Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
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ziehen, liegt mehr als vier Fünftel unseres gegenwärtigen Bodenbesitzes in den Ebenen. Auf absehbare Zeit wird daher auch die Praxis der Wassergewinnung ihre größten Bemühungen auf die Ebenen und ihre Randzonen konzentrieren. Es handelt sich dabei um die Flächen des Negew, der Schefela, des Scharon, des Schomron, des Karmel-Vorlandes, der Haifa-Bay, des Emek Jesreel, der Huleh-Ebene und der Jordan-Senke. Alle diese Gelände bieten der geologischen Erforschung des Untergrundes einige spezifische Schwierigkeiten, an deren Beseitigung geophysikalische Untersuchungen Anteil nahmen und weiter nehmen werden. . Bekanntlich bedürfen Geologie und Hydrologie direkter Aufschlüsse im Untersuchung s gebiet oder in dessen Nähe anstehendes Gestein, Bohrungen, Brunnen), um Aussagen über Struktur und Wasserverhältnisse des Untergrundes zu machen. Diese direkten Aufschlüsse sind in den Ebenen viel stärker begrenzt als in gebirgigen Teilen, da die Formen des Untergrundes von jungen Aufschüttungen meist verdeckt sind. Entscheidend für die Wasserführungen in den Ebenen sind das alte, heute nicht mehr sichtbare Relief in diesen Flächen, Lage und Mächtigkeit der jüngeren porösen Ablagerungen und der Verlauf der Gebirgsschichten unter den Ebenen. Der Hauptgrundwasserstrom der Küstenebene kursiert z. B. in älteren Sand- und Sandsteinschichten, deren Mächtigkeit und Charakter von Ort zu Ort stark variieren, ohne daß man diese Erscheinungen an der Erdoberfläche erkennen könnte. Die bezeichneten Unterschiedlichkeiten bestimmen im einzelnen Falle bis zu einem hohen Grade die Ergiebigkeit der an dem betreffenden Orte niedergebrachten Bohrung. Das Hauptgrundwasser wird in der Küstenebene von mächtigen Ton- und Mergelkomplexen gestaut, die in bestimmten Teilen viele 100 Meter Stärke erreichen. Unter begrenzten Gebieten der Küstenebene gibt es jedoch noch produktive Gebirgsformationen in erreichbarer Tiefe. Die genaue Bestimmung der Lage solcher Gebirgsformationen kann im einzelnen Fall die Wasserversorgung eines Gebietes entscheidend bestimmen. Normalerweise bringt man in der Küstenebene Bohrungen bis zum Grunde der Sand- und Sandsteinkomplexe vor. Bei Antreffen von Tonlagen werden Bohrungen abgebrochen. Erfahrungen an einzelnen Stellen zeigten jedoch, daß die oberen Tonschichten zuweilen nur Einschlüsse darstellen, daß sich unter ihnen noch produktive sandige Formationen befinden, deren Wasserführung man dem ersten Grundwasserhorizont zurechnen muß. Die genaue Bestimmung der unteren Grenze des gesamten ersten Grundwasserstockwerkes ist eine Aufgabe, die sich mit Hilfe geoelektrischer Messungen lösen läßt. Im Prinzip ähnliche Fragen wie in der Küstenebene, kann die Geophysik im Karmel- Vorland, in der Haifa-Bay und in der Jordan-Senke klären helfen. Hier liegen die Verhältnisse insofern schwieriger, als wir in diesen Ebenen keine oder nicht so ausgedehnte poröse Ablagerungen besitzen wie in der Küstenebene. Die Prospektion muß sich hier also um die Lokalisierung begrenzter wasserführender Schichten bemühen. Bezüglich der Bestimmung der Lage poröser Gebirgsschichten unter den Ebenen steht die Geologie insofern vor einem schwierigen Problem, als der einfache Verlauf der Gebirgsformationen von den benachbarten Höhen in die Täler hinein an den Rändern der Talungen meist durch Abbiegungen, Abknickungen und Verwerfungen unterbrochen wurde. In dieser Lage der geologischen Forschung vermögen geophysikalische Methoden helfend einzuspringen, um Art und Lage der Verwerfung genauer zu bestimmen.