage vorlegen müssen, wie die heterogenen Teile des jüdischen Volkes, die in Palästina zusammenkommen, zu einer Einheit verbunden werden können. Wenn es auch verständlich ist, daß die politischen oder die wirtschaftlichen Organisationen und die Menschen, die ihr Leben den dringenden Aufgaben politischer und wirtschaftlicher Konstruktion zur Verfügung stellen, das Problem des Aufbaus in einem anderen Licht sehen und mit anderen Akzenten versehen, dürfen wir nicht glauben, daß es ihnen und ihrer Arbeit jemals gelingen wird, ihr und unser aller Ziel zu erreichen, wenn nicht gleichzeitig andere Menschen mit gleicher Ausschließüchkeit, mit gleichem Einsatz aller Kräfte daran arbeiten, die soziale und geistige Einheit des Volkes zu gestalten. Es ist eine sträfliche Illusion, von der Zukunft zu erwarten, sie werde uns unserer aktuellen Aufgaben entheben. Wir treiben Vogel-Strauß-Politik, wenn wir im Vertrauen auf die allmähliche Wirkung des Zusammenlebens davon absehen, aktiv einzugreifen. Wir sind verblendet, wenn wir hoffen, daß die Dissonanzen der Heterogenität ohne kulturelle und soziale Erziehung jemals zum Einklang kommen werden. Nur wenn wir dauernd bemüht bleiben, alle Schichten des jüdischen Volkes auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, orientalische und europäische, primitive und entwickelte Juden aneinander zu assimilieren, können wir hoffen, daß einmal eine jüdische Volksgemeinschaft in Palästina leben wird. Man wird wahrscheinlich einwenden, daß in dieser Formulierung das Problem bereits in unerlaubter Weise vereinfacht sei, weil ja der »europäische« Jude und der »orientalische« Jude komplexe Vielheiten darstellen, worüber die einheitliche Bezeichnung hinwegtäusche. Aber damit wird die Aufgabe nur noch krasser beleuchtet, die vor uns liegt: die vielen uneinheitlichen Elemente der Bevölkerung zu einer Einheit zu erziehen. Wir haben absichtlich die summarischen Bezeichnungen »orientalisch« und »europäisch« gewählt, weil wir an dieser Stelle aus dem umfangreichen Kreis der Probleme und Fragen nur eine herausgreifen wollen, die Frage, was wir für die primitivsten Schichten der Bevölkerung tun können. Jerusalem eignet sich besonders gut dazu, diese Frage zu studieren: die Hälfte der jüdischen Bevölkerung gehört den orientalischen Gemeinden (Edoth) an. Wenn wir ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Situation beschreiben, geben wir damit zugleich ein Bild von der Situation aller primitiven Schichten der Juden in Palästina. Ihr Leben enthält für jeden, der sehen und erkennen will, eine ernste Warnung: sie sind * Ein weiterer Artikel, der Reformvorschläge enthält, folgt in der nächsten Nummer.