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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 348

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
Date
1937-07-01
Page
Seite 348 (sequence 7)
Language
German
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Der Zustand der Früchte« Angesichts dieser großen Konkurrenz darf die Gefahr nicht übersehen werden, die dem guten Ruf der palästinensischen Zitrusfrucht droht. Anstatt diesen zu wahren, wurde in diesem Jahre jegliche Vorsorge in dieser Hinsicht vernachlässigt. Es mögen hier einige Sätze, die in dem in London erscheinenden »Fruit, Vegetable and Flower Trade's Journal« vom 20. April 1937 zitiert werden, die unter Bezugnahme auf eine sehr wichtige Konferenz, in der über palästinensische Orangen gesprochen wurde, erschienen sind: »Falls die Einwohner Palästinas nicht in nächster Zukunft die Lage verbessern, so werden sie Gefahr laufen, alle Möglichkeiten am englischen Markte zu verlieren. Es fehlt nicht an Konkurrenz, die die Ansprüche des Marktes erfüllen kann. In den Vereinigten Staaten, Südafrika, Argentinien, Brasilien usw. bestehen bereits die entsprechenden Methoden in bezug auf Inspektion, und kein Pflanzer würde es wagen, Früchte in dieser Form zu versenden, wie es aus Palästina der Fall war. Gibt es denn dort keine Institution, die dafür sorgt?« Diese wichtige Frage muß dahin beantwortet werden, daß es wirklich keine Aufsichtsstelle gibt, die in Palästina den Export von Früchten in entsprechender Weise überwachen würde. Zwar besteht eine behördliche Aufsicht über Früchte, die nach dem Auslande gehen. Doch ist diese viel zu ungenügend und erreicht dieselbe nicht ihr Ziel. Die Aufsichtsbeamten standen nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe und es ist sehr zweifelhaft, ob schon in nächster Zeit wesentliche Änderungen in den Inspektionsmethoden werden eingeführt werden, da schwerlich anzunehmen ist, daß die Regierung mit größerem Emst an die Verwirklichung der bestehenden Maßregeln der Exportinspektion der Früchte herantreten wird. Die Überhandnähme der Fäulnis bei den in diesem Jahre aus Palästina nach Europa versendeten Früchten hatte eine natürliche Ursache: die großen Niederschlagsmengen während der Reifezeit. Viele Kisten wnrden mit nassen Früchten verpackt. Die Faulpilze entwickelten sich unterwegs in einem nie geahnten Maßstabe. Ein großes Quantum von Orangen mußte, wie erwähnt, nach Ankunft in England umgepackt, ein Teil der Frucht weggeworfen werden und zu den entstandenen Schäden kamen noch Zusatzspesen für die Umpackung hinzu, die in letzter Linie natürlich den Produzenten belasteten. Gewiß hat man vieles aus der diesjährigen Kalamität gelernt, Pflanzer, Packer und Spediteure werden bestimmte technische Maßnahmen ergreifen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Doch diese Vorsichtsmaßregeln, die an sich notwendig sind, genügen nicht, um in England bessere Preise zu erreichen, insbesondere was Grapefrucht betrifft, deren Angebot, durch viele Länder von Jahr zu Jahr steigen wird. Für Orangen sind die Preisaussichten bessere, falls die an der Hebung der Preise der palästinensischen Orange interessierten Faktoren den Weg oder richtiger, die Wege zu einer gründlichen Reform finden werden. Reformvorschläge» Gegenwärtig wird auf den Pflanzerversammlungen und in der palästinensischen Presse viel über die »Vereinigung« (»Ichud«) der bestehenden jüdischen Genossenschaften und — nach Möglichkeit — auch aller jüdischen Fruchtexporteure gesprochen. Auch die Araber beraten darüber. Man meint, daß eine Übereinkunft aller jüdischen, interessierten Kreise, wenigstens in drei Richtungen möglich ist: Gemeinsamer Ankauf von Packungsmaterialien, gemeinsame Verschiffung und organisierter Fruchtverkauf. Die letztgenannten zwei Maßnahmen — der Ankauf der Pakkungsmaterialien ist überhaupt nicht von großem Belang — sind nicht in solchem Maße durchführbar, um die Preise der palästinensischen Früchte in Europa wesent-

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