Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Das Strandprojekt für Tel Aviv
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 432 (sequence 3)
- Language
- German
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von etwa ein Viertel auf die öffentlichen Anlagen (Straßen, Grünflächen, Sportplätze), drei Viertel auf die Gebäude entfallen. Weiter wird die Gesellschaft an die Stadt mehrere Jahre lang für Anpflanzung der Grünanlagen, Ausstattung und Erhaltung der Promenade und des Strandes eine erhebliche Summe, genannt sind 40.000 £P jährlich, entrichten. Desgleichen soll auf Forderung der Regierung, bzw. der Stadt von der Gesellschaft eine beträchtliche Summe als Kaution hinterlegt werden. Selbstverständlich wird sich die Ausführung der Arbeiten auf etliche Jahre erstrecken und 1000 Arbeiter sollen dabei Beschäftigung finden. Dieser zweifellos großzügige Plan hat die Bevölkerung in zwei Parteien geteilt, was sich, wie schon eingangs erwähnt, in Diskussionen, Aufsätzen in den Tagesblättern, Eingaben und Versammlungen zeigt. Im Folgenden seien die Stimmen für und gegen gegenüber gestellt. Die ersteren betonen: 1. Tel Aviv wird5 nach Ausführung des Projektes eine sehenswerte Stadt ersten Ranges werden. Die Stadt am Mittelmeer gelegen, weist zurzeit keinerlei Attraktionen auf: Eine neue Stadt ohne Charakteristikum, ohne Ausgrabungen, ohne Monument, ohne markantes Gebäude, ohne Grünflächen, die das Auge der Bewohner und Besucher erfreuen. Deshalb pflegen auch die großen internationalen Reisegesellschaften, die das Land aufsuchen, gerade an diesem Häusermeer achtlos vorbeizuziehen oder nur ganz flüchtig durchzufahren und andere Städte mit natürlichen Schönheiten, Ausgrabungen aus biblischen Zeiten oder mit dem Gepräge des Orients zu besuchen. Nunmehr soll sich Tel Aviv unter die wirklich schönen Plätze des Mittelmeers reihen! 2. Dadurch ergibt sich auch ein tatsächlicher und' ideeller großer Gewinn für die Einwohner selbst. Der häßliche, zurzeit verwahrloste Strand, mit allerlei Schankbuden, schmalen Wegen, auf denen sich am Schabbath die Fußgänger drängen, die häßlichen Badehütten, das systemlose Nebeneinander der Bauten wird verschwinden und schönen, geräumigen Grünanlagen, modernen Spiel- und Sportplätzen, Schwimmhallen und großstädtischen Gebäuden Platz machen. 3. Eine Erwägung, die in letzter Zeit besonders in den Vordergrund gerückt wird: Die Beschäftigung wird angekurbelt. Daß die Not in Palästina zurzeit groß ist, wird von niemandem bezweifelt. Schafft Arbeit! Dieser Ruf erfüllt die Arbeiterschaft von Aviv, und wenn tatkräftige, unternehmungsfreudige Männer sich in den Dienst der Sache stellen, so soll man sie unterstützen! Tausende von Einwohnern, Männer, Frauen und Kinder werden dadurch auf Monate und Jahre vor Not bewahrt, denn alle unmittelbaren und mittelbaren Industrien werden daraus Nutzen ziehen, die Bau-, Zement-, Stein-, Holz-, Werkzeug-, aber auch die Schuh-Bekleidungsindustrien usw. erhalten neue Beschäftigungsmöglichkeiten, und deshalb finden sich auch gerade in Arbeiterkreisen und in ihrer Presse so viele Anhänger des Grünblatt-Projektes. (In diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß bei der letzten Abstimmung in der Stadtverwaltung über den Plan im vorigen Jahre fast alle Abgeordneten — bei einer Stimme dagegen und einer Stimmenthaltung — für die Annähme des Projektes stimmten.) Ist doch gerade in Tel Aviv ein besonders großer Teil der Arbeiter der Bau- und der von dieser abhängigen Industrien konzentriert, und gerade der Baumarkt ist durch die Entwicklung des letzten Jahres hart getroffen worden. Die baupolizeilich genehmigten Neubauflächen sind in Tel Aviv von 1935 auf 1936 um nicht weniger als 40% zurückgegangen und diese Abwärtsbewegung hat sich in diesem Jahre wTeiter verstärkt. Bei der allgemeinen politischen Unsicherheit ist jetzt nicht nur das private Kapital sehr zurückhaltend, sondern auch die Stadt ist außerstande städtebauliche Arbeiten großen Stils mit der Möglichkeit der Beschäftigung zahlreicher Arbeiter zu beginnen und etwa selbst die Bebauung und Verschönerung