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Palästina · 1937-02-01 · Heft 2 (Februar 1937) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 2 (Februar 1937)
Article
Die Königliche Kommission
Date
1937-02-01
Page
Seite 82 (sequence 7)
Language
German
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Auni Bey begann mit dem Hinweis auf das Weißbuch vom Jahre 1922 und stellte die Behauptung auf, daß das. Jüdische Nationalheim auf die bereits im Lande vorhandene jüdische Bevölkerung beschränkt werden müsse. Er legte besonderen Nachdruck auf Dr. Weizmanns seinerzeitige Erklärung, daß Palästina so jüdisch wie England englisch werden müsse, und versuchte den Beweis zu führen, daß diese Worte den wahren Sinn des Begriffes »Nationalheim« zum Ausdruck gebracht hätten. Sir Laurie Hammond wies darauf hin, daß Dr. Weizmann gesagt habe: »Wir wollen etwas in Palästina aufbauen, das so jüdisch ist wie England englisch«; das sei etwas ganz anderes. Abdul Hadi bestand jedoch auf seiner Behauptung, daß Palästina unter dem Mandat einem Zustand entgegen geführt werde, in dem es so jüdisch werden würde, wie England englisch ist. Ferner erklärte er, daß die Juden starken Einfluß auf die britische Regierung ausüben und daß ihre Macht sich noch viel stärker bei der Palästinaverwaltung äußere; gewisse Regierungsbeamte seien in großer Sorge um ihre Stellungen, denn die Juden arbeiteten darauf hin, ihre Entlassung herbeizuführen. Diese Behauptung des Zeugen rief bei den wenigen anwesenden Regierungsbeamten Heiterkeit hervor. Die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes, erklärte Abdul Hadi weiter, sei nicht der wahre Maßstab, an dem die Einwanderung gemessen werden müsse; der einzige Prüfstein sei die politische Aufnahmefähigkeit. Es gäbe keine Nation, die sich zu einer Minderheit herabdrücken lassen würde, ohne starken Widerstand zu leisten. Zur Frage des Mandats übergehend, setzte der Zeuge auseinander, daß es ungültig sei, weil es Artikel 23 des Völkerbundpaktes widerspreche. Lord Peel warf hier ein, daß das Mandat keinen Vertrag zwischen Völkern, sondern die Übertragung einer Sachwalterschaft darstelle; Professor Coupland verlas die Präambel des Mandats, woraus ersichtlich ist, daß es sich um keinen zwischen den Alliierten einerseits und Großbritannien anderseits geschlossenen Vertrag handelt. Abdul Hadi bemerkte dazu, daß die britische Regierung durch Annahme des Auftrages des Völkerbundes zum Kontrahenten in einem Vertrag geworden sei. Lord Peel erklärte, daß Großbritannien das Land lediglich im Auftrage des Völkerbundes verwalte. Die Kommissionsmitglieder unterbrachen die Aussagen Abdul Hadis mehrfach unter Hinweis darauf, daß er die bereits vom Mufti vorgetragenen Beschwerden wiederhole. Abdul Hadi nahm wiederum Bezug auf das Weißbuch vom Jahre 1922, welches, wie er behauptete, eine andere Auslegung im Falle von Palästina erfahren habe als im Falle von Syrien und Irak. Sodann setzte er sich mit den jüdischen Argumenten auseinander. Die Juden stützten ihre Forderungen auf die Tatsache, daß sie ein über die ganze Welt zerstreutes Volk sind, und beriefen sich auf ihre Liebe zum Lande. Lord Peel warf an dieser Stelle ein: »Sie lieben es zu stark!« Der Zeuge erklärte, daß man von einem Volke nicht erwarten könne, daß es etwas akzeptiert, wodurch es seiner natürlichen Rechte beraubt würde, und fügte hinzu, daß die palästinensischen Araber in der Türkenzeit als Mohammedaner, jetzt aber wie das Vieh lebten. Als Abdul Hadi auszuführen begann, daß Palästina in den von MacMahon seinerzeit an Hussein abgegebenen Versprechungen eingeschlossen war, wurde er von Lord Peel mit der Bemerkung unterbrochen, daß es sich für die Kommission erübrige, die Haltbarkeit dieses Argumentes zu untersuchen; notwendig sei nur, daß sie die Überzeugung gewinne, die Araber glauben daran, was mit als Ursache der Unruhen angesehen werden könne. Die Kompetenz der Kommission gehe nicht über die Unter-

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