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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Aktuelle Eisenbahnfragen
Date
1937-05-01
Page
Seite 238 (sequence 6)
Language
German
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Küstenzone macht ganz außerordentliche Isolierungsvorrichtungen erforderlich. Schließlich bedeutet elektrischer Betrieb die Abhängigkeit des ganzen Netzes oder wenigstens großer Netzabschnitte von einer einzigen Kraftquelle. Dies würde wiederum in unruhigen Zeiten zu besonderen Sicherungsmaßregeln zwingen. — Anderseits bestehen gewichtige Gründe dafür, die Elektrifizierung ins Auge zu fassen: Sind die Anschaffungen einmal gemacht, so ist der elektrische Betrieb sehr wirtschaftlich. Beispielsweise fällt die zeitraubende Vorbereitungsarbeit weg, die bei Dampflokomotiven nötig ist, ehe sie den Zug übernehmen können. Das Gleiche gilt für die Arbeiten nach Beendigung des Dienstes. Die im Sommer beträchtliche Belästigung durch Kohlenstaub und Rauch entfällt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der elektrisch betriebenen Züge ist größer. Die Ausgaben für Strom würden nicht mehr oder jedenfalls in viel geringerem Umfange in das Ausland abfließen. Der wichtigste Grund liegt aber auf politisch-strategischem Gebiete: Da Palästina kein Kohlenvorkommen besitzt, muß die Kohle auf jeden Fall, und zwar auf dem Seewege, eingeführt werden. Der Weltkrieg hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß man sich keineswegs darauf verlassen kannr immer über genügend Schiffsraum für den Kohlentransport zu verfügen. Man muß die Möglichkeit ins Auge fassen, daß die Kohlenzufuhr einmal stockt. Was für die Beschaffung von Kohle richtig ist, gilt auch für die Sicherung ausreichender Benzin- und Rohölvorräte, denn Palästina hat keine Ölraffinerie und im Kriegsfalle ist auch das Öl von Kirkuk keine unbedingt sichere Versorgungsbasis. Schon die Unruhen des Jahres 1936 haben gezeigt, daß es nur unter Aufbietung eines sehr umfassenden Bewachungsapparates möglich ist, die Ölleitung aus dem Mossulgebiete nach Haifa zu schützen. Wenn man heute in England erwägt, die Kohle als Heizstoff für Schiffe wieder mehr in den Vordergrund zu stellen, so beweist das, wie ernst die Frage der ausreichenden Ölversorgung beurteilt wird. Was für das englische Mutterland die dort gewonnene Kohle ist, bedeutet für Palästina die Wasserkraft. Zwar werden zwei der wichtigsten Kraftwerke des Landes mit Öl betrieben, doch bietet das Jordankraftwerk Naharajim die Möglichkeit, unter allen Umständen soviel elektrische Kraft zu erzeugen, daß die wichtigsten Energiebedürfnisse befriedigt werden können. Damit ist auch die Möglichkeit gegeben, den Bahnverkehr im Rahmen des strategisch und volkswirtschaftlich Notwendigen aufrecht zu erhalten, wenn er elektrisch betrieben werden kann, ohne daß man auf die Zufuhr von Treibstoffen angewiesen ist. — Man darf allerdings nicht vergessen, daß sich die Umstellung einer Bahnlinie auf den elektrischen Betrieb nur dann lohnt, wenn sie ein gewisses Verkehrsminimum aufweist. Das ist vorläufig nur teilweise der Fall. Fahrplan» Es wurde schon darauf hingewiesen, daß die Eisenbahn in Palästina dem Kraftverkehr heute nur noch auf ganz bestimmten Gebieten erfolgreich Konkurrenz machen kann. Bei der Personenbeförderung handelt es sich um die bereits erwähnte Frage der Bequemlichkeit des Reisens, außerdem aber um den Fahrplan. Will die Bahn ihre Personenfrequenz steigern, so muß sie möglichst häufige Fahrgelegenheiten und möglichst hohe Reisegeschwindigkeit bieten. Auch hier bedarf der Eisenbahnbetrieb einer durchgreifenden Verbesserung. Dies gilt insbesondere für den Verkehr zwischen den beiden großen Wirtschaftszentren Haifa und Tel Aviv—Jaffa. Dieser hat das größte Volumen im Lande und gerade hier droht der Eisenbahn durch das Fortschreiten des Auto- Straßenbaues Tel Aviv—Chederah—Haifa eine neue, sehr ernste Konkurrenz, wenn sie nicht rechtzeitig die Linienführung verbessert und den Fahrplan entsprechend ändert. Dem auch für europäische Verhältnisse recht bedeutenden Berufs-, Touristen- und Einwanderungsverkehr dieser Städte stellte die Bahnverwaltung in den Zeiten des

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