Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 414 (sequence 11)
- Language
- German
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flächen und deren Qualität, der Art des Siedlers und seiner materiellen Verhältnisse erfolgen. Diese Entscheidung ist auch bestimmend für die wichtige, grundsätzliche Entscheidung über die ParzeMengröße, von deren Festlegung die Kosten der Ansiedlung stark beeinflußt werden. Die jetzt üblichen Parzellengrößen schwanken im allgemeinen zwischen 400 und 700 m2. Früher wurden noch größere Parzellen gegeben. Nach welchen Gesichtspunkten setzt man solche Größen fest? Wenn es sich allein um die Frage der Wohnung des städtischen Arbeiters an Stelle der teueren Mietwohnung handeln würde, so wäre eine möglichst kleine Parzelle am besten, um möglichst viel Menschen ansiedeln zu können und diesem Mindestmaß wäre bloß vom Gesichtspunkt der Siedlungsplanung und aus hygienischen Überlegungen eine untere Grenze zu setzen. Diese reine Wohnsiedlung, zu der höchstens ein kleiner Ziergarten notwendig ist, wurde hier eigentlich nie angelegt. Immer wurde wenigstens ein kleiner Nutzgarten mitberücksichtigt, selbst wenn die Erfahrung zeigte, daß die Nutzung nicht allzuoft erfolgte. Dieser Typ der vorstädtischen Siedlung mit kleinem Nutzgarten bedarf natürlich schon einer etwas größeren Parzelle, denn der kleinste geeignete Nutzgarten verlangt eine Fläche von etwa 100 m2. Daraus ergibt sich zwangsläufig für die Parzelle ein Mindestmaß: Breite: Haus 8 m + seitliche Abstände 2 X 3 m, zusammen 14 m. Länge: Vorgarten 4m j- Haus 8 m + Weg und Nutzgarten hinter dem Haus 9 m, zusammen 21 m. Fläche: 14 X 21 300 m2. Dieses Minimum von 300 m2 wird sich auch nach dem Siedlungsplan als notwendig ergeben. Die Dichte der Verbauung ist weit geringer als bei der üblichen großstädtischen Verbauung von 33 bis 40% und beträgt zirka 20%, abgesehen davon, daß es sich um einstöckige Kleinhäuser und gartenmäßige Verbauung handelt, die also von gesundheitlichen Erwägungen aus einwandfrei sind, besonders wenn man Lärm und Schmutz des Verkehrs weitgehendst ausschaltet. Solche Parzellengrößen wurden bei europäischen Arbeiter- und Mittelstandssiedlungen oft projektiert. Beispiele von Parzellengrößen einiger europäischer Arbeiter- und Mittelstandssiedlungen (bzw. Projekte): Rotterdam, Arbeitersiedlung ........ 400 m2 Basel, Im Vogelsang,, Arbeitersiedflung ...... 330 m- Paris, Mittelstandssiedlung......... 315 m2 Stockholm, Arbeitersiedlung......... 270 m2 Utrecht, Arbeitersiedlung.......... 220 m2 Die bisher im Lande üblichen Maße sind aber wesentlich größer. Das bedeutet, daß man mit größeren Nutzgartenflächen rechnet. Es wurde schon auf die praktische Erfahrung der relativ geringen Ausnützung der Nutzgartenflächen in den städtischen Siedlungen hingewiesen. Nun sei auch die materielle Bedeutung der Parzellengröße gezeigt: Die Tabelle Seite 413 zeigt in Position 1 und 2 den Einfluß der Parzellengröße. Bei sonst gleichen Bedingungen gibt ein Grundstück von 15.000 m2 Fläche statt 20 Parzellen von 600 m2, 37,6 Parzellen von 300 m2, das heißt der Preis eines Grundstücks wird beinahe auf die Hälfte herabgesetzt und ähnlich die Auf Schließung s- und Nebenkosten. Auch auf KKL-Boden ist eine Vergrößerung gut zu überlegen und eine genaue Berechnung der anteilmäßigen Erschließungskosten anzustellen.