Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Das Hebräische Technikum in Haifa
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 149 (sequence 2)
- Language
- German
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Ökonomie und andere angestellt, im ganzen sind heute neben Sprachlehrern und Instruktoren 24 Professoren und Dozenten und 12 Assistenten am Technikum tätig. Anläßlich der zehnten Jahresfeier des Technikums, die im Jänner 1935 abgehalten wurde, wurde mit Zustimmung der Exekutive der Jewish Agency und des Waad Leumi der Beschluß verkündet, den Absolventen des Technikums, weiche die Diplomprüfungen bestanden haben, den Titel »Ingenieur« zu verleihen. Die Ansprüche, die bei den Prüfungen gestellt werden, sind verhältnismäßig hohe, wie schon daraus zu ersehen ist, daß 1935 von 14 Kandidaten neun und 1936 von 15 zehn bestanden haben. Hauptsächlich sind es Architekten und Bauingenieure, die das Technikum bisher als Absolventen verlassen haben, im ganzen etwa 90. Neuerdings sollen auch Betriebsingenieure ausgebildet werden, die imstande sind, die technischen Arbeiten in den Fabriken zu leiten und die industriellen Möglichkeiten des Landes zu erweitern. Bisher haben die Absolventen des Technikums in ihrem Fache stets Beschäftigung gefunden, einige von ihnen haben auch verantwortliche Stellungen in der Bauindustrie und im Architektenwesen Palästinas erreicht. Damit wird auch die in anderen Ländern gemachte Beobachtung bestätigt, daß für das Fortkommen von Ingenieuren und Technikern eine mehr praktische Ausbildung in höheren technischen Schulen und sogenannten Polytechniken im allgemeinen günstiger ist, als der Besuch von Hochschulen, die in erster Linie Forschungsingenieure heranziehen, für die meist kein so großer Bedarf vorliegt. Die Laboratorien des Technikums stehen auch der Privatindustrie zur Verfügung, namentlich wurden Untersuchungen über Zement, Beton, Steine und andere Baumaterialien durchgeführt; auch die Wasserdurchlässigkeit von Beton und Putz sowie von schalldämpfenden Mitteln wurde geprüft. In Verbindung mit dem Technikum steht seit Jahren eine Handwerkerschule mit Abteilungen für Schlosser und Dreher, die auch im autogenen Schweißen und Schmieden ausgebildet werden. Im Jahre 1936/37 zählte die Schule 117 Besucher, darunter 30 aus Deutschland. Es werden nur Jungen von 16 Jahren und darüber aufgenommen. Jüngere Schüler, im Alter von 14 bis 18 Jahren finden in der im Jahre 1933/34 geschaffenen Technischen Mittelschule Aufnahme, an deren Spitze Dr. B a r d i n steht, und die ebenfalls dem Technikum angegliedert ist. Diese Mittelschule konnte Dank einer Spende von Frau Frieda W arburg-Schiff aus New York errichtet und auch bisher erhalten werden. Die Schule soll den Schülern zugleich eine fachliche Ausbildung und hebräische und allgemeine Bildung vermitteln und hat auch in allen Klassen der Bevölkerung Anklang gefunden. An diesen beiden Schulen, der Handwerkerschule und der gewerblichen Mittelschule, sind gegenwärtig zwölf Instruktcren und sieben Lehrer tätig. So sorgt das Technikum für eine geeignete Vorbereitung und Unterweisung seines Schülermaterials. Es stellt seine Kräfte und Einrichtungen auch den bereits tätigen Facharbeitern und Handwerkern Palästinas in Abendkursen zur Verfügung. Ferner veranstaltet das Technikum besondere Fachkurse für Bauarbeit, Tischlerei, Schweißen, Nieten usw. für Einwanderer aus Deutschland und sendet seine Instruktoren in die landwirtschaftlichen Siedlungen, um dort fachliche Vorträge zu halten und technische Hilfe und praktische Unterweisung zu geben. Um aber allen Wünschen zu entsprechen und die hier kurz geschilderten Aufgaben in genügender Weise erfüllen zu können, fehlt es dem Technikum an den nötigen größeren Räumen und auch an den erforderlichen Maschinen und Apparaten. Im Jänner 1934 verkündete der Hochkommissär, daß die Mandatsregierung dem Technikum eine einmalige Zuwendung von 10.000 £P gewähre, von denen 5000 £P für ein neues Gebäude und die andere Hälfte für Investitionen verwendet wurden. Aber damit hat die Frage