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Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Die Landkarten Palästinas
Date
1937-03-01
Page
Seite 132 (sequence 1)
Language
German
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132 Die Landkarten Palästinas Von Dr* D* HL Kallner, Hebr. Universität, Jerusalem. Das derzeitige Erscheinen der »Topographical Map of Palestine« (Topographische Karte von Palästina) läßt es angebracht erscheinen, hier Entwicklung, Stand und Aufgaben des Kartenwesens Palästinas darzulegen. Palästina blickt in kartographischer Hinsicht auf eine lange Tradition zurück. Schon die wissenschaftlich beste Karte des Altertums, die Claudius Ptolemäus in Alexandria im zweiten nachchristlichen Jahrhundert schuf, stellt auch Palästina dar. Neben mehreren anderen Karten aus dem Altertum entstanden dann im Mittelalter besonders in der Periode der Kreuzzüge und beim Aufblühen der Kartographie im 17. und 18. Jahrhundert eine große Zahl mehr oder weniger zutreffender Karten Palästinas. Diese einmal systematisch und kritisch auf ihre Ergiebigkeit für die historische Geographie hin zu bearbeiten, wäre ein verdienstliches Unternehmen. Denn aus ihnen und den zahlreichen erhaltenen Plänen und alten Bildern ließen sich wichtige Daten für die Entwicklung der palästinensischen Kulturlandschaft ableiten. Die »Neuzeit« der palästinensischen Kartographie beginnt mit jenem großen Unternehmen des englischen Palestine Exploration Fund, der durch Conder und den nachmalig so berühmten Lord Kitchener, 1878 die ersten systematischen Vermessungen in Palästina durchführen ließ, als deren Ergebnis eine Karte in 26 Blättern im Maßstab 1 : 63.360 veröffentlicht wurde; auf 1 : 168.960 verkleinert, erschien diese Karte 1884 als übersichtliche Wandkarte. Es waren schon vordem in Palästina Vermessungen durchgeführt und Karten veröffentlicht worden. Aber sie enthielten nur vereinzelte, ausgewählte Gebiete — meist solche, die von besonderem religiösen oder historischen Interesse waren — oder Strecken entlang bestimmter Reisewege. Derartige Karten und Routenaufnahmen finden sich in einem großen Teil der klassischen Reiseliteratur über Palästina. Wohl die beste aller dieser Karten ist die »Karte von Palästina«, die Heinrich Kiepert 1840 »vorzüglich nach den Itinerarien und Messungen von E. Robinson und E. Smith konstruiert und gezeichnet« hat. Doch auch sie vermittelt noch ein recht rohes, ungenaues und in vieler Hinsicht geradezu irreführendes Bild des Landes. Hier nun bedeutet die Karte des Palestine Exploration Fund einen großen und entscheidenden Fortschritt. Denn sie ist die erste Karte, die nicht auf Grund mehr oder weniger zufälliger Itinerarien zusammengestellt war, sondern auf einer zu dem ausgesprochenen Zweck der Erstellung dieser Karte besonders vorgenommenen Vermessung beruhte, die durch geschulte Fachmänner mit den Aufnahmemethoden der neuen Kartographie systematisch im ganzen Lande angestellt wurden. Die Karte war in dem damals gebräuchlichen Stil der Reliefdarstellung durch Schraffenmanier gehalten, wie ihn ähnlich z. B. auch die österreichische Karte 1 : 75.000 und die Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000 benutzen. Diese Art der Darstellung gibt ein anschauliches Bild der Geländegestaltung, ohne die Wiedergabe der genauen Höhenverhältnisse zu gestatten. — So gab uns die Karte des Palestine Exploration Fund das erste anschauliche und mit wenigen Ausnahmen in seinen großen Zügen richtige Kartenbild Palästinas. Damit wirkte sie einerseits als Quellenmaterial und anderseits mit ihrem kartographischen Stil der plastischen Schraffenmanier jahrzehntelang richtunggebend auf alle Karten Palästinas ein. Auf ihr beruhen beispielsweise die Darstellungen in den meisten Atlanten. Aus dieser nachfolgenden Periode seien hier nur wenige Beispiele erwähnt. Erstens die im Kriege vom deutschen Reichsamt für Landesaufnahme herausgegebene Über-

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