Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Bau- und Wohnungswirtschaft in Palästina 1936/37
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 303 (sequence 4)
- Language
- German
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Grundstückpreise» Der Umsatz, Kauf und Verkauf städtischer Bauparzeilen ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 60% zurückgegangen, die Preise aber haben, von wenigen Zwangsverkäufen abgesehen, kaum mehr als 5 bis 10% gegenüber der Zeit vor den Unruhen nachgegeben. Geldmarkt: Der allgemeine Zinsfuß guter erster Hypotheken unter Berücksichtigung von Auszahlung, Damnum, Disagio usw. lag im Tabelle G. April 1934 etwa 8l/2 bis. 9%, April 1935 etwa 8l/2 bis 8%%, März 1936 etwa 8l/2 bis 9%, April 1937 etwa 7% bis 814%, das heißt die Hypotheken, die 1934/35 teuer wrarent im Jahre 1936 sogar kaum erhältlich waren, sind erheblich billiger geworden. Wie der Verfasser bereits im Heft 6, Jahrgang 1936 dieser Zeitschrift hinwies, waren die teuren Mieten vor allem in den hohen Hypothekenzinsen begründet. Wenn jetzt, durch die geringere Bautätigkeit sich diese verbilligen, dürfte trotz geringerer Mieterträge das Bauen für den Privatmann rentabel bleiben, was im Interesse der palästinensischen Wirtschaft, die mehr als die Volkswirtschaft jedes anderen Landes auf die Bauwirtschaft angewiesen ist, zu wünschen ist. Hier kann den Leitungen mancher jüdisch-offiziellen Stellen ein zu geringes Verständnis für diese Fragen nicht abgesprochen werden. Der Verfasser hat — als Leiter einer der größeren Tel-Aviver Bauunternehmungen oftmals versucht, die Haavara zu bewegen, die Transferhypotheken, die ein wichtiges Hilfsglied in der zusätzlichen Finanzierung von Bauten darstellten, großzügiger zu gewähren. Der pedantisch formale Standpunkt der Haavara, auf übertriebenen Bedenken und falscher Rücksicht fußend, hat manches Bauprojekt im Keime erstickt. Heute, wo der Transfer kaum noch eine Rolle in der Zusatzfinanzierung spielen kann, lohnt es nicht mehr, an die Haavara Forderungen zu stellen, denn die Gruppe der Baustoffe, die noch aus Deutschland exportiert werden dürfen, hat sich von Monat zu Monat verengt. Eisen in verarbeiteter und roher Form, Buntmetalle (Kupfer, Messing, Bronze, Nickel), Leichtmetalle (Aluminium, Silumin), Rohre, Guß- und Emailartikel können nicht mehr bezogen werden. So kann es auch gleichgültig bleiben, wenn die Haavara für die Transferhypotheken 8% Zinsen fordert, denn im Rahmen der Gesamtbaufinanzierung stellen die Transferhypotheken nur einen Anteil von 14% dar. Rentabilität des Hausbaues» Über dieses Thema hat der Verfasser seit dem Jahre 1933 (Nr. 64, »Jüdische Rundschau« vom 11. August 1933) jährlich genaue Untersuchungen veröffentlicht. Bei Berücksichtigung der Preise für Gelände, der Baukosten und der Mieten brachte der Hausbau folgende Verzinsungen: Tabelle H. Kapitalverzinsung 1933 (siehe Nr. 64, »Jüdische Rundschau«)........... 12,6% 1934 ( „ Nr. 6, 1934, »Palästinische Nachrichten«, Berlin) .... 11% 1935 ( „ Nr. 4, »Palästina«, Wien)............ 10% 1936 ( „ Nr. 6, »Palästina«, Wien)............9% 1937 (unter Berücksichtigung der gleichen Grundlagen) maximal . . . 7% Im Jahre 1937 bringt also ein Renditenhaus teilweise weniger Zinsen als die Anlage in ersten Hypotheken (Tabelle G). Heute muß auch der Hausbesitz die Möglichkeit des Leerstehens von Wohnungen als neuen Unzuverlässigkeitsfaktor in Rechnung stellen.