Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 84 (sequence 9)
- Language
- German
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als die Situation der Juden in Deutschland; die nationale Existenz der Araber sei schwer bedroht und der gesamte Islam verfolge mit größter Besorgnis die Lage der Araber in Palästina. Die Ursachen der Unruhen nach arabischer Ansicht« Der nächste Zeuge war das Mitglied des Obersten Komitees Isar Daruasa. Er befaßte sich mit den Ursachen der Unruhen, die er darauf zurückführte, daß 1. die Regierung die unbestreitbaren, historisch begründeten Ansprüche der Araber auf Palästina, die stärker seien als die Ansprüche der Juden, nicht anerkenne; 2. auf die Enttäuschung der Araber, die nach ihrem Kampf gegen die Türken auf Unabhängigkeit gehofft, jedoch in ihren Erwartungen getäuscht worden seien, und 3. auf die Gleichgültigkeit der Regierung gegenüber den nationalen Forderungen der Araber, während auf der anderen Seite die Regierung die Balfour-Deklaration, die schließlich nur ein Versprechen sei, anerkenne. Weitere arabische Beschwerden. Am 14. Jänner erschien Dschemal Husseini vor der Königlichen Kommission. Er knüpfte an die Aussagen Abdul Hadis an und unterstrich auch seinerseits, daß das Mandat keine Gültigkeit habe, da es dem Völkerbundpakt zuwiderlaufe. Solange die Balfour-Deklaration bestehen bleibt, sei nicht abzusehen, wie der Friede im Heiligen Lande wiederhergestellt werden könne. Husseini behauptete, daß sämtliche Ansätze zu Maßnahmen, die der arabischen Bevölkerung zugute gekommen wären, durch den jüdischen Einfluß zunichte gemacht worden seien. Als Beispiele erwähnte er das Weißbuch vom Jahre 1930 sowie die Berichte von Shaw und Sir John Hope-Simpson, die einfach ignoriert worden seien. Der Zeuge ließ sich über die Notlage der Fellachen aus und erklärte, daß der Vorschlag der Einführung einer Einkommensteuer, die die Steuerlast vom Fellachen genommen hätte, von den Juden abgedrosselt worden sei, die über der Mandatsregierung stehen. Professor Coupland erinnerte daran, daß die arabischen Orangenpflanzer den Vorschlag abgelehnt hätten, worauf Husseini entgegnete, daß die Pflanzer die Einkommensteuer begrüßt hätten. Unter Bezugnahme auf die Erklärungen Dr. Weizmanns und Dr. Ruppins, daß die Regierung in ungenügendem Maße für die Entwicklung der Landwirtschaft gesorgt habe, behauptete der Zeuge, daß die Zionisten die Durchführung des von der Regierung entworfenen Entwicklungsprogramms verhindert hätten. Lord Peel und Sir Laurie Hammond hielten dem Zeugen vor, daß es für die Araber besser wäre, einen Regierungsbeirat (Advisory Council) anzunehmen als ganz leer auszugehen; Husseini beharrte jedoch auf dem Standpunkt, daß die Araber vollständige Unabhängigkeit und Selbstverwaltung haben müßten. Sir Laurie Hammond bemerkte, daß die von Juden gekauften Böden von den arabischen Besitzern als nicht anbaufähig angesehen worden seien. Dies wurde von Husseini energisch bestritten. Er behauptete, daß sämtliche von Juden erworbenen Böden früher von Arabern bebaut waren; der Emek sei damals in weit größerem Umfange bebaut gewesen als heute. Was die Ursachen der Unruhen betreffe, so seien diese in dem natürlichen menschlichen Gefühl angesichts des Eindringens eines fremden Volkes sowie in dem mangelnden Vertrauen der Araber gegenüber der Regierung zu suchen. Fuad Saba, der Sekretär des Arabischen Obersten Komitees, erklärte, daß die Unruhen nicht nur durch politische, sondern auch durch wirtschaftliche Ursachen