Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Industrieprobleme 1937
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 186 (sequence 11)
- Language
- German
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Kostenanteile in Prozenten des Produktionswertes: Wirtschaftszweig Material Löhne Brennstoff und Kraft Bruttogewinn Verzinsung (bei 6%)« Kapitalumschlag* Lebensmittel . . . . 57.4 18.1 3.9 20.6 5.0 1.2 Textil..... . 45.2 30.1 1.5 23.2 5.5 1.1 Kleidung .... . 42.0 42.6 0.3 15.1 2.0 3.0 Metall ..... . 42.0 34.5 1.5 22.0 3.0 2.0 Holz..... . 37.7 42.5 1.5 18.3 2.3 2.6 Leder..... . 43.3 37.9 0.4 18.4 2.2 2.7 Papier und Druck . . 32.9 44.7 1.6 20.8 5.5 1.1 . 46.1 12.5 1.1 40.3 10.0 0.6 Stein und Zement . . 41.0 25.1 4.0 29.9 4.6 1.3 Elektrizität . . . . 18.7 32.7 13.6 35.0 30.0 0.2 Verschiedenes . . . 23.8 48.3 2.8 25.1 3.5 1.7 Gesamtindustrie . . . 42.8 29.5 2.9 24.8 6.0 1.0 Wir können, wie gesagt, an dieser Stelle und auf Grund dieses Materials die Kostengestaltung der palästinensischen Industrie nur in ganz allgemeiner Form behandeln unc beschränken uns auf die Hervorhebung der gerade hier wichtigsten Faktoren. Die Materialkosten nehmen mit 40 bis 50% des Verkaufspreises des Fertigprodukten bei fast allen Artikeln einen wichtigen Platz ein. An und für sich ist die Lage de: palästinensischen Fabriken beim Materialeinkauf günstig. Sie genießen in diesem Fall* den Vorteil der unbeschränkten, durch keine Handelsabkommen behinderten Auswahlmöglichkeit auf dem Weltmarkt und der niedrigen Zollsätze Palästinas. Verteuernde Wirkungen entstehen demgegenüber durch die relative Kleinheit des Materialbedarfs der einzelnen Fabrik. Bei Artikeln, wo Mengenrabatte üblich sind, ist die palästinensisch Fabrik selten in der Lage, diese auszunutzen, falls sie sich nicht mit zu großen Lagern belasten will, die wieder Kapitalbindung und Zinsenverluste bedeuten. Die finanziell: Beengung behindert die Fabrik auch, von den Schwankungen der Weltmarktpreise z profitieren und sich bei einer Aufwärtsentwicklung der Preise, wie sie z. B. gegenwärtig im Gange ist, ausreichende Warenreserven zu sichern. Der Einkaufsbedarf reich: in vielen Fällen überhaupt nicht zum direkten Bezug vom ausländischen Lieferante aus und an dessen Stelle muß die Vermittlung von Importeuren treten, was, nac. privaten Beobachtungen, die Materialpreise um 10 bis 15% verteuert. Weiter muß i:; diesem Zusammenhang auf eine Erscheinung hingewiesen werden, die ein Resultat de; Dumpingpolitik vieler ausländischer Lieferanten und vor allem der Kartelle ist: Es gib' bei vielen Fabrikaten eine Preisschere zwischen den Preisen des Rohstoffes und dt> Fertigwarenfabrikates. Ein und dasselbe Kartell senkt manchmal gleichzeitig die Preise seines Fertigfabrikates und erhöht die Materialpreise, um so durch die Verkürzur j der Kalkulationsspanne die Wirkung seiner Konkurrenzpolitik zu erhöhen. Und schließ lich dürfen wir auch nicht übersehen, daß auf manchen Gebieten der palästinensische - Industrie heute schon ein Interessenkonflikt verschiedener Produktionsstufen, möglic' ist: Eine Zollerhöhung, die das Halbfabrikat schützt, bedeutet für die weiterverarbeitenc Industrie eine Einkaufs Verteuerung. Solche Fälle sind in einigen Zweigen der Texti- und Metallindustrie schon vorgekommen. Arbeitslöhne sind mit durchschnittlich 30% der zweite wichtige Kostenbestandteü Über die Frage, ob das Lohnniveau der jüdischen Industriearbeiterschaft übermäßig 6 Diese beiden Kolonnen wurden aus dem Verhältnis der in der Statistik angegebene: Werte für Kapitalinvestition und Produktionswert errechnet.