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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 87

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 87 (sequence 12)
Language
German
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Beamten entfernen und die Gesetzgebung unter arabische Kontrolle stellen würde. Er schloß mit der Forderung nach eigenem Leben, eigenem Staat, eigener Flagge für die Araber. Zwei Regierungsbeamte, Mr. Harris und Mr. Andrews, sagten am 15. Jänner in einer geschlossenen Sitzung aus. Khälil Totah, Direktor der von den Quakern unterhaltenen Schule in Ramallah, erklärte am 18. Jänner vor der Königlichen Kommission, daß die Regierung eine strenge Kontrolle über das arabische Erziehungswesen ausübe und die Lehrbücher einer Zensur unterziehe, während sie sich in das jüdische Erziehungswesen nicht einmische. Prof. Coupland machte den Zeugen darauf aufmerksam, daß die Juden die Kosten ihrer Schulen bestreiten und außerdem Steuern zahlen, die für allgemeine Erziehungszwecke zugunsten der arabischen Bevölkerung verwendet werden. Da die Regierung für arabische Erziehung zahle, müsse sie selbstverständlich Kontrolle darüber ausüben. Er fügte hinzu, daß die Araber anscheinend eine eigene Regierung wünschen, die auch das arabische Erziehungswesen kontrollieren würde. Diese Vermutung wurde von Totah bejaht. Er hauptete, daß die Erziehung in Palästina viel schwieriger sei als in jedem anderen Lande; der Grund dafür sei die politische Spannung. Ferner führte er darüber Beschwerde, daß die Regierung nicht angemessene Schritte unternehme, um die Unwissenheit unter den Arabern, insbesondere unter den Frauen, zu vermindern. Sodann begann er, den Prozentsatz der Juden und der Araber in den Schulen zu vergleichen, worauf die Kommissionsmitglieder wiederum darauf hinwiesen, daß die Juden selber die Kosten ihres Erziehungswesens tragen; die Regierung trage nur 37.000 £ bei, während sie für arabische Erziehung 192.000 £ jährlich ausgebe. Die Heiligen Stätten« Jakub Farradsch, Vizebürgermeister von Jerusalem, gab eine kurze Erklärung ab, daß die christlichen Araber mit den Mohammedanern in den von den letzteren unterbreiteten Forderungen übereinstimmen. Sodann stellte er den arabischen griechischorthodoxen Bischof vor. Der Bischof, der arabisch sprach, befaßte sich in einer langen Rede mit der historischen Verbundenheit der gegenwärtigen Bevölkerung Palästinas mit dem Lande. Er erklärte, daß die Juden nicht ein Volk, sondern eine Religionsgemeinschaft seien, so daß der Zweck der Balfour-Deklaration die Etablierung der jüdischen Religion als der herrschenden Religion in Palästina gewesen sei. Auf die Frage von Sir Horace Rumbold, ob denn die Juden nicht ein Volk seien, antwortete der Zeuge negativ. Er wiederholte, daß die Juden die Absicht hegen, sich der mohammedanischen Heiligen Stätten zu bemächtigen, sowie des Bodens, auf dem der Tempel Salomos gestanden habe, um wieder in der Lage zu sein, Opfer darzubringen. Er behauptete, daß Juden besondere Priester für diesen Zweck haben, und fügte hinzu, daß jeder Mohammedaner zum Schutz der Omar-Moschee eilen werde. Zum Schluß erklärte der Bischof, daß nur die Christen Anrecht auf Palästina besitzen, da sie die wahren Söhne Abrahams seien. Kritik an der Verwaltung* George Antonius (Vertreter des amerikanischen Instituts für aktuelle Weltpolitik im Nahen Osten) sagte, daß sämtliche Einwohner Palästinas die Revolte der Araber unterstützen. Das Verwaltungssystem sei weder anpassungsfähig noch den Bedingungen des Landes angepaßt. Er übte Kritik an der Methode der Auswahl von Regierungsbeamten, die aufs Geratewohl erfolge; die Mehrheit der Beamten sei dem britischen Besatzungsheer entnommen. Die Verwaltung Ägyptens und Iraks sei viel besser und

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