Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Die Landkarten Palästinas
Date
1937-03-01
Page
Seite 135 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379957-2410512--24590-2410716
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kurzum, die neue Karte gibt uns ein vollständiges und anschauliches Bild Palästinas in modernem Gewände und in gefälliger Form. ★ * * Es ist hier nicht der Ort, auf Fachfragen näher einzugehen- So seien einige Ausstellungen und Aufgaben für die Zukunft nur kurz angedeutet. Die neue 100.000-Karte ist eine Kompilation verschiedenster Aufnahmen, die meist mit dem Meßtischverfahren hergestellt wurden. Diese Aufnahmen wurden zu verschiedenen Zwecken und mit sehr verschiedener Zuverlässigkeit gemacht. Verwendet wurden beispielsweise teilweise noch die englischen Kriegsvermessungen 1 :40.000. Da einer der Hauptzwecke der Neuaufnahmen die Vermessung der Besitzgrenzen war, machten auch diese die Benutzung des Meßtisches notwendig. Die in mancher Beziehung einmalige Bodengestalt Palästinas mit dem Jordangraben stellt die Kartographie aber vor besonders schwierige Aufgaben und Probleme. Ein so gänzlich neues und im ganzen ausreichendes Bild uns diese neue Karte beispielsweise von den Rücken und Becken des samaritanischen Berglandes gibt, so unzureichend und dürftig ist die Darstellung für bestimmte Teile des Jordangrabens. In vieler Hinsicht wäre es ebenso wichtig wie interessant, eine genaue kartographische Darstellung der so charakteristisch zerschnittenen und aufgelösten Formen der tieferen Wüste Juda sowie der Lisan-Mergel im Jordantal zu haben. Auch nicht die kleinste Andeutung läßt sich hievon auf der Karte entdecken, außer der Inschrift »Bröken Ground«. Danach aber kann sich niemand, der das Gebiet nicht selbst kennt, eine Vorstellung davon machen. So wollen wir hoffen, daß der Survey sich in Zukunft auch an die Bewältigung dieses Darstellungsproblems mit den Hilfsmitteln der modernen stereophotogrammetrischen Aufnahme- und Darstellungsmethoden und unter Verwendung eines größeren Maßstabes — etwa 1 : 20.000 — macht. Auch der bisherigen Karte 1 : 100.000 würden mechanische Vermessungsmethoden sehr zugute kommen, da sie bezüglich der Genauigkeit der Geiändedarstellung einen Vergleich mit modernen europäischen Karten noch nicht aushält. Einen erfreulichen Fortschritt bedeutet die konsequent durchgeführte Unterscheidung der dezent wirkenden, gestrichelten, nur episodisch im Winter durchfluteten Wadis von den ausgezogenen Dauerflüssen. Dagegen geben die verwendeten Farben zu mehreren Ausstellungen Anlaß. Zunächst muß in Zukunft unbedingt dafür gesorgt werden, daß die verschiedenen Farbtöne stets gleich zum Ausdruck kommen, was bisher durchaus nicht der Fall ist. Ein Mißgriff dürften die viel zu krassen Töne der Grünplatte sein, die das Kartenbild stören, statt sich ihm organisch einzuordnen. Schließlich glauben wir, daß eine Sepiatönung der Isohypsenplatte an Stelle des gewählten Rot, unterstützt durch eine leichte Schummerung, ihre Plastizität und somit ihre Wirksamkeit sehr erhöhen würden. Einige Bemerkungen noch über das, was die Karte nicht enthält. Die leergelassene Fläche des Tiberiassees und besonders des Toten Meeres erinnert an eine der dringendsten Forschungsaufgaben, die zudem ein spezifisch palästinensisches Problem darstellt: die Erforschung des Toten Meeres. Nicht nur dadurch, daß sein Spiegel fast 400, sein Boden rund 800 m unter dem Spiegel des Weltmeeres liegen, sondern als giftiger Endsee des ariden Klimabereiches bildet es in anderer Hinsicht mehrfach einen Spezialfall auf der Erde. Es ist ein unrühmlicher Zustand, daß wir über seine Tiefen außer wenigen zu industriellen Zwecken vorgenommenen Lotungen heute noch nicht mehr wissen als das, was wir der amerikanischen Expedition unter Lynch von 1848 verdanken. Die Kartographie Palästinas hebt sich vorteilhaft aus ihrer Umgebung ab. Nur im Norden, in Syrien, kann ihr der Service geographique de l'Armee teilweise Gleich-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.