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Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
Date
1937-03-01
Page
Seite 125 (sequence 3)
Language
German
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2. Zur Frage der Bestimmung der Materialeigenschaften von Schichten des Untergrundes. Wie an anderer Stelle in der Zeitschrift »Palästina« dargestellt wurde, ist es bis zu einem gewissen Grade möglich, die unterirdischen Wasservorkommen geologischen Formationsgruppen zuzuordnen20. Eine solche Einteilung hat ihre Grenzen darin, daß der Verlauf der unterirdischen Wasser nicht unbedingt an geologische Altersgruppierungen geknüpft ist. Außerdem können geologisch kaum gegliederte mächtige Komplexe hydrologisch stark differenziert sein. Mitunter (wie z. B. in Kalkkomplexen) gehen die Wasserführungen mitten durch geologische Schichtgrenzen. In den Fällen, wo es darauf ankommt, nach ihren hydrologischen Eigenschaften differenzierte spezifische Eigenschaften zu ermitteln, vermag die geoelektrische Prospektion einzugreifen. An bestimmten Stellen ist die Ergiebigkeit des Grundwassers unter anderem von dem verschiedenen Stadium der Verkrustung und Porosität abhängig, in dem sich die Sandschichten befinden. Derartige Materialunterschiede, die unabhängig von der geologischen Klassifizierung existieren, prägen sich in geoelektrischen Indikationen mitunter scharf aus. Eine ähnliche Voraussetzung wie der verschiedene Grad der Porosität der Sandschichten für die Wassergewinnung in der Küstenebene bildet, bedeuten die Unterschiede in der Lockerheit des Materials bei vulkanischen Ablagerungen im Emek, im Galil oder im Jordan-Graben. Auch hier, wo geologisch keine Unterschiede bestehen, wo aber in Wirklichkeit bedeutsame Unterschiede der Eigenschaften der Materialien vorliegen, vermag eine Untersuchung mit geophysikalischen Hilfsmitteln nutzbare Auskünfte zu erteilen. 3. Zur Ermittlung von Strukturen, geeignet für die Wasser gewinnung im Gebirge. Die Gewinnung von unterirdischem Wasser in Gebirgsteilen Palästinas ist bisher noch nicht in umfangreichem Maße in Angriff genommen. Es ist wahrscheinlich, daß in den Gebirgsteilen, die hauptsächlich aus Kalken aufgebaut sind, gewisse hydrologische Unregelmäßigkeiten vorhanden sind, die man unter dem Begriff »Karstwassererscheinungen« zusammenfaßt. Ob diese Erscheinungen von praktisch ausschlaggebender Bedeutung sind, ist zweifelhaft, da der größte Teil der Kalke Palästinas, sowohl seiner chemischen Zusammensetzung als auch seiner geologischen Entwicklung nach keine günstigen Bedingungen für die Ausbildung typischer Karstphänomene bietet. Wir dürfen daher wohl Wasserverhältnisse annehmen, wie sie im unverkarsteten Kalkgebirge »normal« sind: Rasches Versickern der Regenmengen in größeren Tiefen. Ansammlung von Wasser in erster Linie nur dort, wo es auf undurchlässigen Lagen in lokalen muldenartigen Gebilden gehalten wird. Naturgemäß fällt hiebei der geologischen Forschung eine entscheidende Rolle zu. Wie jedoch die Praxis zeigte, vermögen auch hier, wo die Schichten des Untergrundes an benachbarten Stellen der Erdoberfläche besser exponiert sind als in den Ebenen, geophysikalische Untersuchungen Aufschlüsse zu erteilen. Die genaue Ausmessung einer im Untergrund verlaufenden Struktur vermag gerade da das Ergebnis einer geologischen Untersuchung zu ergänzen, wo diese sich auf Extrapolation stützt. Außerdem bestehen für den genannten Fall in den an der Erdoberfläche vorhandenen Aufschlüssen sowohl geologisch als auch elektrisch so gute Vergleichsmöglichkeiten mit den Resultaten der Erforschung der unbekannten Teile des Untergrundes, daß hier eine geologisch-geophysikalische Zusammenarbeit besonders fruchtbar erscheint. 20 Vgl. geologische Klassifizierung der Wasserhorizonte Palästinas durch L. Picard. Das Wasserproblem Palästinas. »Zeitschr. Palästina« (1935), S. 113—129.

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