Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes östlich von Lydda
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 298 (sequence 7)
- Language
- German
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aufspeichern könnten. Ihr Einfluß beginnt erst bei der Stadt Lydda und westlich davon. Nur im Tal v von Wadi Natuf {= Sarar), das aus mächtigen Konglomeraten des früheren Flußes besteht, konnten in geringer Tiefe beschränkte Wassermengen erschlossen werden. Die vielen Zisternen im Gebirge beweisen, daß die früheren Bewohner sich das benötigte Wasser durch Speicherung von Regenwasser verschafften. Auch heute sind in den meisten arabischen Dörfern noch die alten, wohlerhaltenen Zisternen in Gebrauch, dde, wenn notwendig, ausgebessert wurden. Diese Zisternen können nicht soviel Wasser liefern, wie es die moderne Landwirtschaft braucht. Für große Staubecken könnten die bergigen Teile unseres Gebietes in Frage kommen. E. Das Gebiet vom landwirtschaftlichen Gesichtspunkt aus betrachtet. Die morphologische und geologische Gliederung erleichtert wesentlich eine allgemeine Skizzierung der Bodenverhältnisse. Wie wir in unserem früheren Aufsatz ausführten, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Boden und dem Gestein, aus dem er hervorgeht. Die Verbreitung der Bodenarten entspricht in großen Zügen dem geologischen Bau. Jedoch fallen die Grenzen nicht genau zusammen; teils weil eine Gegend, die aus dem Gestein einer bestimmten Formation besteht, recht verschiedene Bedingungen aufweisen kann; vor allem aber deswegen, weil die Böden nicht am Orte ihrer Entstehung bleiben, sondern unter dem Einfluß des Bodengefälles, der oberflächlichen oder Untergrund-Drainage, der Windrichtung usw., ihren Ort verändern. Trotzdem läßt sich der Zusammenhang zwischen geologischem Bau und Bodenverteilung fast immer verfolgen. Im Gebiet der Cenoman-Schichten findet sich ein schwerer oder ziemlich schwerer Boden, braun-rötlich, fett, kompakt, wenig porös, der deshalb nur schwer Wasser auf saugt. Dieser Boden ist reich an Ton und Eisenbestandteilen. Um ihn etwas leichte: zu machen, benützen die Araber Kreidekalk des Senon aus der Umgebung, den sie i: den Olivenhainen auf der Oberfläche anhäufen. Die Turon-Gesteine bilden einen Boden, der dem des Cenoman gleicht; er ist etwa: leichter, da er ärmer an Ton ist. Dagegen ist er reicher an Kieselsäure und auc poröser. Die Cenoman- und Turon-Böden tragen Ölbaumhaine und auch andere Baumkulturen — wie Feigen und Johannisbrotbäume. Ganz anderer Art sind die Senon-Böden: ihre Farbe ist hell, gelblich-weiß, sie sin : mineralarm, nicht tonig, folglich porös und Wasser aufnahmefähig. Gerade diese Pc rosität veranlaßt, daß die wenigen Mineralien, die der Boden enthält, allmählich for - gespült werden und dagegen kalkige Lösungen aufsteigen und sich an der Oberfläcb anreichern (»Nari«), Die Senon-Böden gehören im allgemeinen zu den armen Bode : des Landes. Die Eozän-Böden sind nur in den Bergen von Emmaus von Bedeutung. In den unteren Teilen dieser Berge finden sich leichte, helle Böden, die ton- und kieselsäurean; sind und den Senon-Böden ähneln. In den höheren Teilen dieser Berge werden di: Böden kieselsäurereicher und damit den Turon-Böden ähnlich. Dies habe ich imeinem Aufsatz über das Gebiet von Hartuv—Hulda eingehender erörtert. Die Miozän- und Pliozän-Schichten sind wegen ihrer geringen Verbreitung oder ihrer Überdeckung durch andere Formationen für die Bodenbildung bedeutungslos Ganz im Gegenteil das Diluvium und Alluvium. Die diluvialen Böden sind aus den über weite Flächen ausgebreiteten Gerollen entstanden. Wie bekannt, waren die Regen in Palästina während der diluvialen Epoche viel stärker als heute, die Bäche schwollen an, strömten kräftig dahin und bereite-