Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Die Landkarten Palästinas
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sichtskarte von Palästina in 46 Blättern (Maßstab 1 : 50.000 und 1 : 25.000). Sie war eine nicht sehr gute Kompilation aus der Karte des Palestine Exploration Fund und anderer Aufnahmen und enthält größtenteils nur Wege, Siedlungen und Flußnetz, während auf eine Reliefdarstellung verzichtet wird. Sehr förderlich in der gegenteiligen Richtung dagegen und ein ausgezeichnetes Anschauungsmittel ist das große, dreiteilige Wandrelief1 von P. Koppel, das trotz der Unzulänglichkeiten, die ihm infolge der benutzten Quellen naturgemäß anhaften, ein anschauliches Bild der Gebirge und Ebenen Palästinas gibt. Schließlich sei hier die Karte Brawers erwähnt, die für uns von besonderer Bedeutung ist. Ist sie doch aus den Bedürfnissen des Landes und für den Gebrauch in seinen Schulen mit hebräischer Beschriftung als moderne palästinensische Schulwandkarte hergestellt worden. Als solche wurde sie im Lande selbst gezeichnet und gedruckt. Alle bisher genannten Karten entstanden durch private Initiative Einzelner oder wissenschaftlicher Gesellschaften des Auslandes. Ein offizielles Amt für Kartenaufnahmen gab es bis dahin nicht. Das führte natürlich zu Unzuträglichkeiten. Die Karten hatten den verschiedensten Stil, Art, Maßstab und Zuverlässigkeit usw. Zudem veraltete die grundlegende Karte des Palestine Exploration Fund allmählich. Da begann mit der englischen Mandatsregierung auch ein neuer Abschnitt der palästinensischen Kartographie. Die englische Regierung errichtete ein offizielles Amt für Landesaufnahme, den Survey of Palestine in Jaffa—Tel Aviv. Dieser begann nun eine intensive Tätigkeit in zwei Richtungen. Erstens mit der Aufgabe, ein Kartenwerk zu schaffen, das Palästina nach dem neuesten Stande und unter Befriedigung der Ansprüche, die man heute an eine moderne Karte stellt, abbildet. Und zweitens mit der Vermessung und Herausgabe von Karten für Wirtschaft und Verwaltung. Dieser Zweig der Kartographie war früher ganz vernachlässigt worden. Die durch private Initiative geschaffenen Karten trugen fast nur den Bedürfnissen der Wissenschaft und allenfalls noch der Schule Rechnung. Die englische Verwaltung benötigte dringend Verwaltungskarten. So erschien die »Administration-Map«, die im Maßstab 1 : 250.000 die Lage aller Siedlungen, die Straßen, Eisenbahnen, sowie Abgrenzung der Verwaltungsbezirke gibt. Sie hat eine weite Verbreitung erfahren, da sie die Eintragung zahlreicher Daten (statistische Angaben, Besitzung usw.) gestattet. Für die Bedürfnisse des Grundbuchwesens, das ja in dem wirtschaftlich aufblühenden Palästina mit seinen zahlreichen Bodengeschäften und oft komplizierten Besitzverhältnissen eine besondere Wichtigkeit erlangte, wurde eine Kataster-Vermessung begonnen und eine ganze Serie von Dorf-, Stadt- und Katastral-Plänen in Maßstäben von 1 : 625 bis 1 : 20.000 herausgebracht. Sie zeigen außer den Gemarkungen und Besitzgrenzen größtenteils nur die Wege. Unter Benutzung dieser Karten veröffentlichte vor kurzem Ing. Lifschitz im Auftrage der PLDC eine Karte im Format der »Administration-Map«, die mit hebräischer Beschriftung alle jüdischen Böden in wirksamen Farben verzeichnet. Dabei unterscheidet sie, ob die betreffenden Böden den nationalen Institutionen oder Privaten, bzw. Privatgesellschaften gehören und ob sie Kollektiv- oder Einzelbesitz sind. Auch die jüngst erworbenen, grundbuchamtlich noch nicht eingetragenen Böden sind in der Karte bereits verzeichnet. So gibt diese schöne und verdienstliche Zusammenstellung ein zuverlässiges Inventar derjenigen Böden Palästinas, die heute in jüdischem Besitz sind. Dabei treten außer den heute bereits zusammenhängenden großen Blöcken der 1 Maßstab 1:84.500. Dreifach überhöht. Größe 3Xl)^m.