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Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 407

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
Date
1937-08-01
Page
Seite 407 (sequence 4)
Language
German
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dazu auch gezwungen, und daneben bleiben die anderen Formen des Wohnungsübels, wie Überfüllung und Untervermietung, weiterbestehen. Aber auch abgesehen von diesen Erscheinungen bleibt es zweifelhaft, ob der vorgesehene Wohnstandard, der von den neuen Stadtwohnungen einfach übernommen wird, sozial zu rechtfertigen ist, insbesondere wenn man ihn mit den tatsächlichen Wohnverhältnissen der überwiegenden Mehrzahl der in der Stadt wohnenden Arbeiter vergleicht. Es gibt auch in Europa kaum ein ähnliches Beispiel von Arbeitersiedlungen dieser Art. Eine gemeinnützige Wohnbautätigkeit muß von den tatsächlichen Einkommens- und Besitzverhältnissen der anzusiedelnden Bevölkerungsschichte und dem notwendigen, dem Lebensstandard entsprechenden Wohnbedürfnis ausgehen. Die Aufgabe besteht darin: den breiten Arbeiter- und! Mittelstandsschichten auf einer für sie wirtschaftlich tragbaren Grundlage zu einer geeigneten und billigen Wohnung zu verhelfen, wobei es allerdings ausgeschlossen sein dürfte, die ärmsten Schichten ohne Hilfe öffentlicher Stellen mit einzubeziehen. Diese Aufgabe kann aber nur dann erfolgreich gelöst werden, wenn man alle für den Siedlungs- und Wohnungsbau maßgebenden Faktoren einer eingehenden und sorgfältigen Prüfung unterzieht und die wirtschaftlich günstigste Lösung auf einer gesunden Finanzierungsbasis herausarbeitet. Wohnungserfordernisse und, materielle Grundlage. Soll das Siedlungs- oder Wobn'bauprogramm dem Bedürfnis der breiten Bevölkerungsschichten entsprechen, so muß es den tatsächlichen Einkommensverhältnissen angepaßt sein und den Siedler auch im Anfang nicht stärker belasten, als er heute durch die unzureichende Wohnung belastet ist, wo er ja auch zwangsläufig auf seine Einkünfte Rücksicht nehmen muß. Davon ausgehend muß versucht werden, ihm das Maximum an Wohnfläche und -qualität zu geben, das seinen Familienverhältnissen, seiner sozialen Lage und seinen Lebensgewohnheiten entspricht. In der Tabelle auf Seite 405 wurden die Einkommensverhältnisse der Arbeiterschaft und des Mittelstandes gezeigt. Wenn wir uns daraus ein Schema des einem gewissen Faniilieneinkommen entsprechenden Wohnungsanteiles auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse konstruieren wollen, so soll dabei der alleinstehende Erwachsene ausgeschaltet bleiben, da er meist keinen geeigneten Siedlertyp darstellt. Darüber einiges im nächsten Abschnitt. Tabelle des Wohnungsanteiles bei einem bestimmten Monatseinkommen: Wohnungsanteil bei monatlichem Einkommen von Familienstand 10 £P 15 £P 20 £P Ehepaar kinderlös......1 Zimmer 2 Zimmer 2 Zimmer und 1 Kind.....1 „ 1—2 „ 2 „ 2 Kinder.....1 1 2 „ 3 Kinder..... 1 1—2 Höhere Einkünfte können hier außer Acht gelassen werden. Bei niedrigeren Einkünften ist die Wohnungsfrage ohne öffendiche Mittel kaum zu lösen. Immerhin verdient die Frage der Ansiedlung der Flüchtlinge in Billigstsiedlungen eine besondere Bearbeitung. Wollen wir nun der Tabelle des tatsächlichen Wohnungsanteiles eine solche des notwendigen Wöhnungsbedarfes gegenüberstellen:

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