Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1937)
- Article
- Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 346 (sequence 5)
- Language
- German
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In allen Produktionsländern nördlich des Äquators ist die Hauptreifezeit der Orangen zwischen November und April, mit Ausnahme von Florida, wo Zitrusfrüchte vom September bis Juni reifen. In den Ländern südlich des Äquators reifen die Zitrusfrüchte im Sommer unserer Halbkugel und erreichen die europäischen Märkte gleichfalls im Sommer. Kalifornien ist das einzige Land, dessen Früchte das ganze Jahr hindurch auf den Markt versandt werden, obwohl das dortige Klima nicht das ganze Jahr für die Zitruskultur günstig ist. Die kalifornischen Pflanzer erlangten diese Möglichkeit durch eine glückliche Wahl von Zitrusarten und zweckmäßige Aufbewahrung der Früchte. Ungefähr zwei Dritte! der Weltproduktion — 120 Millionen Kisten — verbleiben in den Produktions'Iändern und nur ein Drittel — 60 Millionen Kisten — werden exportiert. In Palästina ist das Verhältnis zwischen Eigenkonsumtion und Export viel ungünstiger; wie erwähnt, wurde in dieser Saison 11 Millionen Kisten ausgeführt, während nur 1^ bis 2 Millionen Kisten im Lande und in Syrien verkauft wurden. Der Eigenverbrauch der Zitrusfrüchte ist also in anderen Produktionsländern um vieles größer als in Palästina. Im Jahre 1926, als die Weltproduktion nur 110 Millionen Kisten betragen hatte, war der Eigenverbrauch in den Produktionsgebieten 80 Millionen Kisten und nur 30 Millionen Kisten wurden exportiert — gegenüber 60 Millionen Kisten, die gegenwärtig auf den Markt geworfen werden. Der Zitrusexport aus den Ländern der Produktion in solche, die mit Rücksicht auf das Klima Zitrus nicht pflanzen können, verdoppelte sich somit im letzten Jahrzehnt. Die Produktion der hauptsächlichsten Länder, die Zitrusfrüchte pflanzen und auch exportieren, ist in runden Ziffern die folgende: Vereinigte Staaten: 60 Millionen Kisten, Spanien: 30 Millionen Kisten, Palästina: 13 Millionen Kisten und Italien 7 Millionen Kisten. Der Export der verschiedenen Länder war im Jahre 1936/37 der folgende: Aus Spanien 20 Millionen Kisten (die spanische Regierung wurde darin von der englischen und französischen unterstützt), aus Italien 7 Millionen Kisten (hauptsächlich Zitronen, da Italien fast keine Orangen auf den Markt schickt), aus den Vereinigten Staaten 2 Millionen, aus Südafrika 2,5 Millionen und aus anderen Ländern insgesamt 7,5 Millionen Kisten. Die Einfuhrländer* Die Hauptmärkte für Zitrusfrüchte sind gegenwärtig: England, Frankreich und Deutschland. Im Jahre 1936/37 importierten diese Länder zirka 50 Millionen Kisten (gegenüber zirka 35 Millionen Kisten in 1930). Mit Rücksicht auf die Bedingungen des Zitrusimportes zerfallen die verschiedenen Länder in folgende Kategorien: 1. Länder, die freien Zitrusimport aus Palästina gewähren: England, Belgien, Holland, Schweiz, Schweden, Norwegen und Finnland. 2. Länder, die den Zitrusimport aus Palästina quotenmäßig begrenzen: Polen, Österreich, Deutschland, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Dänemark, Litauen, Lettland, Jugoslawien, Estland und Bulgarien. 3. Länder mit Einfuhrverbot für Zitrusfrüchte oder mit sehr kleinen Einfuhrquoten: Türkei, Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich (heuer wurde dort nur eine winzige Quote erreicht) und Rußland (heuer wurden bloß 29.000 Kisten aus Palästina importiert). 4. Nichteuropäische Länder, in denen palästinensische Früchte unbekannt sind (wohin jedoch Ausfuhrmöglichkeiten bestehen): Indien, China, ostafrikanische Küste, Kanada (das bereits versuchsweise einen kleinen