Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Das Hebräische Technikum in Haifa
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 148 (sequence 1)
- Language
- German
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148 KULTURELLES LEBEN. Das Hebräische Technikum in Haifa- Von Prof. Dr. Walter Roth, Jerusalem^ Vor 25 Jahren wurde der Grundstein zum Haifaer Technikum gelegt, und dieser Gedenktag wird auch gefeiert werden. Das schöne Gebäude mit dem herrlichen Ausblick ist wohl jedem, wenigstens aus Bildern, bekannt. Bekannt ist auch die Leidensgeschichte des Haifaer Technikums, so vor allem der »Sprachenkampf«, ob Deutsch oder Hebräisch die Unterrichtssprache in den vom »Hilfsverein der Deutschen Juden« errichteten palästinensischen Schulen sein sollte. Noch vor dem Weltkriege wurde das Gebäude des Technikums dank den Spenden von K. W issotzki, Jakob Schiff und James Simon, errichtet; nach dem Friedensschluß überließ es der »Hilfsverein der Deutschen Juden« der Zionistischen Organisation. Noch aber waren viele Schwierigkeiten, nicht bloß finanzieller Natur, zu überwinden. Ein Teil des Gebäudes blieb noch einige Zeit vom britischen Militär für Hospitalzwecke besetzt, die innere Einrichtung hatte gelitten, Maschinen und Apparate waren beschädigt und zum Teil auch verlorengegangen, geeignete Dozenten, jüdische Techniker mit hebräischen Sprachkenntnissen, waren nicht so leicht zu finden, eine naturwissenschaftliche Terminologie, hebräische Bezeichnungen für Fabrikeinrichtungen, technische Gegenstände, Maschinen und Apparate mußten erst geschaffen werden. Aber an dem Programm wurde festgehalten, es sollte ein Kollegium von höherem Standard als die üblichen technischen Schulen errichtet werden und dieses hohe Ziel ist auch in mühevoller Arbeit, nachdem der Unterricht im Jahre 1925 eröffnet worden war, unter großen persönlichen Opfern von Lehrern und Angestellten erreicht worden. Heute zählt das Technikum, das seit Ende 1931 der Leitung von Dipl.-Ing. Salomen Kaplansky untersteht, über 400 Studenten. In der letzten Zeit hat die Zahl der Ausländer, meist aus Polen, abgenommen. Leider müssen noch immer Gesuche um Aufnahme am Technikum aus Mangel an Platz und Mitteln zurückgewiesen werden; die Zahl derartiger Gesuche überschreitet neuerdings bereits die Zahl 1000. Gegenwärtig bestehen am Haifaer Technikum acht Laboratorien und Institute1, und zwar: 1. Für Physik, unter Leitung von Tscherniansky. 2. Für Chemie, unter Prof. E1 i a f f . Diese beiden Laboratorien sind die ältesten am Technikum und sind schon vor fünf Jahren eingerichtet worden. 3. Für Materialprüfung, unter Dr. N e u m a n n. 4. Für industrielle Chemie, unter Dr. H e y m a n n. 5. Für Elektrotechnik, unter Dr. Franz Ollendorff. 6. Für Hydraulik, unter Dipl.-Ing. Josef Breuer. 7. Für Metallographie, unter Prof. K u r r e i n. 8. Für Baugrundforschung, unter Haber-Scheim. Außerdem sind noch Prof. Dr. E. Schwerin für die Lehrfächer: Technische Mechanik und Baustatik, H. S c h a p i r a, Baurat Alexander Klein und Ing. W i 1 e n s k i für Architektur, Alexander Lewit für Wärmekraftmaschinen, M. W e i ß b r e n für Thermodynamik, Dr. Fritz Naphthali für National- 1 Herr Direktor Kaplansky hat mir in liebenswürdigster Weise die neuesten Angaben zur Verfügung gestellt und auch die in der letzten Zeit hinzugekommenen Gebäude, Werkstätten und Maschinen gezeigt, wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen Dank ausspreche.