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Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 417

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
Date
1937-08-01
Page
Seite 417 (sequence 14)
Language
German
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A. Typisierung und Normierung. B. Konstruktive Ökonomie. C. Spezialbauweisen. IX Rationelle Bau ausführ ung. Zu A. Die Beschränkung auf wenige, gute und konstruktiv einfache Typenhäuschen, soll möglichst selten durch Sonderwünsche der Siedler durchbrochen werden. Die Notwendigkeit der Anpassung des Planes an die Bedürfnisse des einzelnen Siedlers (oft nur seiner Möbel) wird absolut übertrieben. Die Typisierung ist die unerläßliche Voraussetzung jeder Normierung. Es ist sonderbar, wie wenig Normenbauteile verwendet werden, obwohl bei solchen Kleinsiedlungsbauten in großer Zahl, normierte Bauteile (insbesondere Holzarbeiten) leicht festzusetzen sind. Eisenbetonteile: Durch möglichste Beschränkung der Bauteile auf gleiche Abmessungen und Beachtung der marktgängigen Eisenlängen kann die Eisenbewehrung; zum Verlegen fertig in Serien vorbereitet werden. Mauerwerk: Öffnungen dem Ziegelmaß anpassen, möglichst gleiche Öffnungen, fertige Überlagen. Durchbrüche und Schlitze im Mauerwerk und Beton nach Möglichkeit vorsehen. Putz: Möglichste Vermeidung von Kanten und Nachputzarbeiten. (Bei normierten Tischlerarbeiten kann das Anschlagen außerhalb der Baustelle erfolgen.) Installation: Kürzeste Linienführung überlegen, Tischlerarbeiten: Wenige Typen festlegen, diese aber auf das sorgfältigste normieren. (Ziegelmaße und Glasgrößen beachten.) Zu B. Jeder gute Typenplan muß eine einfache Grundrißanlage mit einem Minimum an Tragkonstruktion haben. Also kurze Spannweiten, einfache, möglichist in den "Wänden untergebrachte Konstruktionsteile. Reine Eisenbetonplatten als Dächer sind vorläufig am billigsten. Ihre Wärmeisolierung ist allerdings nicht ideal. Die Regenisolierulng wird viel besser durch ein starkes Gefälle als durch einfache Isolieranstriche erreicht. Das Steildach ist bei Berücksichtigung aller Ersparnismöglichkeiten (Fundamententlastung, Dachbrüstung, Regenrohre . usw.) etwas billiger, beim etappenweisen Bau aber etwas hemmend und teurer. Unter den hier üblichen Bauweisen ist der Zementhohlblocksteinbau weitaus am billigsten. Er hat allerdings Nachteile infolge seiner leichten Durchfeuchtung s- und Rißgefahr. Es muß nach Möglichkeiten gesucht werden, diese Nachteile zu beseitigen oder zu vermindern, denn der Preisunterschied ergibt mindestens 10 £P gegenüber der Ziegelmauer von an Ort und Stelle hergestellten Zementziegeln. Bei Ausschaltung der genannten Nachteile wäre der Blockbau wärmetechnisch besser als die Völlziegelmauer oder Vollbetonmauer. Die letztere wird gern verwendet (als Debischwand), ist aber in allen Fällen teuer und hat außer ihrer Rißfreiheit keinerlei Vorzüge, die ihre Wahl rechtfertigen. Bei Innenwänden ist der Zementstein derzeit durch kein ebenso billiges Material zu ersetzen. Hier wäre noch eine wichtige Aufgabe der Bauindustrie zu erfüllen, einen billigen und guten Zwischenwandstein oder geeignete Wandplatten ,in rißfreien Formen (Kreuzstein o. dgl.) herauszubringen. Zu C. Hier besteht sowohl die Aufgabe aus den bereits bestehenden Erfahrungen das für die hiesigen Verhältnisse entsprechende zu suchen und zu erproben, als auch durch schöpferische Neuarbeit Möglichkeiten und Wege rationeller und guter Bauweisen und Verwendung solcher Baumaterialien zu finden. Eine Aufgabe für die palästinensischen Ingenieure und Baufachkörperschaften, die bisher nur von den kaufmännisch interessierten Kreise zufällig und oberflächlich angepackt wurde. Wenn man bedenkt, wie viele Systeme von Spezialmauern, Decken und sonstigen Bauteilen im Ausland bekannt und in Verwendung sind, so muß man über den Konservatismus der hiesigen Baufachleute staunen. Selbst die wenigen Spezialmaterialien und Bauweisen, die von den Kaufleuten gebracht werden, finden nur schwer Aufnahme. Das Decken problem bedarf einer weiteren Bearbeitung. An Stelle der Voübetonplatte muß eine materialgemäße Decke mit stärkerer Isolierfähigkeit treten. Vielleicht ließe sich im Siedlungsbau die in Europa beliebte und überaus billige Preßkiesdecke einführen. Die Außenmauern könnten durch irgendwelche Hohlziegelmauersysteme mit besonderen Formsteineri oder Normalziegeln (z. B. Virest) verbilligt und verbessert werden.

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