Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 83 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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suchung der Ursachen der Unruhen hinaus. Abdul Hadi versuchte trotzdem, die Richtigkeit der arabischen Auslegung zu beweisen, wurde jedoch von Lord Peel daran verhindert. Der Zeuge behauptete ferner, daß die gesamte Tätigkeit der Regierung darauf hinziele, den Juden Vorteile zu bringen. So beschäftige die Regierung aus politischen Rücksichten jüdische Arbeiter, obwohl sich arabischer Arbeit billiger stellen würde. Er beschwerte sich über die Festsetzung hoher Zölle, die den Zweck hätten, die jüdische Industrie zu schützen, wodurch die Araber gezwungen seien, hohe Preise zu zahlen. Die Araber, erklärte er weiter, kämpfen um ihre grundlegenden konstitutionellen Rechte, nicht nur um Reformen. Eine Palästinaregierung existiere nicht, es gäbe nur eine Mandatsregierung. Solange den Arabern nicht Gerechtigkeit widerfährt, sei die Hoffnung auf Frieden illusorisch. Ob die britischen Beamten ehrlich oder korrupt seien, sei ihnen ganz gleichgültig. Lord Peel fragte, ob die Araber an der Weise, in der das Mandat verwaltet wird, Interesse hätten. Dies wurde vom Zeugen mit der Begründung verneint, daß die Araber eine Abschaffung des Mandats verlangen. Im weiteren Verlauf seiner Aussagen forderte Auni Bey Abdul Hadi die Anerkennung des Arabischen als der einzigen offiziellen Sprache des Landes. Er beschwerte sich über die Gewährung der Toten See- und der Elektrizitäts-Konzessionen an Juden und behauptete, daß der Aufbau des Jüdischen Nationalheims die Lebenshaltungskosten erhöht hätten; das Leben in Palästina sei teurer als in den Nachbarländern. Sir Laurie Hammond fragte, weshalb, falls die Araber in anderen Ländern unter besseren Bedingungen leben, die Anzahl der aus Palästina auswandernden Araber nicht größer sei. Der Zeuge wies auf ihre gefühlsmäßige Verbundenheit mit dem Lande hin. Sir Laurie Hammond bestritt, daß die Syrer unter besseren Bedingungen leben, und fragte, weshalb denn Araber aus dem Hauran nach Palästina strömen. Der Zeuge antwortete, daß die Hauraner in ihrem Lande glücklich seien und lediglich deshalb nach Palästina kämen, weil sie dort Aussicht auf hohe Arbeitslöhne hätten. Auni Bey Abdul Hadi versuchte zu beweisen, daß die Fellachen sich jetzt in einer schlechteren Lage befänden als unter dem türkischen Regime. Er wies in diesem Zusammenhange auf die Gesetzgebung vor dem Kriege hin, derzufolge es den Juden unmöglich war, Boden zu erwerben; auch der Bodenerwerb durch Gesellschaften unterlag Beschränkungen, während unter der britischen Herrschaft es zwar ein Schutzgesetz gäbe, das sich jedoch nicht als ausreichend oder wirkungsvoll gezeigt habe. Sir Laurie Hammond fragte, ob die Wirkungslosigkeit des Gesetzes nicht auf die Habgier der Fellachen zurückzuführen sei, was Abdul Hadi jedoch bestritt. Er leugnete ferner, daß die arabischen Pächter eine angemessene Entschädigung für Bodenverkäufe erhielten. Sir Laurie Hammond stellte über diesen Punkt weitere eindringliche Fragen, ohne jedoch ausreichende Antworten zu erhalten, und bemerkte schließlich ungeduldig, warum eigentlich der Zeuge hier erscheine und argumentiere, ohne die Tatsachen zu kennen. Abdul Hadi erklärte schließlich, daß die Araber es nicht zulassen könnten, daß auch nur ein weiterer Jude ins Land käme. Lord Peel fragte dann, ob die Araber jemals eine Konferenz mit den Juden am runden Tisch oder den Plan einer Kantonisierung in Erwägung gezogen hätten, was der Zeuge kategorisch verneinte und betonte, daß die Araber Unabhängigkeit und einen Vertrag mit Großbritannien verlangten. Er schloß mit der Erklärung, daß vom nationalen Gesichtspunkt die Lage der palästinensischen Araber viel schlimmer sei