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Palästina · 1937-06-01 · Heft 6 (Juni 1937) · p. Seite 300

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 6 (Juni 1937)
Article
Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes östlich von Lydda
Date
1937-06-01
Page
Seite 300 (sequence 9)
Language
German
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Wir haben im vorigen Abschnitt gesehen, daß die meisten Böden des Gebietes schwer und halbschwer und die leichten, sandigen Böden weniger zahlreich sind. Das bestimmt im allgemeinen den Charakter der landwirtschaftlichen Kultur in unserem Gebiete. Im "Westen des Gebietes, das eine Diluvial- und Alluvial-Decke trägt, sind alle Böden für landwirtschaftliche Nutzung geeignet. Von den Senon-Gebieten eignet sich ein Teil der Hügel nicht zur rationellen Felderanlage und sogar schwerlich zur Obstbaumkultur. Hierzu gehören zum Teil die Waldgebiete von Ben Schemen. Auch im Turon-Gebiete ist ein Teil der Hügel ziemlich felsig und daher für eine rentable Bewirtschaftung wenig geeignet. Im Cenoman dagegen sind derartige Flächen gering. In praktischer Hinsicht ist die Wasserfrage viel wichtiger. Im Cenoman hat man gewisse Hoffnungen Wasser zu finden. Schwierig dagegen ist die Wasserfrage im Turon wegen der Qualität des Wassers. Auf jeden Fall erscheint es nicht rationell, hier Zitruskulturen anzulegen. Ein kleiner Pardess (= Zitrusplantage) findet sich im Jugenddorf; größere Flächen haben arabische Unternehmer südöstlich von Lydda und westlich von Deir Tarif angepflanzt. Es steht zu befürchten, daß diese Anlagen in den meisten Fällen mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und zum Teil scheitern werden. Dagegen ist anzunehmen, daß anderen Bewässerungskulturen keine besonderen Schwierigkeiten entgegenstehen, außer in jenen wenigen Fällen, wo die Salzanreicherung im Wasser für den Boden überhaupt schädlich wird. Jedenfalls müssen diese Fragen noch fachmännisch untersucht werden. Wie wir darlegten, ist im allgemeinen ausreichend und beständig Wasser vorhanden, was einige Teile des Gebietes für intensive Landwirtschaft geeignet macht. Es zeigt sich also, daß unser Gebiet größere landwirtschaftliche Möglichkeiten in sich birgt. Es ist zwar richtig, daß manche der physikalischen Bedingungen nicht hervorragend sind, aber nur wenige Gebiete entsprechen ja allen Anforderungen. Manche dieser Mängel werden durch die ausgezeichnete verkehrsgeographische Lage aufgewogen. Bau- und Wohnungswirtschaft in Palästina 1936/1937 Von Dr* Ing« Hans Jacobowitz, Tel Aviv. Seit Beginn der Unruhen ist mehr als ein Jahr verflossen, und es dürfte lehrreich sein, die Entwicklung der Bauwirtschaft, dieses wichtigsten Zweiges der palästinensischen Industrie, während der schicksalsschweren Krisenzeit zu verfolgen, denn gerade die private Bauwirtschaft — und mehr als drei Viertel der Investitionen im Bauwesen sind private Kapitalien, die für den Bau von Zinshäusern verwendet werden — ist js ein Barometer der palästinensischen Konjunktur. Allgemeiner Überblick: Bekanntlich erlebte die Bautätigkeit seit dem Einsetzen der großen Einwanderungswelle vom Frühjahr 1933 eine ständige Aufwärtsbewegung, die erst durch die sogenannte »Abessinienkrise« (November 1935) abgestoppt wurde. Zur Veranschaulichung seien die Investitionen im Bauwesen für die Jahre 1933 bis 1935 wiedergegeben.

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