Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten des projektierten Judenstaates
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 400 (sequence 6)
- Language
- German
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Erzeugung von Pflanzenölen (Sesam, Oliven) fast ausschließlich in arabischen Händen liegt. Das Baumwolleöl dient vor allem als Speiseöl und wird auch in der Margarine- und Seifenindustrie verwertet. Außerdem bilden die Preßrückstände ein wertvolles Viehfutter und Düngemittel. Die Stengel der Baumwollpflanze sind auch als Rohstoffe zur Papierfabrikation geeignet. Anschließend geben wir einen Überblick über den gegenwärtigen palästinensischen Importbedarf an landwirtschaftlichen Produkten (ausschließlich Baumwolle, die im Textilwarenimport enthalten ist), der die gegenwärtigen Produktionsdefizite beleuchtet, die von der Landwirtschaft des projektierten jüdischen Staates bis auf die tropischen Produkte (Kaffee, Tee, Kakao) ganz oder doch wenigstens zum weitaus größten Teile ausgefüllt werden müßten. 1935 1936 In £P Getreide und Mehl......... 489.037 827.643 Hülsenfrüchte, Futtermittel, Saaten . . . 99.099 118.863 Schlachtvieh, Fleischprodukte, Fische . . 920.371 1,017.667 Milchprodukte, Eier ........ 484.520 552.304 Früchte ............ 340.901 379.920 Ölsaaten, Pflanzenöle und Fette . . . 376.291 334.754 Reis.............. 193.204 162.369 Zucker............. 206.829 195.155 Kaffee, Tee, Kakao ........ 130.179 114.469 Andere Nahrungsmittel und Getränke . . 556.078 461.707 Tabak ............. 109.879 99.601 Lebende Tiere........... 94.471 103.129 . 4,000.859 4,367.581 Holz.............. 998.475 541.255 Land- und forstwirtschaftliche Produkte . 4.999.334 4,908.836 Diese Produktionsdefizite beziehen sich heute im wesentlichen auf den Bedarf von j/2 Million Menschen und würden ohne die Lieferungen der arabischen Landwirtschaft für den jüdischen Markt noch erheblich höher sein. Es mag zweifelhaft erscheinen, ob die Ausfüllung aller dieser Produktionslücken und Steigerung des gesamten Produktionsvolumens auf den Bedarf einer dreifach so großen Bevölkerung auf einer so kleinen Fläche nicht nur theoretisch denkbar, sondern auch praktisch möglich ist. Wären auch die eingangs erwähnten Voraussetzungen hinsichtlich der Bewässerungs-, Bodenverhältnisse und verfügbaren Kapitalien gegeben, so ist das vor allem eine Frage der betriebswirtschaftlichen Koordinationsmöglichkeit so verschiedenartiger Produktionszweige auf so enger Fläche und nicht zuletzt auch eine Frage der Produktions-' kosten, die auf einem allgemeinwirtschaftlich erträglichen Niveau gehalten werden müßten. Mag das hier skizzierte Ziel erreichbar, unerreichbar oder teilweise erreichbar sein: Die Bevölkerungskapazität des projektierten jüdischen Staates ist von seiner landwirtschaftlichen Produktionskapazität abhängig. Die Notwendigkeit, die in der Landwirtschaft produzierbaren Rohstoffe im wesentlichen autark zu produzieren, ist für den jüdischen Staat umso dringlicher, als er aller mineralischen Rohstoffvorkommen entblößt ist. Palästina ist an und für sich kein sehr rohstoffreiches Land, obwohl es nicht so rohstoffarm ist, wie vielfach geglaubt wird. Aber alle bekannten mineralischen Rohstoffvorkommen fallen ausnahmslos in das arabische Staatsgebiet. Das von der Palästina-Regierung herausgegebene Blaubuch verzeichnet folgende mineralische Rohstoffvorkommen (ergänzend ist die poli-