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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 344

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
Date
1937-07-01
Page
Seite 344 (sequence 3)
Language
German
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sein soll, muß vorerst auf Grund der im Lande und in anderen Produktionsgebieten der Zitruskultur gesammelten Erfahrungen erkannt werden, an welchen Mißständen die palästinensische Orangenkultur leidet. Doch kann der Erfolg nur dann eintreten, wenn überdies der organisierte Wille aller an der Besserung interessierten Faktoren, der Pflanzer, der Exporteure und der Regierung einsetzt. Wie immer sich die neue palästinensische Verwaltung in nächster Zukunft gestalten wird, sie wird auf jeden Fall ihre bisherige Haltung der Zitruskultur gegenüber von Grund auf zu ändern haben. Es ist fast unglaublich, daß die palästinensische Regierung nach wie vor die Produkte der Zitruskultur mit allerhand Steuern belegt. Hafensteuer, Inspektionssteuer, Importzoll für Packungsmaterialien usw., erreichten im abgelaufenen Jahre den Betrag von zirka 200.000 £. Noch unerträglicher ist es, daß die britische Regierung in der letzten Saison bis April die regulären und da Palästina nicht die Reichsvorzugszölle genießt, von da ab die erhöhten Zölle für die in die englischen Hafenstädte eintreffenden Orangen und Grapefrüchte erhoben und dafür nicht weniger als 400.000 £ eingenommen hat, wie nach unvoreingenommener Abschätzung ermittelt worden ist. Es geht daraus hervor, daß in derselben Zeit, da die Pflanzer Verluste erlitten, die Regierungen in Palästina und in England von der Orangenkultur Palästinas eine Einnahme von 600.000 £ hatten. Keine Erklärungen, Denkschriften, Zeitungsartikel und Interpellationen im englischen Unterhause vermochten die Regierung zu bewegen, die Zitruspflanzer in der Krisenzeit durch Ermäßigung der hohen Steuern und Zölle zü entlasten. Ihre Einwendung ist bekanntlich, daß sie die Zitruspflanzer in Südafrika und Westindien beschützen müsse. Die Entgegnung, daß die Interessen der besagten Länder nicht durch unsere Importe geschädigt werden, da diese nach England in Monaten eintreffen, in denen noch keine Früchte aus jenen Ländern importiert werden, fanden kein Gehör. Dieser Mißstand hoher Regierungseinnahmen von einer Kultur, die vielmehr eines Beistandes bedürftig ist und auf keinen Fall eine übermäßige Belastung verträgt, ist von fortdauernder Auswirkung 1. Transportmißstände* Ein weiteres Übel, dem baldmöglichst gesteuert werden muß — was gleichfalls nicht so leicht sein wird — sind die Transportmißstände. Das Fehlschlagen der Ernteschätzung um 30% im letzten Jahr hat vorerst dazu beigetragen, daß Schiffe nic'ht in einer für den Export genügenden Zahl bereitstanden, und als dann die Spediteure ihren Irrtum eingesehen hatten, standen keine weiteren Schiffe zur Verfügung. Auch die politische Lage im Mittelmeer erschwerte die Bereitstellung der Schiffe zur Versendung der palästinensischen Früchte. Die Zahl der verladenen Kisten überstieg den Tcnnengehalt der Schiffe; es war auch unmöglich, die für die Früchte nötigen Ventilationsvorschriften zu beachten, da die Fahrzeuge für den palästinensischen Zitrustransport überhaupt nicht mit den für den Fruchttran Sport entsprechenden Ventilationsvorrichtungen versehen sind. Die Transportkammern sind zudem zu tief und die infolgedessen zu hoch aufgestapelten Kistenreihen verursachen einen übermäßigen Druck auf die untersten Schichten. Außerdem fahren fast alle Transportschiffe viel zu langsam. Ferner war, mit Ausnahme eines Schiffes, das um das Saisonende probeweise eine Orangenladung von Haifa nach London mitnahm, keines mit Kühlungsanlagen versehen. In dieser Hinsicht steht der Transportbetrieb unserer Früchte weit hinter dem anderer nach Europa liefernder Länder zurück. Doch ist 1 Inzwischen hat die palästinensische Regierung den Orangenpflanzern drei Viertel der rückständigen Bodensteuern erlassen. Anm. d. Red.

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