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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 343

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Zur gegenwärtigen Lage der palästinensischen Zitruswirtschaft
Date
1937-07-01
Page
Seite 343 (sequence 2)
Language
German
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In England waren die Preise für Orangen um zirka 2 Shilling und bei Grapefrucht um zirka 3 Shilling pro Kiste niedriger als im Vorjahr. Am Kontinent waren die Preisunterschiede nicht so groß. Charakteristisch für die letzte Saison waren die kleinen Preisdifferenzen für die verschiedenen Fruchtgrößen. Im Vorjahre schwankte der Durchschnitt der Preise in den Wintermonaten zwischen zirka 8 Shilling pro Kiste für die größten Früchte (100 Stück pro Kiste) und 13 Shilling und darüber für Kisten, die 200 bis 240 Stück enthielten. Im letzten Winter bewegten sich die englischen Preise zwischen 7 Shilling für die Größe von 120 pro Kiste (größere Früchte wurden in diesem Jahre nicrit zum Export zugelassen) und 10 Shilling für die kleinsten und edelsten Früchte. Für Grapefrucht, die im Vorjahre Preise zwischen 9 und 16 Shilling erzielte, wurden heuer in England mit 7 bis 9 Shilling pro Kiste bezahlt, und zwar ohne beträchtliche Unterschiede hinsichtiich der verschiedenen Größen. Dieser Preisfall der Zitrusfrüchte wurde durch zwei Umstände herbeigeführt: die Überflutung der englischen Markte mit spanischen Orangen, die zu jedem Preis losgeschlagen wurden und der verfaulte Zustand eines großen Teils der palästinensischen Früchte bei der Ankunft in England. Ein großer Teil davon mußte vernichtet, ein Teil umgepackt werden. All dies verursachte sowohl einen Preissturz, als auch Unkosten, die vom Erlös der verkauften Frucht abgezogen werden mußten. Auf dem englischen Markte, der 71*% des gesamten palästinensischen Zitrusexportes aufgenommen hatte (6,5 Millionen Kisten Orangen), verloren die Produzenten zirka 300.000 £ und an den 1,1 Millionen der dort verkauften Kisten Grapefrucht zirka 100.000 £. Insgesamt verloren also die palästinensischen Orangenpflanzer in England rund1 400.000 £. Im Vergleiche mit England ergaben die Verkäufe in den anderen europäischen Ländern günstigere Resultate. In Holland, Polen, Belgien, Rumänien, in der Tschechoslowakei usw. wurde ein Reingewinn von zirka 350.000 £ an 3 Millionen Kisten Orangen und 1 Million Kisten Grapefrucht erzielt. Nach dieser Veranschlagung konnten die palästinensischen Orangenpflanzer (Araber und Juden) insgesamt einen Reingewinn von höchstens 50.000 £ erzielt haben, dies an einer Produktion, deren Gesamtwert 3 Millionen Pfund betrug. In Wirklichkeit ist aber dieser kleine Reingewinn gar nicht vorhanden, wenn man eine genaue Einrechnung des in der Zitruskültur investierten Kapitals aufstellt. Auf jeden Fall verblieb in diesem Jahre der Mehrzahl der Orangenpflanzer gar kein Überschuß für Existenz und laufende Betriebskosten. Und was die Hauptsache ist, die Aussichten für die kommende Saison und für die kommenden Jahre sind sehr schlecht, falls keine gründlichen Änderungen in den Marktverhältnissen eintreten und keine Lösungen für die verschiedenen in dieser Branche bestehenden Schwierigkeiten gefunden werden. . Die Frage der Reformen. Eine Besserung kann nur nach und nach eintreten, auf jeden Fall nicht so rasch, wie der Preissturz gekommen ist. Selbst unter den günstigsten Umständen ist es unmöglich, in der kurzen Frist, die noch bis zur nächsten Exportsaison verbleibt, die in diesem Wirtschaftszweig entstandenen Mißstände zu beseitigen. Doch kann man andererseits auch nicht, wie vor kurzem vorgeschlagen wurde, einen »Fünfjahresplan« hiefür entwerfen. Bis zum nächsten Winter muß alles, was sich sofort ändern läßt, verbessert werden, und zugleich muß ohne Zeitverlust der Weg der Regulierung und der Organisation beschritten werden, um im Laufe von zwei bis drei Jahren die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Um die zur Bekämpfung der Krise nötigen Maßnahmen zu ermitteln, ferner um festzustellen, wer den Kampf fuhren und mit welchen Mitteln man für ihn gerüstet

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