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Palästina · 1937-04-01 · Heft 4 (April 1937) · p. Seite 203

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 4 (April 1937)
Article
Die Entwicklung der Landwirtschaft im Verlaufe des letzten Jahres
Date
1937-04-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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Den wichtigsten Produktionszweig der gemischten Landwirtschaft bildet die Er- 203 zeugung von Milch und Milchprodukten, die sich im Jahre 1936 ebenfalls beträchtlich gesteigert hat. Der Milchviehbestand der jüdischen Wirtschaften ist vergrößert worden, auch der Import von hochwertigem Milchvieh ist beträchtlich angewachsen. Die folgenden Daten geben Anhaltspunkte für die Entwicklung des Milchviehbestandes der jüdischen Wirtschaften (die im Jahre 1936 fällige Viehzählung fiel wegen der Unruhen aus): Versicherter Rindviehbestand der Viehversicherungs- Milchviehimport kooperative »Hachaklaith« 31. September 1935 . . . 8.387 Stück 1935 1364 Stück 31. September 1936 . . . 10.228 Stück 1936 2150 Stück Der bei der Viehversicherungsgenossenschaft »Hachaklaith« versicherte Rindviehbestand, der 75% des gesamten Rindviehbestandes der jüdischen Siedlungen ausmacht, erhöhte sich um 22%, der Import von hochwertigem Milchvieh ist um mehr als die Hälfte gestiegen. Die Steigerung des Milch Viehbestandes durch den Milchviehimport und eigene Aufzucht hat zu einer starken Erhöhung der Milchproduktion geführt. Der Milchabsatz der Tnuva, bei der der größte Teil des Milchabsatzes der jüdischen Siedlungen zentralisiert ist, stieg im Geschäftsjahr 1935/36 (1. Oktober 1935 bis 30. September 1936) auf 17.7 Millionen Liter, gegenüber 12 Millionen Liter im Jahre 1934/35. Der Milchabsatz der Tnuva erhöhte sich also um 47%. Infolge der gedrückten Preise für Milchprodukte erhöhte sich der Milchabsatz wertmäßig allerdings um nur 21%. Ebenso ergibt sich aus den Umsatzziffern der Tnuva für die übrigen Produkte der gemischten jüdischen Landwirtschaft, die für die gesamte Produktionsentwicklung weitgehend charakteristisch sind, wesentliche Produktionssteigerungen. So erhöhte sich der Eierabsatz der Tnuva im Jahre 1935/36 um fast das Doppelte von 6l/2 auf 12 Millionen Eier. Auch der Absatz von Schlachtgeflügel, Gemüse und Früchten hat sich stark erhöht, so daß sich für Eier, Geflügel, Gemüse und Früchte insgesamt eine Umsatzerhöhung um 57% ergibt. Insgesamt ist der Umsatz der Tnuva im Geschäftsjahr 1935/36 um 35% gestiegen und beläuft sich auf 547.000 £P, von denen 347.000 £P auf Milch und Milchprodukte und 200.000 £P auf Eier, Geflügel, Gemüse und Früchte entfallen. Der Gemüseanbau hat durch die Verknappung des Gemüseangebotes, die sich infolge des Ausfalles der arabischen Lieferungen im letzten Jahre ergeben hat und zu starken Preissteigerungen führte, neue Impulse erhalten. Die Anbauflächen wurden stark ausgedehnt, so daß für das Jahr 1937 mit einer weiteren starken Steigerung der jüdischen Gemüseproduktion zu rechnen ist. Ebenso befindet sich auch der Kartoffelanbau im ganzen Lande in ununterbrochener Aufwärtsentwicklung. Im Jahre 1936 wurde die Kartoffelanbaufläche fast verdoppelt. Die Ernte erhöhte sich um 80%, deckte aber nur etwa ein Drittel des Bedarfes. Für das Jahr 1937 ist mit einer weiteren starken Produktionssteigerung zu rechnen. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Milchwirtschaft befindet sich auch der Anbau von Futterpflanzen in den Ebenen in ständiger Erweiterung. Aus dem um schätzungsweise 50 bis 60% erhöhten Zitrusproduktionswert und der 35%igen Umsatzsteigerung bei den von der Tnuva erfaßten gemischtwirtschaftlichen Produkten läßt sich auf eine Steigerung des Produktionswertes der jüdischen Landwirtschaft im letzten Jahre um annähernd die Hälfte schließen. Für den unvermindert starken Bedarf an Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Produkten ist es charakteristisch, daß der Lebensmittelimport sich auch im

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