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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
Date
1937-07-01
Page
Seite 349 (sequence 8)
Language
German
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lieh zu beeinflussen. Selbst wenn man nach dem Auslande das Erlesenste versenden sollte, so wird ohne gesetzlich-behördliche Regelung des Exportes durch »Vereinigung« nicht viel geholfen werden. Es gibt in verschiedenen Ländern eine Unzahl von Vorbildern, wie der Absatz von landwirtschaftlichen Produkten durch Organisation der Produzenten und Exporteure uind' durch Mithilfe der Regierung der Absatz geregelt werden kann. Für viele Produkte geschiebt dies z. B. in England, Südafrika, Französisch-Marokko. In letzter Zeit haben bekanntlich auch die Vereinigten Staaten diesen Weg eingeschlagen. In England ist seit 1931 der sogenannte »Marketing Act« in Kraft, wonach Bestimmungen zwecks Regelung des Verkaufs verschiedener landwirtschaftlicher Produkte durchgeführt werden können, wenn zwei Drittel der Produzenten dies wünschen. Für Milch, Kartoffelin usw. wurden in den letzten Jahren in England Bestimmungen zur Regelung der auf den Markt gelangenden Mengen und der Verkaufszeit bei Festsetzung von Minimalpreisen zugunsten der Produzenten eingeführt. In unserem Fall sind in den letzten Wochen verschiedene Vorschläge zur Hebung der Orangenpreise gemacht worden. So wird z. B. geraten, die Regierung zu einem Ausfuhrverbot für Orangen von der Größe von 120 Stück pro Kiste zu bewegen, wie es im Vorjahre für solche von 110 pro Kiste der Fall war. Dieser Vorschlag wurde von den Pflanzern stark angefochten, die behaupten, daß das damalige Verbot der Größe »100« keine Preiserhöhung brachte und daß es Käufer gäbe, die gerade die Größe 120 per Kiste verlangten. Ein anderer Vorschlag zielt auf Beschränkung der nach dem Auslande zu versendenden Quantitäten, durch das Verbot des Exportes von mehr als 75% der Ernte aller Gärten. Die übrigen 25% steilem die isogenannte »Brara« (Abfallfrüchte) und die auf den Exportmärkten unerwünschten Größen dar. Dadurdh würden, so meint man, die Qualität der Exportware gehoben, deren Menge verringert und eine Preiserhöhung erzielt werden. Es ist niaht ausgeschlossen, daß auf diesem Wege gewisse positive Resultate erreicht werden konnten. Jedenfalls ist es klar, daß zur Verwirklichung von diesen und ähnlichen Vorschlägen die Zusammenarbeit aller Interessenten und vor allem der Regierung nötig; ist. Der Eingriff der letzteren ist der wichtigste Faktor. Wenn sich die Produzenten oder ein wichtiger Teil derselben noch so zweckmäßig organisieren, so muß trotzdem die Regierung das Wesentliche durch Exportregelung, Fruchtinspektion, Reform der Verkehrsmittel und des Transportwesens (Landstraßen, Eisenbahn, Häfen) tun. Ferner muß durch Steuererleichterung und Gewährung von Reichsvorzugszöllen in England und durch energische Verhandlungen mit Ländern, die an Handelsbeziehungen mit unserem Lande interessiert sind und trotzdem unseren Fruchtimport beschränken, der Zitrusindüstrie geholfen werden. Es ist klar, daß man auf die Resultate einer solichen Tätigkeit eine Zeitlang wird warten müssen und daß hierzu sehr viel1 Energie und Ausdauer seitens der Produzenten und Exporteure gehört. Die ernste Lage der Branche erfordert aber einen ständigen Druck, ohne den das erwünschte Ziel nie erreicht werden kann. Ferner wäre auch eine Erweiterung der Märkte mögllich. Es besteht kein Zweifel darüber, daß auf den gegenwärtigen Märkten größere Quantitäten verkauft werden könnten als es in dieser Saison der Fall1 war, wenn man den Ruf unserer Orangen wiederherstellt. Auch in Ländern, die mit unseren Früchten noch wenig vertraut sind, können erlesene Orangen verkauft werden. Für Propaganda ist hier ein weites Feld. Der Verbrauch pro Kopf kann rasch vergrößert werden, besonders durch den Beistand der Ärzte, die geneigt sind, den verstärkten Genuß von Orangen zu empfehlen. In den letzten Jahren wurde für unsere Orangen mittels der durch die Regierung von

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