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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 347

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
Date
1937-07-01
Page
Seite 347 (sequence 6)
Language
German
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Import aus Palästina aufnahm). Es ist äußerst schwer, neue Märkte zu erobern, doch darf keine Anstrengung gescheut werden, solche für die palästinensischen Früchte zu gewinnen. Der Konsum der Zitrusfrüchte. Der jährliche Verbrauch an Orangen beträgt in den verschiedenen Ländern pro Kopf: Vereinigte Staaten zirka 28 lbs 2, England 25 Ibs, Belgien 17 lbs, Holland 16 lbs, Frankreich, Schweden und Norwegen je zirka 9 lbs, Jugoslawien, Rumänien und Polen zirka 1 Ibs. Der Verbrauch von Grapefrüchten ist um vieles niedriger und erreicht in den Vereinigten Staaten 8 lbs pro Kopf und Jahr, in England 3 lbs. In anderen Ländern ist der Konsum von Grapefrüchten fast gleich Null, eine Tatsache, die man in Palästina völlig außer acht gelassen hat Das Problem des Grapefruchtabsatzes ist ein Kapitel für sich. Es wurde im Lande der Fehler begangen, Grapefrucht in relativ zu großen Mengen anzupflanzen. Eine erfolgreiche Grapefruchtkültur ist jedoch auch in einem heißeren Klima als das unsrige möglich, wogegen die »Jaffa«-Orange (oder »Schamuti«), in tropischen Ländern nicht sehr erfolgreich kultivierbar ist. Andererseits ist die Grapefrucht in bezug auf den Boden nicht so wählerisch wie die Orangen. Die Grapefruchtpreise erlitten heuer einen ungeheuren Sturz. Diese Kultur ist schwer 'bedroht, (besonders da Früchte nach England auch aus Florida, Portorico, Kuba, Jamaika usw. ein-geführt werden. Dabei steigt aber der Verbrauch an Grapefrucht sehr langsam an. Die europäischen Völker gewöhnen sich nur allmählich an diese Frucht und halten keineswegs Schritt mit der Ausbreitung des Konsums in den warmen Ländern. Palästina ist auf keinen Fall Monopolland in bezug auf die Grapefruchtkültur, wie sie es auch nicht in bezug auf die Orange ist, die in schönen, saftigen, wohlriechenden Sorten in vielen Ländern mit ähnlichem Klima gedeihen. Die Konkurrenzverhältnisse. Die gegenwärtige Weltproduktion an Grapefrucht beträgt 25 bis 30 Millionen Kisten. Es liefern hievon: die Vereinigten Staaten 80%, Portorico 4% und Palästina 16%?. In den letzten Jahren wurden in vielen tropischen Ländern neue Grapefruchtpflänzungen vorgenommen und die Weltproduktion wird sehr bald die Ziffer von 60 Millionen Kisten erreichen. Wo sollen die Konsumenten für diese Mengen gefunden werden? Zwar besteht die Möglichkeit, mit Rücksicht auf den im Grapefruchtsaft befindlichen »Narangina« genannten Stoff den Saft dieser Frucht zu konservieren, was bei jenen von Orangen nicht oder nur sehr schwer der Fall ist. Doch kann das Problem des Absatzes der Grapefrucht dadurch nicht im vollen Umfange, und selbst nicht zu einem wesentlichen Prozentsatz gelöst werden. Palästina hat also viele Konkurrenten in bezug auf Grapefrucht. Bei Orangen sind es hauptsächlich Spanien und im geringeren Maße Italien, die Vereinigten Staaten, Südafrika und Brasilien, deren Früchte neuerdings bereits mit unseren auf dem europäischen Markte eine Zeitlang zusammentrafen. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, daß in Zukunft die Konkurrenz viel schärfer sein wird als gegenwärtig. Im Jahre 1940 wird beispielsweise Ägypten 16 Millionen Kisten Mandarinen und 5 Millionen Kisten Orangen auf den Markt bringen. Die dortigen PfUnzer genießen eine Exportprämie von 8 Piaster pro Kiste. In Zukunft besteht eine Konkurrenzgefahr auch seitens der folgenden Länder: Syrien, Algerien, Französisch-Marokko, Tunis, Ägypten und Türkei, die bereits im letzten Jahre 1,150.000 Kisten Zitrusfrüchte (besonders nach Deutschland und Rußland) versendet hatte. 2 1 Üb 453 Gramm.

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