Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 416 (sequence 13)
- Language
- German
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Straßenlängen (8,7, 7,7, 6,7 im), wodurch sich eine weitere Ersparnis von je 1 bis 1,5 £ ergibt. Der Einfluß auf die Baukosten ist schon wesentlich größer. Bei einer 8 m langen gemeinsamen Wand eines Doppelhauses beträgt die Kostenverminderung schon zirka 15 £P (siehe Anhang). Beim Reihenhaus ist die Differenz noch etwas größer, wenn auch nicht bedeutend, da die Tiefe des Reihenhauses geringer ist. Die Differenz gegenüber dem Einzelhaus steigt auf etwa 20 £. Dabei ist keine Differenz in den sanitären Anlagen angenommen, obwohl beim Einzelhaus eine volle Kombination der Senkgrubenanlage zweier oder gar mehr Häuser sehr erschwert ist. Die Nutzgartenfläche ist im rückwärtigen unverbauten Teil angeordnet und dieser ist laut Tabelle Seite 413 bei den drei Typen (bei 300 m2 Parzellen) 133, 156, 195 m2 groß, das heißt auch wieder beim Einzelhaus am ungünstig steh. Beim Doppelhaus kann eventuell der freie seitliche Streifen von mindestens 4 m mitverwendet werden, wenn man ihn nicht als Sitzplatz im Freien ausgestaltet. Die ^Tutzgartenfiläche erhöht sich dann von 156 m2 auf 188 m2. Zu erwähnen wäre noch die Frage des gegenseitigen Wohnungseinblickes der nahestehenden Häuser. Auch der ist am ungünstigsten beim Einzelhaus. Hingegen ist die Lärmübertrag.ung von Haus zu Haus dort am geringsten. 5. Das Siedlungshaus. Es gibt bereits ungezählte Variationen von Kleinhausplänen und es kann sich keinesfalls darum handeln da noch neue hinzuzufügen. Das Entscheidende ist vielmehr die Art der Programmstelilung. Die Siedlungsgesellschaft darf nicht in der Auseinandersetzung mit dem Siedler unterliegen und gegen bessere Einsicht und gegen ihre Erkenntnis der gegebenen wirtschaftlichen Voraussetzungen und der sozialen Bedürfnisse, den Luxusansprüchen der Siedler nachgeben. Das Programm lautet eindeutig: Häuser, die den Anforderungen einer rationellen und qualitativ einwandfreien Bauweise genügen und die Bedürfnisse der Anzusiedelnden unter Vermeidung jedes überflüssigen Luxus befriedigen. Was zunächst die allgemeine Disposition anlangt, so soll an allen Nebenräumen zu Gunsten der eigentlichen Wohnräume gespart werden, also bei Vorraum, Bad, Klosett und Küche. Vorräume, die 6 bis 8 m2 beanspruchen, bedeuten Mehrkosten von 10 bis 12 £, das Zusammenlegen von Klosett und Bad eine Ersparnis von zirka 6 £. Ähnlich die Küche, die entweder eine ganz kleine Arbeitsküche sein soll oder eine Wohnküche die ein Zimmer ersetzt. Vergleiche von Dreizimmertypen mit der gleichen Zimmer-(Wohn-) Fläche haben bei Beachtung dieser Gesichtspunkte Unterschiede in der Endsumme von 40 bis 50 £ ergeben (siehe Anhang). Die Zahl der Zimmer wurde bereits erörtert. Wünschenswert ist jedenfalls ein ausbaufähiger Typ. Der Wohnküchentyp ist insofern empfehlenswert, als er ohne wesentliche Mehrkosten einen wertvollen Wohnraum gibt und ein Zimmer ersparen läßt. Die Sockelhöhe des Hauses ist möglichst gering zu halten, soweit es der Höhenausgleich des Platzes eben zuläßt, um überall den Fußboden über dem Gelände zu halten. Jede Erhöhung kostet Geld und hat praktisch wenig Wert, wenn sie nicht sehr groß ist. Außerdem können dann die offenen Terrassen ohne Brüstung gemacht werden. Die innere Ausstattung soll gut aber einfach sein (einfacher Fußbodenbelag, einfache Installation, gespachtelte Ölfarbe statt Verkachelung usw.). Die Abwässerbeseitigung kann für mindestens zwei Häuser vereinigt werden. Bei Beachtung dieser allgemeinen Richtlinien kann der Bau selbst durch Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte mit einem Minimum von Kosten errichtet werden.