Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschliessung in Palästina
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
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4. Zur systematischen Ausnutzung der Grundwasser Horizonte. In seiner Monographie über das Grundwasser der Küstenebene bringt Goldschmidt Daten über die insgesamt nutzbare Wassermenge, die uns das Grundwasser der Küstenebene zur Verfügung stellt21. Aus diesen Zahlen wurden in dem zitierten Aufsatz die Größe der Gebiete berechnet, die unter Benützung der berechneten maximalen Quantität des Untergrundwassers einer dauernden Bewässerung unterworfen werden können, ohne den vorhandenen Grundwasservorrat zu schädigen. Bei der Umsetzung dieser Erkenntnisse in die Wirklichkeit, tritt ein praktisch wichtiges Problem in den Vordergrund, das wir wie folgt umreißen möchten: Durch die zur Zeit übliche willkürliche Verteilung von Bohrpunkten über das Areal der Küstenebene läßt sich die Frage der maximalen Erschließung des unterirdischen Wassers nicht lösen. Der Abfluß dieses Grundwassers zum Meer ist nämlich entlang der Küste außerordentlich verschieden. Gewisse Gebiete entwässern stark; andere Gegenden, wo ungünstige Verhältnisse im Verlauf und im Material der Schichten bestehen, nehmen an dieser Drainage kaum teil. Es genügt also nicht, eine bestimmte Anzahl von Brunnen niederzubringen, um die maximal nutzbare Wassermenge zu gewinnen. Denn, legt man zahlreiche Brunnen in den Gebieten geringer Porosität und geringer Ergiebigkeit an, so wird man einerseits verhältnismäßig wenig Wasser gewinnen und dazu noch eine hohe Absenkung des Grundwasserspiegels verursachen, anderseits aber das Abströmen des Grundwassers zum Meer, das sich durch die südlich oder nördlich von diesem Gebiet liegenden porösen Schichten vollziehen kann, kaum beeinflußt haben. Das durch die anderen Küstenstriche abfließende Wasser geht weiter unwiederbringlich verloren. Die bestehende Aufgabe lautet also, die Gebiete großer Drainage genau zu fixieren und zu analysieren, und an den geeigneten Stellen eine Anzahl Bohrungen niederzubringen, die das sonst nutzlos abfließende Wasser abfangen. Allein auf diese Art wäre es möglich, ohne Raubbau am Untergrundwasser zu treiben, die maximale Wassermenge zu gewinnen. Die Fixierung der in Frage kommenden Gebiete und die Bestimmung der Bohrpunkte könnte mit Hilfe der Geophysik unter Benützung des vorliegenden hydrologischen Materials durchgeführt werden. Geophysikalische Untersuchungen bei der Losung regionaler Wasserfragen in Palästina. Hatten wir im vorigen Kapitel einige Hinweise über den Nutzen gegeben, den hydrologisch-geophysikalische Arbeiten bei der Erschließung unterirdischer Wasservorkommen in Palästina allgemein leisten können, so sollen im Folgenden Daten über Gebiete angeführt werden, in denen geophysikalische Untersuchungen vorgenommen wurden, welche zur Klärung der Wasserfrage in den betreffenden Gebieten beitrugen. Der gegenwärtige Stand der Wasserversorgung in diesen Gebieten, den wir kurz charakterisieren, ist nicht nur das Ergebnis der geophysikalischen Untersuchungen, die an diesen Plätzen vorgenommen wurden. Frühere Arbeiten hydrologischer, geologischer und technischer Natur haben in mehr oder weniger starkem Maße daran Anteil. 1. Negew. Arbeiten, die von uns an der nördlichen und nordöstlichen Grenze des Negew ausgeführt wurden, brachten folgende Ergebnisse: Die Ausläufe des judäischen Gebirges in die Steppenregion bestehen zum Teil aus Formationen, die in anderen Teilen des Landes nicht so stark verbreitet und daher weder geologisch noch hydrologisch genauer studiert sind. Diese zum Teil mächtigen Komplexe enthalten Lagen, die entsprechend ihrer Porosität Voraussetzungen für 21 Goldschmidt: Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas. »Zeitschr. Palästina«, 1935, Nr. 12.