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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 253

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-05-01
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
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muß. Es ist ein Paradox, daß unter den heutigen Umständen innerhalb des Zionismus keine Gruppe da ist, die die Möglichkeit hätte, eigenständige Persönlichkeiten durchzusetzen, und daß die sogenannten Nichtzionisten es sind, die sich dieser Aufgabe annehmen. Ende März haben in London Sitzungen stattgefunden, an denen sich auch die Vertreter des nichtzionistischen Teiles der Jewish Agency beteiligten. Wie man hört, haben diese die Forderung erhoben, daß in Zukunft alle Instanzen, also auch die Exekutive, strikt nach dem vereinbarten Prinzip Fifty-fifty zusammengesetzt werden. Die Nichtzionisten wollen in den führenden Gremien unabhängige Persönlichkeiten delegieren, die keineswegs »Nichtzionisten« zu sein brauchen, die aber nicht von einer bestimmten zionistischen Gruppe parteimäßig abhängen. Auf diese Weise glaubt man, führende Köpfe in die Exekutive bekommen zu können und sie innerlich etwas aufzufrischen. Das wäre bitter nötig, und es wäre zu wünschen, daß die Zionisten eine solche Anregung freudig aufnehmen. Dies zu erwarten ist aber eine Utopie, denn eine auf dem Parteiwesen aufgebaute Organisation wünscht keine Durchbrechung des rein quantitativen Systems. Das hat nichts mit Zionismus und Nidhtzionismus zu tun, es ist einfach überall in der Welt so, und solchen aligemeinen Gesetzen kann sich auch der Zionismus nicht entziehen. Aber schon daß die Frage aufgetaucht ist, kann zu fruchtbarem Weiterdenken führen, zumal wenn man mit der Möglichkeit rechnen muß, daß der Jewish Agency durch die plötzliche so unverhofft schnelle Erfüllung der Judenstaats-Träume in Gestalt eines jüdischen Dominions weit umfangreichere und! schwierigere Verwaltungsaufgaben zufallen können als bisher. WIRTSCHAFT. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv. Der palästinensische Wertpapier- und Kapitalmarkt. Von den auf dem Londoner Markt placierten und gehandelten Wertpapieren der großen palästinensischen Unternehmungen (Anglo-Palestine Bank, Palestine Electric Corporation, Jerusalem Electric and Public Service Corporation, Palestine Potash Limited) und der ebenfalls in England placierten und gehandelten Regierungsanleihe vom Jahre 1927 abgesehen, gab es bis zum Jahre 1933 keinen palästinensischen Wertpapiermarkt. Die Entstehung eines Marktes palästinensischer Wertpapiere in Palästina selbst ist wesentlich auf die Einwanderung der deutschen Juden zurückzuführen, die große flüssige Kapitalien mit sich brachten, die nur zum Teil in eigenen wirtschaftlichen Unternehmungen, Grundstücken, Bodenkäufen und Hypotheken investiert wurden. Die deutschen Juden, die an die Kapitalanlage in Wertpapieren gewohnt waren, hatten ein starkes Anlagebedürfnis in liquidierbaren Werten. Dieses Anlagebedürfnis ermöglichte die großen Pfandbriefemissionen der General Mortgage Bank, die in den deutschen Juden ein aufnahmewilliges Publikum fanden, zumal diesen die Vermögensanlage in Pfandbriefen als eine sichere Investition geläufig war. Die Kapitalanlage in Wertpapieren nahm vor der Einwanderung der deutschen Juden keinen starken Umfang an, vielmehr herrschte die Investition in Boden, Grundstücken und geschäftlichen Unternehmungen vor. Es ist charakteristisch, daß die bereits im Jahre 1921 gegründete General Mortgage Bank of Palestine, deren Shares- und Debenturesumlauf sich heute auf rund 2J/£ Millionen £P beläuft, nach der Bilanz vom 31. Dezember 1932 nur 0,2 Millionen £P Shares und! Pfandbriefe emittiert hatte. Der Pfandbriefumlauf def General Mortgage Bank befindet sich denn auch tatsächlich zu etwa 80 bis 90% in den Händen deutscher Juden, vor deren Einwanderung Palästina strukturell kein Placierungsfeld für Wertpapiere bildete.

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