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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 251

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-05-01
Page
Seite 251 (sequence 3)
Language
German
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Charakter. Das Projekt würde nämlich, falls es in der erwähnten Form realisiert wird, einen großen Machtzuwachs für den Emir Abdullah und damit für das ganze Haus der Haschimiden bedeuten, denn Abdullah würde dann der Souverän eines vergrößerten Staates und Bundesgenosse Englands werden. Der schärfste Gegner Abdullahs aber ist der Mufti von Jerusalem, das Haupt der Husseini-Familie; und da auch König Ihn Saud, der mächtigste arabische Fürst der Gegenwart, ein Gegner der Haschimiden ist, besteht eine natürliche Verbundenheit des Mufti mit Ibn Saud. Auf der anderen Seite ist in Palästina die Familie Naschaschibi an einer Stärkung Abdullahs interessiert und daher vielleicht in Wahrheit gar nicht eine so entschiedene Gegnerin des Teilungsplanes, wie es nach außen hin scheint. Von Abdullah heißt es sogar immer wieder, daß er selbst den Teilungsplan entworfen habe, freilich wird das von ihm dementiert, aber es dürfte ein Körnchen 'Wahrheit daran sein. Sind also die internen Verhältnisse bei den Arabern undurchsichtig, so treten sie nach außen hin genau wie die Juden als schroffe Gegner des Teilungsplanes auf. Es entsteht zuweilen der Eindruck als ob gewisse Kreise, die sich durch offizielle Stellungnahme nicht den Vorwurf mangelnden Patriotismus aussetzen wollen, geradezu auf das englische octroi warten — ein psychologischer Zustand, der die Ansicht der britischen Regierung, ohne Rücksicht auf die Haltung der anderen Parteien handeln zu müssen, noch verstärkt. Die gemeinsame Ablehnung von Juden und Arabern ist ja überhaupt nur scheinbar ein Element der »Gemeinsamkeit« oder des wirklichen Mitsprechens bei den Entscheidungen; in Wahrheit heben sich auf diese Weise die Wirkungen auf. Da jede der Parteien das ganze Land für sich fordert — ein Anspruch, der offensichtlich unerfüllbar ist — erhält die Mandatarmacht sozusagen die Legitimation, eine Teilung von sich aus durchzuführen. Denn eine andere Alternative ist nicht ersichtlich, wenn erst einmal alle Beteiligten zu dem Ergebnis gekommen sind, daß eine bloße Fortsetzung der bisherigen Politik unmöglich ist. So liegen die Dinge heute. Es wäre aber falsch, sie nur unter dem Gesichtspunkt einer logischen Streitfrage zu betrachten. Es handelt sich um elementare Lebensfragen Palästinas und des ganzen Orients, ja auch des jüdischen Volkes. Daß eine Zerreißung des ohnedies schon kleinen Gebietes Palästinas in autonome Staaten oder auch nur Verwaltungsbezirke ein Unglück wäre, braucht nicht lange bewiesen zu werden. Alle Argumente dagegen sind auch in der Tat in den letzten Wochen in der Presse dargelegt worden. Der Nachweis der Unmöglichkeit oder Unerwünschtheit dieses Ausweges aber genügt nicht. Es müßte zugleich auch gesagt werden, was nun anderes geschehen soll. Hier würde die große Aufgabe der Jewish Agency einsetzen, für die im letzten Jahre, schon seit der Ernennung der Peel-Kommission, eine Chance gegeben war, die aber jetzt geradezu unerläßlich geworden ist. Statt immer nur Entscheidungen anderer hinzunehmen und dagegen zu protestieren, müßte die Jewish Agency die Initiative ergreifen und ein großes Programm konstruktiver Politik vorlegen, das vor den politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht die Augen verschließt, sondern Lösungen zu finden trachtet. Es ist kein Zweifel, daß Tendenzen hierzu innerhalb der Jewish Agency vorhanden sind, aber sie vermögen nicht, zur Auswirkung zu kommen, da sie unter dem ständigen Druck der politischen Extremisten und unter der Drohung, als »Volksverrat« verschrieen zu werden, von vornherein paralysiert sind. Wie das vor sich geht, konnten die Leser dieser Zeitschrift vor ein paar Monaten sehen. Damals wurde in dieser Umschau hervorgehoben, daß der Entwurf der Denkschrift an die Peel-Komimission Ansätze einer Konzeption zur Lösung des politischen Problems Palästinas als des Problems des Zusammenlebens zweier Völker enthielt; kurz darauf

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