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Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 130

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
Date
1937-03-01
Page
Seite 130 (sequence 8)
Language
German
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schon teilweise realisierte Projekte zur Förderung von Wasser aus dem Gebiet Kerkur nach Pardess Hannah. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, daß eine Bohrung (Lobsowsky—Kerkur) in nur 160 m Wassermengen fand, die 300m3/Stunden übersteigen, wohingegen Bohrungen in Pardess Hannah selten mehr als 60 m3/Stunden gewannen. Die erhöhte Bohrtätigkeit im Gebiete Kerkur führte im Zusammenhang mit den Untersuchungen zur Ermittlung von vier Grundwasserhorizonten, die bei geeigneter Ausnutzung imstande sind, diese Region und eventuell auch noch ihre Nachbarschaft mit Wasser zu versorgen. Die Notwendigkeit detaillierter Beobachtungen ist aber auch hier besonders deutlich vorgeführt worden; denn die Grenzen zwischen produktiven und unproduktiven Schichtkomplexen liegen zuweilen so scharf nebeneinander, daß Bohrungen auch an benachbarten Plätzen vollkommen verschiedene Ergebnisse aufweisen. Die ergebnislosen Bohrungen von Giwat Ada (520m tief), Pardess Hannah (600 m tief), Irgun Misrachi (180 m tief) und Harris (250 m tief) legen hiervon Zeugnis ab. 10. Karmelvorland (Benjamina bis Haifa). Die bebaubaren Flächen zwischen den Hängen des Karmel und dem Meer, sind in diesem Küstenstreifen schmal. Junge Dünen entlang der Küste, die in der mittleren und südlicheren Küstenebene ein breites Auffang- und Einsickerungsgebiet für die Niederschläge besitzen, vermögen hier nur kleinere Wassermengen zu sammeln. Ein großer Teil der Böden ist daher auch heute noch unbewässert. Bohrungen in die tieferen Sandformationen, in die folgenden Geröllagen, sowie in die Tone und Mergel, zeigten meist bescheidene Ergebnisse. Der überwiegende Teil der Grabungen und Bohrungen fördert zudem brackisches Wasser. Auch eine Bohrung an der Westseite des Karmel in der Nähe von Haifa, die in die wasserführenden Schichten der KarmeJformationen eindrang, lieferte unbrauchbares Wasser, da vermutlich diese Schichten mit dem Meer in naher Kommunikation stehen. In den Gebieten jedoch, wo alte Küstenablagerungen und Karmelformationen gegen eindringendes Meerwasser abgedichtet sind und sich in ihnen die reichen Niederschläge des Karmel sammeln und stauen können, lassen sich brauchbare Süßwasserquantitäten25 gewinnen. Eine systematische Ausbeute dieser brauchbaren Wasservorkommen dürfte den Wasserverbrauch dieser Zone sichern und neue Flächen der Bewässerung erschließen. 11. Hai[a~Bay. Vor Beginn der neueren Besiedlung der Haifa-Bay war der Wasserreichtum dieser Ländereien eine anerkannte Tatsache26. Die intensive Bebauung der Haifa-Bay mit Industrie- und Wohnvierteln, die rasche Steigerung der Bevölkerungszahl in Haifa selbst, hat jedoch die natürlichen Grenzen dieses Reichtums rasch enthüllt. Die gewaltigen Mengen der Kurdaniquellen sind versalzen. Die Wasservorkommen in den Dünen und den oberen Sandschichten sind begrenzt, so daß Grundwasserabsenkungen -bei stärkerer Beanspruchung unvermeidbar bleiben. Auch erwies sich, daß die Wasservorkommen, die in Zwischenlagen der Tone und Mergel kursieren, welche den Sandformationen folgen, teilweise versalzen sind. Gerade in dieser Zone, wo mit einer raschen Entwicklung und einer schnellen Steigerung des Wasserverbrauchs gerechnet werden kann, ist eine systematische Planung über Verfügung und Ausnutzung der vorhandenen W'asservorräte dringend nötig. Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge scheint es, daß dieser Weg einer umfassenden Planung nicht eingeschlagen wird, daß von verschiedenen Stellen aus mehr oder weniger 25 Siehe S. 11 der unter 24 erwähnten Schrift. 26 J. Seidener: Der Wasserreichtum des Dschidro-Bodens, Pal. IV/V, 1929.

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