Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 129 (sequence 7)
- Language
- German
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nützung tieferer Wasserführungen notwendig, um eine einwandfreie Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Im Gebiet Petach Tikwah kann man an Hand zahlreicher Bohrungen das Phänomen eines grundwasserstromartigen Gebildes innerhalb des ersten Grundwasserhorizontes beobachten. An bestimmten Stellen werden in geringer Tiefe große Wassermengen erschlossen, wohingegen an dicht benachbarten Plätzen die Ausbeute von gleichtiefen oder noch tieferen Bohrungen gering ist. Als Ursache für diese Erscheinung fanden wir, daß sich Grundwasser in lockeren Sanden auf einer geneigten Fläche schwer durchlässiger Sande mit relativ großer Geschwindigkeit von Osten nach Westen bewegt und entlang einer gewissen Linie auf eine horizontale oder sogar etwas nach Westen ansteigende Unterlage stößt. Diese stauende Tonschicht stellt vermutlich eine alte Terrasse des Jarkon dar. Die Grenze, an der die geneigte Sandschicht auf die Tone stößt, ist der Ort, an dem reiche Wasservorkommen erschlossen werden. 8. Gebiet von Kfar Saba und Wadi Chawarith (mittlere bis nördliche Küstenebene). In der Umgebung von Kfar Saba hat man die Absenkung des Grundwasserspiegels infolge zu großer Entnahme besonders stark verspürt. Hier ist es dann um so dringender, die hydrologisch bevorzugten Situationen zu finden. Die verschiedenen Grade der Porosität der Sande und Sandsteinformationen, die verschiedenen Stadien ihrer Verkrustung und die verschiedene Verteilung von lehmigen Bewegungen in den Sandformationen sind auf Grund unserer Arbeiten in diesem Gebiet in erster Linie für die Unterschiede in der Ergiebigkeit verantwortlich. Nördlich Kfar Saba wurde erstmalig mit Hilfe geophysikalischer Untersuchungen in größerer Entfernung vom Gebirgsrand der reiche Grundwasserhorizont der Gebirgsschichten erschlossen24. Diese Bohrung Hakowesch dürfte Wassermengen ausgezeichneter Qualität von mehr als 200 m3/Stunden liefern können. Die Möglichkeit, diesen Horizont in einer für Bohrungen rentablen Tiefe (zwischen 100 und 200 m) erreichen zu können, dürfte die Wasserversorgung dieses Gebietes sicherstellen, da sich durch Tiefbohrungen das Defizit des ersten Grundwasserhorizontes decken läßt. Eine zweite Bohrung in die gleichen Formationen ist bereits mit Erfolg abgeschlossen (Kaimaniah— Gredinger). Auch im Gebiet Petach Tikwah haben inzwischen mehrere Bohrungen Gebirgsgrundwasser in großen Mengen erschlossen. Weitere Bohrungen zur Ausnützung des Gebirgsgrundwassers nach Angaben geophysikalischer Untersuchungen sind geplant. Fehler, die in der unsystematischen Wassererschließung in den alten Pflanzungsgebieten gemacht wurden, könnten in dem jungen Kolonisationsgebiet des Emek Chefer vermieden werden. Maßnahmen in dieser Richtung sind unseres Wissens jedoch noch nicht getroffen worden. 9. Gebiet Patdess Hannah-Kerkut (nördliche Küstenebene und Vorgebirge vom Schomron). In diesem Gebiet wurden eine größere Anzahl hydrologisch-geophysikalischer Untersuchungen ausgeführt, welche die Kenntnisse über die Existenz und Lage mehrerer Grundwasserstockwerke und deren Beziehungen erweiterten. Während man in der Umgebung von Pardess Hannah und westlich davon schon brauchbare Quantitäten aus dem ersten Grundwasserhorizont seit längerer Zeit gewann, wurde das weiter östlich gelegene Gebiet von Kerkur als wasserarm bezeichnet. Während man ursprünglich daran dachte, Wasser von Pardess Hannah nach Kerkur zu fördern, bestehen heute 24 Siehe G. S. Blake: The Stratigraphy of Palestine and its Building Stones. S. 51.