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Palästina · 1937-08-01 · Heft 8-9 (August 1937) · p. Seite 403

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 8-9 (August 1937)
Article
Wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten des projektierten Judenstaates
Date
1937-08-01
Page
Seite 403 (sequence 9)
Language
German
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tragbarer Zustand erreicht werden, auf den die Wirtschaftspolitik des jüdischen Staates in Anbetracht der Schwere des Problems von vornherein zielbewußt hinarbeiten muß. Wie werden die Dinge liegen? Es ist notwendig, sich über die mutmaßlichen Größenordnungen konkrete Vorstellungen zu machen: Wir schätzten vorstehend den industriellen Warenbedarf auf etwa 40 Millionen £P. Gegenwärtig macht der industrielle Nettoproduktionswert zirka 20% des Industriewarenbedarfes einschließlich aller darin enthaltenen Rohstoffe aus. Würde dieser Anteil auf 50% erhöht, so verbliebe immer noch ein Importbedarf an industriellen Rohstoffen und Fertigwaren in Höhe von 20 Millionen £P. Welche Exportpositionen und Exportmöglichkeiten stehen dem gegenüber? Zunächst der Zitrusexport. Wenn die gesamte Anbaufläche in fruchttragendem Zustand übergegangen sein wird, so ist mit einer Exportkapazität von 20 Millionen Kisten zu rechnen. Das diesjährige Exportquantum belief sich auf annähernd 11 Millionen Kisten. Nehmen wir an, daß für das künftige Exportquantum von 20 Millionen Kisten Absatzmöglichkeiten erschlossen werden können. Bereits in dieser Saison wurde pro Kiste kaum mehr als ein Fob-Preis von 5 sh erzielt (die handelsstatistischen Exportwerte sind viel zu hoch eingeschätzt). Es leuchtet ein, daß bei einem verdoppelten Exportquantum die Preise kaum steigen werden. Der Export der 20 Millionen Kisten würäe also einen Fob-Erlös von 5 Millionen £P erbringen. Annähernd die Hälfte der Zitrusfläche befindet sich in arabischem Besitz. Es ist zweifelhaft, ob die Araber ihre Plantagen verkaufen werden und noch zweifelhafter, ob bei den Juden starke Neigung besteht, diese zu übernehmen. Wenn das nicht der Fall ist, so wird die arabische Zitrusausfuhr via Jaffa erfolgen und bildet keinen Aktivposten der jüdischen Handelsbilanz. Jedenfalls dürfte der Zitrusexport für den jüdischen Staat in einigen Jahren einen Exportposten in der Größenordnung von etwa 3 bis 5 Millionen £P darstellen. Der Export anderer Produkte ist bisher nur schwach entwickelt. Von Zitrusfrüchten abgesehen, stellte sich der übrige palästinensische Export im Jahre 1936 auf knapp 800.000 £P. Davon entfällt ein beträchtlicher Teil auf arabische Produkte (Mais, Sesam, Wassermelonen, Häute und Felle, handwerkliche Produkte, Waschseife und anderes). Der Kali- und Bromexport, der sich in letzter Zeit sehr stark entwickelt und 1937 die Höhe von 200.000 £P überschreiten wird, wird auch außerhalb der jüdischen Handelsbilanz liegen. Zwar bleiben die Rechte der Konzessionsgesellschaft gewahrt, sie liegt aber im arabischen Staat. Der auf den projektierten jüdischen Staat übergehende Teil des bisherigen Exportes beläuft sich, von Zitrusfrüchten abgesehen, auf nur etwa 4,500.000 £P. Selbst wenn man mit sehr starken Exportsteigerungen von anderen Produkten als Zitrusfrüchten rechnet, so wird es schwer sein, über einen Betrag von mehreren Millionen Pfunden hinauszukommen. Bei einer Verzehnfachung ergäben sich erst etwa 4 bis 5 Millionen £P. Auf den Export nach den übrigen Ländern des Nahen Ostens werden vielfach sehr große Hoffnungen gesetzt. Man muß sich aber da vor Überschätzungen hüten. Es liegt in der Natur des Außenhandels der Länder des Nahen Ostens, daß ihre gegenseitigen Handelsbeziehungen nur schwach entwickelt sind. Lediglich Palästina ist im starken Maße Käufer auf dem syrischen Markt und bis zu einem gewissen Grade auch Verkäufer. Das ist darauf zurückzuführen, daß die Länder des Nahen Ostens im wesentlichen Rohstoffe exportieren, deren Abnehmer die großen Industrieländer sind, bei denen sie auch ihren industriellen Warenbedarf decken. Andererseits ergänzen sie sich auch auf industriellem Gebiet wenig, da sie alle ziemlich gleichartige Industriezweige entwickelt haben, nämlich Leicht- und Konsumgüterindustrien, deren Produkte sie vor der Kon-

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