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Palästina · 1937-06-01 · Heft 6 (Juni 1937) · p. Seite 297

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 6 (Juni 1937)
Article
Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes östlich von Lydda
Date
1937-06-01
Page
Seite 297 (sequence 6)
Language
German
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Die Wasserhorizonte der verschiedenen Formationen Palästinas hat Dr. L. Picard besprochen 2, weshalb diese Frage hier nicht allgemein aufgerollt zu werden braucht. 1. Die C e n o m a n -Schichten bilden in unserem Gebiet keine Quellen von größerer Ergiebigkeit. Dies beweist aber noch nicht, daß diese Schichten hier nicht erheblich größere Wassermengen liefern könnten, als die bisherigen Brunnen es tun, denn das Cenoman enthält in anderen Teilen des Landes auch sehr wasserreiche Brunnen. Für unser Gebiet läßt sich vorläufig mangels genügender Untersuchungen noch kein Urteil hierüber fällen. 2. Auch das Turon ist in unserem Gebiet nicht sehr quellenreich, obwohl dieser Horizont reiche Wasservorräte enthält, weshalb aus ihm viele, ertragreiche Brunnen gespeist wurden. Hinzu kommt, daß mit Annäherung an das Senon die Wassermengen zunehmen, sogar noch dann, wenn an der Bohrstelle das Turon von senonen Schichten überlagert wird. Der Grund hierfür ist, daß in der Nähe des Senons die Turon-Schichten vollständig erhalten, also auch erheblich mächtiger sind und infolgedessen größere Wassermengen aufspeichern können. Der größte Teil der Brunnen in der Gegend von Innaba, Jimzu, Daniel, Ben Schemen, Haditha, Beit Nabala erhält sein Wasser aus den Turon-Schichten. Die Wassermenge ist durchschnittlich 40 m3 in der Stunde, doch gibt es auch Brunnen, die 60 und sogar 80 m3 in der Stunde liefern. Leider ist jedoch das Wasser dieses Gebietes nicht immer von der besten Qualität: es ist häufig reich an Salzen, besonders Chlor-(Kochsalz-) und Schwefel-Verbindungen. Das Wasser mancher Brunnen kann unter gewissen Vorsichtsmaßnahmen noch zur Bewässerung benutzt werden, aber es gibt auch Brunnen, deren Wasser man besser nicht benutzt. Anscheinend sind die Brunnen im Westen unseres Gebietes — so zwischen Ramleh und Innaba und westlich Deir Tarif — besonders salzreich. Sie enthalten meist nicht weniger als 200 mg Chlor pro Liter, stellenweise sogar über 400, in welchem Falle das Wasser dann für ständige Bewässerung ungeeignet ist. Was ist der Grund dieser Versalzung? — Diese Frage läßt sich noch nicht gänzich beantworten, jedoch ist eines absolut klar: die Versalzung steht in keiner Beziehung;ur Nähe der Mittelmeerküste, sondern hängt von der Natur der Schichten selbst ab. Im allgemeinen findet sich in Turon-Schichten Wasser. Das heißt jedoch keineswegs, -laß jede Bohrung, die den Turonhorizont erreicht, Wasser liefern muß. Durch eine Intersuchung des Schichtenbaues kann man in den meisten Fällen die für eine Wasser- ■ohrung günstigen Punkte angeben. In gewissem Sinne kann man auch begründete Voraussagen über die Qualität des Wassers (Salzgehalt) machen. Es ist verständlich, laß eine geologische Untersuchung, die sich auf eine genaue Kontrolle einer größeren Anzahl von Bohrungen stützt, mehr Klarheit in der Frage der zu erwartenden Mengen nd besonders der Qualität geben kann. 3. Die Senon -Schichten, welche im allgemeinen nur selten und geringe Quantitäten Wasser geben, stellen in unserem Gebiet keinen Wasserhorizont dar, da sie nur enig verbreitet und größtenteils stark abgetragen sind. 4. Noch stärker sind die Eozän -Schichten abgetragen. Nur in dem Dreieck -wischen Bab el Wad, Latrun und Yalo (= Ayaion) bilden sie die Berge von Emmaus. vVie bereits erwähnt, liegen auf diesen Bergen noch Konglomerate jüngerer Perioden ■ nd man .kann annehmen, daß ihnen verschiedene Quellen und Brunnen, die das ganze jähr Wasser liefern, ihre Existenz verdanken (Emmaus, Yalo, Deir Ejub). 5. Pliozän und Diluvium, hydrologisch so wichtig für die Küstenebene, sind unserem Gebiet von zu geringer Verbreitung, als daß sie größere Wassermengen 2 Das Wasserproblem Palästinas. »Palästina« 1935, Nr. 3.

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