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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 358

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Die Fragen der Ernährung in Palästina
Date
1937-07-01
Page
Seite 358 (sequence 8)
Language
German
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abends, wenn es bereits kühler geworden ist, wird dann die warme Hauptmahlzeit genommen. Morgens wäre ein Frühstück aus dunklem Brot, Butter, Orangenmarmelade und Lebben an heißen Tagen als bekömmlich zu empfehlen. Noch einige Vorschläge über Zubereitung und Zutaten. Wenn eine stärkere Betonung der Gemüsekost erfolgen soll, müssen die Gerichte auch schmackhaft mit Erhaltung ihrer Nährwerte zubereitet werden. Die Dämpfbnethode, die sowohl die Fettzugabe überflüssig macht als auch den faden, ausgelaugten Geschmack nach dem Abkochen vermeidet, der dann gern durch Pfeffer übertönt wird, ist vorläufig fast nur in amerikanischen Kreisen zu finden. Dabei ist nichts einfacher als diese Art. Es gibt sehr brauchbare, nicht teure Geräte dafür, z. B. Draluma —, sonst werden gewöhnliche Töpfe mit festem Zargendeckel genommen. Kräuter, Zitrone, Lebben und saure Milch sollen die scharfen Gewürze und das zu reichliche Öl ersetzen, und statt des Zuckers empfehle ich, mehr Honig zu verwenden. Längst ist es für jede Hausfrau selbstverständlich, daß bei allem roh Genossenen vorheriges Abbrühen oder Einlegen in übermangansaures Kali nicht versäumt werden darf, und daß vor dem Genuß unabgekochten Zisternenwassers dringend gewarnt werden muß. Weder die überängsdidhe, noch die allzu large Handhabung bei der Kostzusammenstellung sind angebracht: Nachdenken und vernünftige Vorsicht werden peinliche Störungen zu vermeiden wissen. Mit einer derart eingestellten Ernährung kann man ohne Übergangsschwierigkeiten in Palästina genau so wie in Europa leben. Sie ist nicht kompliziert, sondern will im Gegenteil zur Einfachheit zurückfinden und ist deshalb in gleicher Weise als Kinderkost geeignet. Sie ist der Diätform nicht unähnlich, die als »Schonkost« bezeichnet wird. Man möchte annehmen, daß eine so schlichte Ernährungsform nicht nur in kranken Tagen geübt werden, sondern täglich den Körper »schonen« sollte. V. Volkswirtschaftliche Betrachtungen. Die Gesamtausfuhr aller palästinensischer Waren betrug 1934 . . 3,250.000 £P hiervon entfallen auf Nahrungs- und Genußmittel........ 2,680.000 £P (Die Orangenausfuhr macht 82,3% des Gesamtexports aus!) Diesen Summen stehen eingeführte Waren von insgesamt ..... 15,200.000 £P gegenüber, von denen wiederum auf Nahrungs- und Genußmittel . . . 2,880.000 £P also fast ein Fünftel entfallen. Es ist interessant, sich einzelne Einfuhrgruppen durchzusehen. Es wurden eingeführt1 (in abgerundeten Ziffern) Für Schlachtvieh ....., , , ,......... 684.000 £P Weizen, Weizenmehl........., ,..... 550.000 £P Reis ...................... 193:000 £P Zucker .................... 205.000 £P Butter, Ersatzfette................. 210.000 £P Fische, Fischkonserven und Fleischkonserven....... 237.000 £P Eier ..................... 138.000 £P Kartoffeln . . . . '............... 98.000 £P Ausländische Gemüse, frisches Obst und sonstige Früchte aller Art, Marmeladen und Fruchtsäfte.......... 301.000 £P Genußmittel (Tabak, Alkohol, Kaffee, Tee, Schokolade usw.) . 342.000 £P 1 Aus »Palestine Blue Book«, Hübners »Weltstatistik« 1936, Alijah-Heft des Palästina-Amtes, Berlin 1936.

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