Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes östlich von Lydda
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 299 (sequence 8)
- Language
- German
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- Lod 2× ep/1045074
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ten über weite Gebiete große Mengen der Gerölle, aus, die zum Teil von weither kamen. In der Alluvial-Periode, die darauf folgte, wurden diese Bildungen größtenteils mit Sand und Lehm bedeckt. Trotz dieser Bedeckung verwitterten die Gerölle zu mächtigen Bodenschichten, was auch heute noch vor sich geht. Da das Geröllmaterial turoner und cenomaner Entstehung ist, gleichen die diluvialen Böden in gewissem Maße denen des Turon-Cenoman: sie sind schwerer und reicher an Ton als die Senon-Böden. Deswegen erfreut sich die Gegend um Lydda und Ramleh der weiten Ölbaumhaine und gleicht hiemit dem judäischen und samaritanischen Bergland (wie die Ölbaumhaine von Ain Kerem, westlich Jerusalem oder die von Sichern). Die Kolonie Ben Schemen hat fast nur Senon-Böden. Das Jugenddorf steht in seinem Ostteil auf Senon-Schichten und auf Resten diesem gleichwertigen Eozäns, im Westen dagegen besteht der Boden des Jugenddorfes aus einer dünnen Schicht von Diluvium (Gerölle) und Alluvium (rötlicher Sand mit Lehm). Da aber das nahe Senon eine Tonanreicherung verhindert, ist auch der tiefgründige Boden hier leichter als in der Gegend um Lydda. Wahrscheinlich ist dies der Grund für das Mißglücken der Anpflanzung von Ölbaumkulturen auf den Böden Ben Schemens. Schwere diluviale Böden, die aus den Ablagerungen des Wadi Natuf (= nördliches Wadi Sarar) entstanden sind, breiten sich in großer Mächtigkeit auf der Nordseite dieses Wadi aus, im Westen des Dorfes Beit Nabala und im Süden von Deir Tarif. Nur im Westen des Gebietes finden sich leichte Sandböden, die aus Sandstein oder einzelnen Dünen entstanden sind. In den großen Wadis, die auch den früheren Flüßen entsprechen, erstrecken sich die Sande weit nach Osten und dadurch entstanden auf begrenzten Flächen rote Sandböden. F. Praktische Schlußfolgerungen. Das behandelte Gebiet hat eine günstige Verkehrslage. Sein Westteil erstreckt sich längs jenes wichtigen Verkehrsweges, der seit alten Zeiten als die »Via Maris« (Meeresstraße) berühmt ist. Heute verläuft hier die Eisenbahnlinie fast längs der ganzen Küste Palästinas. Ferner läuft hier eine Verbindungsstraße zur Straße Tel Aviv—Haifa. Im Süden unseres Gebietes liegt die Straße Tel Aviv—Jerusalem. Die ausgezeichneten Verkehrsverhältnisse und die Nähe großer und wachsender Siedlungen ließen hier zahlreiche Steinbrüche und besonders mechanische Schotterproduktion entstehen, die für Haus- und Straßenbau Steine lieferten. An und für sich zeichnet sich dieses Gebiet, außer für Kalkbrennerei, Gesteinschotter und Mehl für Betonbauten, nicht durch besonders gutes Gesteinsmaterial aus. Die meisten Schichten sind ziemlich klüftig und die anderen von zu geringer Mächtigkeit, so daß man nicht überall einen modernen und rationellen Steinbruchbetrieb eröffnen kann, der mächtige, ungeklüftete Schichten fordert. Unser Fall bietet ein schönes Beispiel für den Einfluß der Verkehrsbedingungen auf die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Größere Steinbrüche finden sich bei den Dörfern Deir Tarif, Beit Nabala, Innaba. In den letzten Jahren kommt noch die sehr verbreitete mechanische Schotterproduktion dazu. Der wichtigste Abnehmer war bis zu den letzten Unruhen Tel Aviv und die großen Kolonien in dessen Nähe. Die Juden haben in dieser Gegend keinen Anteil an dieser Industrie, nur im Norden unseres Gebietes — bei Migdal Zedek (= Majdal Yaba), wo die Qualität des Steines etwas besser ist, befinden sich große jüdische Steinbrüche, Schotterproduktiton und Kalkbrennereien. Gute Verbindung und Marktnähe ist ebenso wichtig für die landwirtschaftlichen Produkte des Gebietes. Jedoch wird derzeit hier eine durchaus extensive Landwirtschaft betrieben. Nur die beiden Kolonien von Ben Schemen und die westlichen Böden von Deir Tarif und Innaba werden einigermaßen intensiv bewirtschaftet.