Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Die Entwicklung der Landwirtschaft im Verlaufe des letzten Jahres
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
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Jahre 1936 weiter etwas erhöht hat, obwohl das Importvolumen sich im ganzen (ohne den Import für den Bedarf der Regierung und sonstigen öffentlichen und privilegierten Institutionen wie das mitgebrachte Einwanderergut) um 27% reduzierte. Der Lebensmittelimport ist von 3.65 Millionen £P im Jahre 1935 auf 3.94 Millionen £P im letzten Jahre angewachsen. Insbesondere hat sich der Import von Schlachtvieh, Butter, Eiern, Früchten, Kartoffeln, Gemüse — also den Hauptprodukten der gemischten jüdischen Landwirtschaft — weiter gesteigert. Bis zu einem gewissen Grade sind diese neuerlichen Importsteigerungen auf den Ausfall arabischer Lieferungen infolge des Streiks und Boykotts zurückzuführen. Die arabische Landwirtschaft konnte ihre Produkte während der monatelang andauernden Unruhen zu einem großen Teil nicht an den Markt bringen. Nach den Berichten des Landwirtschaftsdepartements wurde ein großer Teil der arabischen Gemüse- und Fruchternte infolge der Transport- und Absatzschwierigkeiten überhaupt nicht abgeerntet, im übrigen mußten die Ernteerträge zu außerordentlich niedrigen Preisen in den Dörfern selbst verwertet werden, nur geringe Mengen erreichten »illegal« den städtischen Markt. Von diesen Verwertungsschwierigkeiten abgesehen, hat die extensive arabische Landwirtschaft im Jahre 1936 infolge der Frühjahrstrockenheit eine ungünstige Ernte zu verzeichnen, bei den wichtigsten Ernteprodukten ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Mindererträge: 1936 1935 Tonnen Weizen..... 76.059 103.000 Gerste ..... 55.169 68.000 Durra...... 22.122 46.000 Sesam ..... 1.847 6.900 Linsen ..... 2.379 2.600 Olivenöl .... 2.788 8.818 Die vergrößerte Melonenernte (81.000 Tonnen gegenüber 69.000 Tonnen im Jahre 1935), die sich in kleinbäuerlichen arabischen Händen befindet, konnte in Anbetracht des erschwerten inneren Absatzes und der Transportschwierigkeiten, die den Export behinderten, nur zum Teil verwertet werden. Der weitgehende Ausfall des arabischen Angebotes von Gemüse und Früchten ist zum Teil durch die jüdische Produktion, zum Teil durch vergrößerten Import ausgeglichen worden. Trotz der Produktionssteigerungen des letzten Jahres deckt die jüdische Landwirtschaft noch immer nur einen kleinen Teil des jüdischen Bedarfes, vor allem an Butter und Eiern. Die Milchanlieferungen bei der Tnuva in der Höhe von 17.7 Millionen Liter wurden zu etwa 40 bis 45% zu Butter verarbeitet, was einem Butteranfall von 300 bis 350 Tonnen (24 Liter Milch 1 kg Butter) entspricht. Demgegenüber beläuft sich der Butterimport des Jahres 1936 auf rund 2500 Tonnen. Bei einer Einfuhr von etwa 90 Millionen Eiern erzeugt die jüdische Landwirtschaft kaum 20% des Bedarfes. Für diesen kleinen Teil des Bedarfes konnte die jüdische Landwirtschaft bisher wesentlich höhere Preise als die importierten oder arabischen Konkurrenzprodukte erzielen, da sie weit hochwertigere Produkte liefert und der kaufkräftige Teil der Konsumentenschaft bereit und in der Lage war, für hochwertigere Produkte der jüdischen Landwirtschaft wesentlich höhere Preise zu zahlen. Mit der Erweiterung der Produktion und der Belieferung breiterer Konsumentenschichten wird jedoch für die jüdische Landwirtschaft die Konkurrenz der billigeren importierten oder arabischen Produkte akut, da ein großer Teil der Konsumenten gar nicht in der Lage ist, selbst für hochwertige Produkte die