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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 85 (sequence 10)
Language
German
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hervorgerufen worden seien. Er schilderte die schwere Last der Steuern, die den Fellachen niederdrücke, und erwähnte wiederum die Frage der Einkommensteuer- Er behauptete, daß der von dem britischen Finanzministerium nach Palästina entsandte Sachverständige Mr. Hartington die Einführung der Steuer empfohlen habe, daß aber die Regierung darauf nicht reagiert habe. Sir Harold Morris unterbrach den Zeugen mit der Erklärung, daß dieser den Inhalt des Berichtes von Hartington, der vertraulich gewesen sei, nicht kenne; er, Morris, habe den Bericht gelesen und könne nun den Zeugen aufklären, daß Hartington sich gegen die Einführung der Einkommensteuer geäußert habe. Lord Peel forderte Saba auf, nicht angebliche Tatsachen vorzubringen, die ihm nur vom Hörensagen bekannt seien, sondern sich auf wahre Tatsachen und Ziffern zu beschränken. Fuad Saba beschwerte sich über die angeblich allzu hohen Schutzzölle, worauf Lord Peel ihn aufforderte, Ziffern anzuführen, aus denen ersichtlich wäre, daß der Konsument gegenwärtig höhere Preise zahlen muß als vor der Gründung von Fabriken, deren Erzeugnisse durch Zölle geschützt sind. Dieser Aufforderung konnte der Zeuge nicht entsprechen. Im Verlauf seiner Aussagen stützte sich Saba hauptsächlich auf die Empfehlungen von Hope-Simpson, ohne jedoch in der Lage zu sein, deren Rechtfertigung durch Tatsachen zu beweisen. Fuad Saba übte am 16. Jänner weiter Kritik an der Art und Weise der Steuerverteilung, die er für äußerst ungerecht erklärte, besonders für die Fellachen, die, wie er angab, von ihrem Jahreseinkommen von 24 £ 10% an indirekten Steuern zu zahlen haben. Sowohl Lord Peel als auch Prof. Coupland wiesen diese Behauptung zurück und machten den Zeugen darauf aufmerksam, daß die Regierung im Gegenteil ihr Äußerstes tue, um die Fellachen nach Kräften zu unterstützen. Fuad Saba brachte dann weitere Beschwerden über die Regierung vor; so kritisierte er die Politik der Regierung auf industriellem Gebiet, die die Interessen der Fellachen gefährde, weil sie lediglich darauf hinziele, durch Erweiterung der Aufnahmefähigkeit des Landes die jüdische Einwanderung zu erleichtern. Durch diese Politik seien die Araber benachteiligt, während die jüdischen Industrien Schutz genossen. Der Zeuge behauptete schließlich, daß die Juden von der Regierung begünstigt würden, indem ihnen die verschiedensten Konzessionen gewährt werden. Die Aussagen von Dr. Khaldi. Der nächste Zeuge Dr. Khaldi, der Bürgermeister von Jerusalem, übte ebenfalls scharfe Kritik an der Regierung, insbesondere an der einseitigen Art und Weise, in der die Besetzung von höheren Regierungsposten erfolge, wobei Engländer zum Nachteil der Araber bevorzugt würden. Ferner gab er an, daß der Prozentsatz der arabischen Regierungsbeamten sich immer mehr vermindere, während immer mehr Regierungsämter für jüdische Zwecke geschaffen würden, wodurch höhere Kosten entstehen. Nach einem eingehenden Verhör durch Professor Coupland ergab sich die Tatsache, daß die vom Zeugen erwähnten Kosten von den Juden getragen werden, so daß also durch die zusätzlichen Regierungsdezernate die Araber keinerlei Schaden erlitten. Dr. Khaldi behauptete ferner, die Regierung treffe keinerlei Maßnahmen, um die Bestimmungen des Mandats bezüglich der Selbstverwaltung durchzuführen; -er wies darauf hin, daß sogar die Stadtverwaltungen einer immer schärfer werdenden Regierungskontrolle unterstellt würden, was bei der. arabischen Bevölkerung Verzweiflung auslöse. Die Stellung der Juden dagegen befestige sich inzwischen immer mehr und er erwähnte in diesem Zusammenhange die wachsende Zahl jüdischer Stadträte in

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