Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 86 (sequence 11)
- Language
- German
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der Jerusalemer Stadtverwaltung, zum Schaden der Araber, was darauf schließen lasse, wie sich die Dinge in Zukunft gestalten würden. Schließlich kam Dr. Khaldi auf das Projekt des Gesetzgebenden Rates zu sprechen, das 1922 und 1935 aktuell war. Er erklärte, das negative Resultat dieses Projektes lasse die Araber immer mehr an den Aussichten für eine künftige Selbstverwaltung verzweifeln. Der Zeuge wurde von Lord Peel, Professor Coupland und Sir Laurie Hammond eingehend befragt. Arabische Arbeitslosigkeit. Der nächste Zeuge George Mansour, Sekretär des arabischen Arbeiterverbandes in Jaffa, befaßte sich an Hand von statistischem Material eingehend mit den Löhnen arabischer Arbeiter in den verschiedenen Handelszweigen und versuchte zu beweisen, daß die jüdische Einwanderung an der arabischen Arbeitslosigkeit schuld ist. Er behauptete ferner, daß die Araber von den Dörfern in die Städte gingen, weil sie von den Juden vom Lande verdrängt würden. Er wies auf die schlechte wirtschaftliche Lage der Araber hin und auf. die Begünstigung der Juden durch die Regierung. 90% der arabischen Arbeiterschaft, behauptete er, seien verschuldet und 95'% hätten nur ein oder zwei Tage in der Woche Arbeit. Er erklärte ferner, es gäbe auch beträchtliche Arbeitslosigkeit unter den Juden. Sir Harold Morris fragte, ob nicht die Juden die Schuld an der arabischen Arbeitslosigkeit tragen, doch der Zeuge blieb dabei, daß die Regierung die Schuld treffe, da sie für die jüdische Einwanderung verantwortlich sei. Dann wurde Issa Bendak, Bürgermeister von Bethlehem, vernommen. Ajnwesend waren nur vier Kommissionsmitglieder, da Sir Laurie Hammond und Prof. Coupland den Sitzungssaal schon verlassen hatten. Issa Bendak befaßte sich mit den Arabern, die vor dem Kriege als Untertanen der Türkei, aus Palästina ausgewandert waren, und die nun, wie er erklärte, keinen Schutz seitens der türkischen Konsulate genossen, und daher die palästinensische Staatsangehörigkeit erstrebten. Er zitierte Artikel 34 des Lausanner Vertrages, in dem die Rechte früherer türkischer Untertanen behandelt werden. Sir Horace Rumbold bemerkte hierzu scherzhaft, daß er zwar den Lausanner Vertrag selbst mitunterzeichnet, jedoch den vom Zeugen zitierten Artikel 34 vergessen habe und fügte hinzu, daß in Palästina geborene Araber, die vor dem Kriege ausgewandert sind, ohne Schwierigkeiten Visa erhalten und ins Land zurückkehren könnten. Der Zeuge beharrte jedoch auf seiner Forderung nach palästinensischer Staatsangehörigkeit für Araber, die noch außerhalb Palästinas wohnen, so daß sie unter konsularischen Schutz stehen. Der nächste Zeuge, Hassan Sidki Da]ani, der Sekretär des Arabischen Obersten Komitees, bestritt Dr. Weizmanns Erklärung, daß die Juden nur das Recht verlangten, nach Palästina zu kommen und dort in Frieden zu leben. Er wies darauf hin, daß die Juden eine 50prozentige Beteiligung an den städtischen Arbeiten in Jerusalem fordern, was er als Beweis dafür hinstellte, daß die Juden mit den Arabern konkurrieren und versuchen, die Rechte der Araber zu schmälern. Der Zeuge führte ferner Beschwerde über die beschränkte Beförderung von arabischen höheren Beamten, insbesondere bei der Polizei. Außerdem behauptete er, die Regierung nehme keinerlei Notiz davon, wenn an Gesetzen, die vor Inkrafttreten bekannt gemacht werden, Kritik geübt wird. Sir Horace Rumbold bemerkte dazu, daß hier ein Beratungskomitee, das die Araber abgelehnt haben, der Regierung Gelegenheit geben würde, die Gesetzgebung zu erläutern. Sidki Dajani bestand jedoch auf der Forderung nach einer arabischen nationalen Regierung, die die bezahlten englischen