Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Bau- und Wohnungswirtschaft in Palästina 1936/37
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 304 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
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Durch ein so vergrößertes Angebot sind die Hypothekenzinsen ein wenig gefallen, und es ist im Interesse der Bauwirtschaft und einer gesunden Mietenpolitik zu hoffen, daß die offiziellen Institutionen die Verbilligung der Hypothekengelder in die Wege leiten, um hierdurch die Wohnbautätigkeit weiterhin anzuregen. In Europa bringt der Pfandbrief 3%, gute erste Hypotheken kosten 4 bis 4J^%, und der Hausbau bringt im allgemeinen 6% Geld. In Palästina sind heute die entsprechenden Sätze: Tabelle I. Pfandbrief 1. Hypothek Zinshaus Europa....... . 3% 4 bis 4J^% 6% Palästina........5,2% 7H bis 834% &/i bis 7]/2% Wir sehen, daß die Zinsen in Palästina zu hoch sind, während in den Banken große Kapitalien liegen. Die im Vorjahre hier geforderte Zinsermäßigung — insbesondere der 8% Transferhypotheken — ist nicht beachtet worden. Mögen diesmal die verantwortlichen Stellen einsehen, daß die teure Geldpolitik eine Gefährdung und Beschränkung der Bauwirtschaft und damit der Gesamtwirtschaft des Landes bedeutet. Gerade in dieser Zeitschrift, die »für den Aufbau Palästinas« wirbt, ist der Artikel in der Hoffnung veröffentlicht, die Bauwirtschaft und damit den Aufbau des Landes zu fördern. Englische Schiffahrt und Palästina Von Dr, Wilhelm Lecker, Haifa. Bekanntlich nimmt England im Außenhandel Palästinas eine besondere Stellung ein. Englische Fabrikate stehen in der Importstatistik Palästinas mit 20% des Gesamtimports an erster Stelle. Andererseits finden palästinensische Produkte auf dem englaschen Markt Absatz, und zwar in dem bedeutenden Verhältnis von zirka 55% des gesamten Ausfuhrwertes, darunter die palästinensischen Zitrusfrüchte zu 70%. Man ersieht daraus, welche Bedeutung England für den Außenhandel Palästinas besitzt. Es ist daher in diesem Zusammenhange besonders interessant, auf die Stellung der englischen Schiffahrt hinsichtlich Palästinas etwas näher einzugehen. Drei große englische Linien, die Prince Line, die Moss Hutchison Line und die Ellerman Lines versehen den regelmäßigen Dienst England—Palästina für Warentransporte. Während in Jaffa die Agentur der beiden letzteren Linien der jüdischen Orangenkooperative »Pardess« anvertraut ist, und die Prince Line in Jaffa eine eigene Vertretung besitzt, sind in Haifa diese drei Linien in einer Agentur, der Haifa Shipping Agency, zusammengeschlossen, die unter einer rein englischen Leitung steht. Mit dem von Jahr zu Jahr ansteigenden Import und Export mußte natürlicherweise auch die Frachttonnage der Schiffahrt steigen. Nachstehende Tabelle zeigt dies deutlich. Insgesamt: Jahr Ein- und Ausfuhr- Anteil Prozente tonnag e Großbritanniens 1933 .... 918.727 125.284 13,6 1934 .... 1,296.900 215.855* 16,6 1935 .... 1,500.077 189.380 12,6 1936 .... 1,202.238 106.141 8,8 Der englische Anteil weist einen starken Rückgang auf. In der nachfolgenden detaillierten Zusammenstellung kommt diese Tendenz besonders deutlich zum Ausdruck.