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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 250

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-05-01
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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und erschwert eine einheitliche Haltung der Jewish Agency, besonders in solchen Momenten, wo es auf höchst-realrx>litische Entscheidungen und nicht auf parteipolitische Proklamationen ankommt. Die Peel-Kommission hat nach ihrer Rückkehr nach London ihre Arbeiten fortgesetzt und eine Reihe von englischen Politikern und ehemaligen Palästina-Beamten in geschlossener Sitzung verhört, außerdem in öffentlicher Sitzung den Präsidenten der Neu-Zionisten, Jabotinsky, der vor der Kommission das aus seinen Reden bekannte revisionistische Programm vertrat. Seine Darlegungen gipfelten in der Forderung, falls England nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Einrichtung eines Judenstaates zu beiden Seiten des Jordan durchführen könne, solle es das Mandat niederlegen. Jabotinsky hat auch klargestellt, daß er ein Gegner der offiziellen Jewish Agency und der von Weizmann geführten Zionistischen Organisation ist. Die Kommission ist sich also durchaus bewußt, daß die von Jabotinsky vertretenen Forderungen nicht die der Jewish Agency sind, zugleich aber mag sie einen Eindruck gewonnen haben, unter welcher Einwirkung von außen die zionistische Bewegung im jüdischen Volk zu arbeiten hat. Wenn der Peel-Kommission daran gelegen ist, eine Klarung und eine konstruktive Einordnung der Juden in die Palästina-Politik zu erreichen, so wird sie auch diese Tatsache zu berücksichtigen haben. Die jüdische Öffentlichkeit ist noch vor Erscheinen des Berichtes durch Mitteilungen erregt worden, die auf unaufgeklärte Weise in die englische Presse gekommen sind. Danach beabsichtige die Kommission, eine Teilung Palästinas vorzuschlagen. Aus den heute schon vorwiegend von Juden bewohnten Teilen, vor allem also der Küstenebene, Emek Jesreel, Unter- und Ober-Galiläa, wozu dann noch anderen Partien des Landes, wahrscheinlich vor allem ein Gebiet im dünn bevölkerten Süden treten würden, soll' ein jüdisches Verwaltungsgebiet gebildet werden, das den Charakter eines englischen Dominions hat. In diesem Gebiet soll eine jüdische Regierung und Verwaltung eingerichtet werden, die dann in jeder Beziehung, auch bezüglich der Finanzgebarung und der Einwanderung, selbständig sein würde. Jerusalem und die Hafenzone von Haifa sowie die christlichen Heiligen Stätten sollen einer direkter britischen Verwaltung unterstehen. Und schließlich soll der Rest des Landes, die ara bische Zone, mit Transjordanien verbunden, zu einem selbständigen arabischen Staa werden. Die Kommission ist zu der Meinung gelangt, daß man mit Kompromissen nich mehr auskommen könne und etwas Radikales geschehen müsse. Darum betrachtet si — immer den erwähnten Pressemeldungen zufolge — auch die von manchen Eng ländern, vorgeschlagene Kantonisierung für unzulänglich. Diese Gerücht wurden von mehreren englischen Zeitungen in einer Weise publiziert, die kaum eine: Zweifel daran zuließ, daß es sich um wirkliche Projekte handelt. Die Reaktion auf das Bekanntwerden dieser Pläne war eindeutig. Sowohl in jüdischen als auch in arabischen Kreisen wurden diese Gedanken mit größter Entschiedenheit abgelehnt. Von jüdischer Seite hat sich zwar der wichtigste Mann, der Präsident der Jewish Agency, Eh*. Weizmann, nicht geäußert, aber andere führende Mitglieder der Exekutive, wie Ben Gurion und Schertok sowie der Präsiden: des Aktionskomitees, Ussisdhkin, erklärten die Vorschläge sofort als unannehmbar, und am 27. April hat das in Jerusalem zusammengetretene Zionistische Aktionskomitee gleichfalls alle derartigen Vorschläge zurückgewiesen und hinzugefügt, das jüdische Volk werde jeden Versuch einer Verkleinerung des den Mandatsbestimmungen unterliegenden Gebietes mit »entschlossenem Widerstand« beantworten. Daß auch von arabischer Seite Widerspruch erfolgen wird, war zu erwarten. Für die Araber hat die ganze Angelegenheit noch einen anderen, und zwar einen internen

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