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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 252

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-05-01
Page
Seite 252 (sequence 4)
Language
German
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erschienen Preteste in der palästinensischen Presse und es stellte sich heraus, daß tatsächlich in der endgültigen Fassung der Denkschrift die erwähnten Gedanken nicht vorhanden waren (siehe Berichtigung »Palästina«, Seite 111). Hier handelt es sich nicht um Äußerlichkeiten, sondern um ein Kernproblem, das bis zum heutigen Tage in aller Schärfe fortbesteht. Die Jewish Agency wäre nach unserer Meinung berufen gewesen, der Peel - Kommission mitzuteilen, wie sie sich die Gestaltung der politischen Verhältnisse vorstellt; hat sie darauf verzichtet, dann ist nicht zu verwundern, wenn die Kommission nunmehr ihre eigenen W e g e geht. In derselben Situation befinden wir uns heute. Auf das Bekanntwerden der angeblichen Pläne der Kommission hat das Aktionskomitee mit einem Beschluß reagiert, in dem in ähnlicher Weise, wie dies bisher jeder Zionistenkongreß tat, die Mandatarmacht an ihre Pflichten aus dem Mandat erinnert wird. Das Aktionskomitee versichert, eine entschiedene Durchführung des Mandates sei der beste Weg zur Sicherung des Friedens in Palästina. Die Kommission könnte dem entgegenhalten, daß nach der Aussage der Araber gerade das Mandat es ist, das den Frieden in Palästina stört; und auf diese Weise gerät England wieder in die Rolle des Schiedsrichters, der zwischen zwei genau entgegengesetzten Thesen entscheiden muß. Alle diese Diskussionen, Resolutionen, Proteste haben bisher nur die Bedeutung von Vorpostengefechten. Die eigentliche Entscheidung und der politische Kampf wird erst entbrennen, wenn der Bericht und das neue Regierungsprogramm vorliegen. Die Hoffnung, durch gemeinsame jüdische-arabische Aktion und durch Bereitschaft zu einem künftigen gemeinsamen Aufbau des Landes eine Teilung zu verhüten, ist gering. So ist anzunehmen, daß der Zionistenkongreß, der Anfang August in Basel zusammentritt, einer Fragestellung gegenüberstehen wird, die eigentlich niemand im Zionismus erwartet hatte. Angesichts dieser Tatsache ist begreiflich, daß alle Möglichkeiten einer Erörterung in Betracht gezogen werden. Zu den Garanten des Palästina-Mandates gehören außer den Mitgliedern des Völkerbundes auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Idee, die Unterstützung der amerikanischen Regierung zu erlangen, liegt um so näher, als Amerika auch die größte Judensiedlung der heutigen Welt umfaßt. Ein Vorschlag, den nächsten Kongreß in Washington abzuhalten, ist bisher noch nicht in Erwägung gezogen worden, aber der zugrunde liegende Gedanke verdient Beachtung. Schon zu Beginn des Jahres 1937 sollte Dr. Weizmann zur Unterstützung der Geldaufbringung für Palästina nach Amerika fahren. Er unterließ die Reise, und man scheint in Londoner Regierungskreisen nicht unangenehm vermerkt zu haben, daß Weizmann es vermied, sich in Washington eine politische Rückenstärkung zu holen. Heute aber drängen die amerikanischen Zionisten, die Macht der Judenheit Amerikas in die Waagschale zu werfen. Dies erinnert jedenfalls daran, daß bis zu einer endgültigen Entscheidung wohl noch andere Faktoren mitzureden haben werden. Um so wichtiger ist es, daß die Jewish Agency auch innerlich den großen Aufgaben gewachsen ist. Manches ist durch die Routine und durch das Überwuchern des Parteiensystems unlebendig geworden, oft werden Persönlichkeiten und Köpfe ausgeschaltet, weil sie keine Parteien hinter sich haben. Während früher nur die Flügel parteimäßig organisiert waren und die sogenannten »Allgemeinen Zionisten« die repräsentativen Persönlichkeiten der Bewegung stellten, sind jetzt auch die Allgemeinen zu einer Partei geworden. In einer Bewegung wie der zionistischen darf aber nicht bloß der Parteiapparat regieren, da sonst das Niveau unvermeidlich sinken

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