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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 357

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Die Fragen der Ernährung in Palästina
Date
1937-07-01
Page
Seite 357 (sequence 7)
Language
German
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Unter »leichter«, für heißes Klima geeigneter Kost ist zu verstehen, daß Gerichte von Gemüsen, Früchten — im eigenen Saft gedünstet —, Milcherzeugnisse aller Art, Getreideprodukte und Teigwaren im Vordergrund stehen. Das soll nicht unbedingt Ausschaltung, sondern nur eine starke Einschränkung von Fleisch, Eiergerichten und Hülsenfrüchten bedeuten, die ihnen im Kostplan eine untergeordnete Rolle zuweist. Fleischgerichte sind gekocht, beziehungsweise gedünstet auch besser bekömmlich als gebraten. Denn jede Fettzugabe erhöht den säuernden Charakter einer Speise. Auch die stark eiweißhaltigen Nahrungsmittel — wie es Fleisch, Hülsenfrüchte und Eier sind — haben eine solche säuernde Wirkung, auch erzeugen sie besonders viel Wärme im Körper. Sie sind also mehr Nahrungsmittel eines kälteren Klimas; im palästinensischen Winter mögen sie wieder mehr zu ihrem Rechte kommen. Zur vegetarischen Ernährungsform ist zu sagen, daß sie in der heißen Zeit selten zu Stoffwechselstörungen führt, während' dies bei fetter und vorwiegender Fleischkost durchaus möglich, leider auch allzu häufig der Fall ist. Nun sagen manche, daß der Schwerarbeiter unbedingt Fleisch braucht, um sich kräftig und voll arbeitsfähig zu fühlen. Maßgebende Stellen und Ärzte versicherten übereinstimmend, daß dies nach allen gesammelten Erfahrungen für das palästinensische Klima nicht zutreffend sei. Auch hier wird jeweils die Konstitution zu berücksichtigen sein, die zweifellos verschiedenartigen Stoffwechsel einzelner Menschen bedingt; deshalb mögen Ausnahmen gelten. Den Hauptanteil bei der Kostgestaltung werden also Milchprodukte und die kohlehydrathaltige Lebensmittelgruppe der Gemüse, Obst und Getreideerzeugnisse haben. Die Brotfrage erscheint bisher noch ungenügend gelöst. Erst jetzt beginnt man dunkles, unausgemahlenes Brot auf den Markt zu bringen, das vollwertiger und sättigender als helles ist. Vom Schwerarbeiter sollte es ständig gegessen werden. Wenn statt des Weizenbrotes Roggen oder wenigstens eine Halbmischung mit Roggen verbacken würde, so wäre dies eine erhebliche Einfuhrersparnis und außerdem gesund. Bedauerlicherweise gibt es bezüglich des Brotkonsums zu viele Vorurteile. Um die Kost für Siedlungen wie für den städtischen Haushalt sowohl nährwertreicher, in vollem Ausgleich von Fett und Fleisch, als auch sättigender zu machen, und sie außerdem dabei wesentlich zu verbilligen, gibt es ein hochwertiges, Fett und Eiweiß enthaltendes Produkt: aus der asiatischen Sojabohne wird das Sojamehl gewonnen, das keinen säuernden Charakter hat, sondern sogar gegen Übersäuerung angewandt, in Europa seit langem zusätzlich verwendet, in Palästina aber noch wenig eingeführt wird. Bei den volkswirtschaftlichen Betrachtungen werde ich seine Möglichkeiten darstellen. Die Ernährung soll mäßig sein; je schlichter sie gehalten wird, um so weniger Störungen können auftreten. Konserven und Wurstwaren sind auch aus diesem Grunde mit Vorsicht zu genießen. Würzen und Pfeffern der Speisen erzeugt ein noch stärkeres Durstgefühl, als es ohnehin in der Hitze auftritt. Die Trinkfrage wird verschieden beurteilt. Durch den starken Wasserverlust braucht der Körper zweifellos viel ersetzende Flüssigkeit; jedoch scheint das sehr mineralhaltige Wasser die Bildung von Nierensteinen erheblich zu begünstigen. Die Getränke der Wahl sollten deshalb Tee, Miz (frisch ausgepreßte Fruchtsäfte, die sehr billig sind) und Lebben sein. (Nicht »Gasoss«, das durch seinen Köhlensäuregehalt einen Reiz auf die Magenschleimhaut ausübt.) An Chamsimtagen hat man ein unendliches Trinkbedürfnis, dem man auch nachgeben soll, aber nach Möglichkeit mit diesen Getränken. Da der Appetit in der Mittagszeit oft gering ist, beobachtete ich häufig die Umlegung der Mahlzeiten: mittags genießt man nur Kaltes; gerade bei solcher Anordnung bewähren sich die Sauermilch-, Salat- und Obstgerichte;

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