Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 412

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
Date
1937-08-01
Page
Seite 412 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379962-2412036--25688-2412262
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

für eine Familie. Bei 2,5 Piaster Fahrtkosten (Darom) ist dies immerhin schon 1,5 bis 2 £ im Monat. b) Sicherheit. Es ist hinlänglich bekannt, was es bedeutet, irgendwo ein isoliertes Gebiet zur Ansiedelung zu wählen. Ihre Lage macht unter Umständen die Erhaltung und Entwicklung der Siedlung vollständig unmöglich. c) Gute Stadtverbindung. Die Verbindung mit der Stadt durch Straße und Autobus ist von entscheidender Bedeutung. Die Notwendigkeit, diese Verbindung neu herzustellen, ist ein wichtiger Kalkulationspunkt beim Kauf billiger, aber schlecht gelegener Siedlungsgebiete. d) Bodengestaltung. Es ist wichtig, die Bodenart und Bodengestaltung zu beachten, denn Erschließungs- und Fundierungskosten, Straßen- und Gartenanlagen hängen davon ab und können einen billigen Boden sehr teuer machen. 2. Straßen, öffentliche Anlagen und Plätze. Die Anlage der Siedlung hinsichtlich der öffentlichen Plätze, Straßen, Grünanlagen usf. ist von größtem Einfluß auf die Kosten der Ansiedlung. So wichtig eine weiträumige Anordnung auch sein mag, so sehr man unter dem Eindruck der schlechten Erfahrungen der städtischen Verbauungsart steht, so darf doch nicht vergessen werden, daß die Kleinsiedlung mit ihren kleinen Häuschen und ihren Gartenanlagen weit größere Flächen freiläßt als die Stadt. Gegen 33 bis 40%ige Verbauung steht hier 20 bis 25%ige. Öffentliche Garten- und Parkanlagen sind viel weniger notwendig als in der Stadt, da die Siedler es vorziehen, im eigenen Garten zu bleiben. Große Plätze und Straßen sind ebenfalls nicht im städtischen Maßstab anzulegen, im Gegenteil scheint es erwünscht, diese Siedlungen nach Möglichkeit vom Staub und Lärm der Verkehrsstraßen zu befreien und nur durch gut angelegte, einzelne Durchfahrts- und Verbindungsstraßen zu erschließen, sonst aber sich mit schmalen Wohnstraßen zu begnügen, die den Verkehr nur soweit vorsehen, als er für die Bewohner selber notwendig ist. Eine solche Planung wird auch zwangsweise die spätere Änderung dieses Charakters erschweren. Dagegen werden sich zweifellös gewisse Widerstände ergeben. Der Siedlungsplan von Kirjath Awodah im Darom zeigt in seiner Planung die volle Rücksichtnahme auf eine künftige städtische Entwicklung: Überall breite Straßen, große Freiplätze, große Bauparzelen und trägt in sich alle Kennzeichen der Entwicklung von Tel Aviv, alle Keime der Spekulation mit den jetzigen Kleinsiedlungsparzellen. Wenn nicht eine gesündere Entwicklung von selbst das Entstehen eines neuen Großstadtteiles in solcher Entfernung von der eigentlichen Stadt verhindern wird, so werden wir dort in den Zeiten einer späteren Konjunktur dasselbe Schauspiel des Baues von zwei- und dreistöckigen Häusern auf den jetzigen Siedlungsparzellen, von Spekulation mit Grund und Haus, von überspannten Mietsteigerungen erleben wie in Tel Aviv und keine genossenschaftliche Gesetzgebung wird diese Entwicklung verhindern können, die in der Anlage bereits vorbestimmt wurde. Die andere Siedlungsform — und diese ist beispielsweise in den neuen Siedlungsplänen von Kirjath-Chaim in Haifa, wenn auch nicht ganz konsequent, versucht worden — will eine solche Entwicklung bewußt verhindern. Aus diesem Grunde also, aber auch mit Rücksicht auf die Kosten der Ansiedlung ist die größte Sparsamkeit in der Anlage der Straßen und Plätze, die Anordnung einzelner, breiter Verkehrsstraßen und schmaler, einfacher Wohnstraßen erwünscht. Ich denke an drei Straßentypen: 1. Breite, gut angelegte und voll ausgebaute Durchfahrt- und Stadtverbindungsstraßen. 2. Gute, breite Miethaus- und Geschäfts- bzw. Erschließungsstraßen. 3. Schmale Innenstraßen, einbahnig, mit einseitigem Gehweg oder ganz ohne solchen, eventuell mit Ausweichstellen; in einfacherer Bauart. Für Typ Nr. 3 reicht eine Breite von 4,50 bis 5 m aus. Die Abstände der Häuserzeilen ergeben sich dann bei 4 m breiten Vorgärten mit 13,50 bis 14 m.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.